Ende der Camping-Saison

So werden Wohnmobile und Wohnwägen winterfest gemacht

Ein Mitarbeiter der Firma Neuss in Immenstadt-Thanners macht einen Wohnwagen winterfest. Über eine Klappe an der Seite des Wohnwagens erreicht er den Frischwassertank.

Ein Mitarbeiter der Firma Neuss in Immenstadt-Thanners macht einen Wohnwagen winterfest. Über eine Klappe an der Seite des Wohnwagens erreicht er den Frischwassertank.

Bild: Sophia Ungerland

Ein Mitarbeiter der Firma Neuss in Immenstadt-Thanners macht einen Wohnwagen winterfest. Über eine Klappe an der Seite des Wohnwagens erreicht er den Frischwassertank.

Bild: Sophia Ungerland

Die Geschäftsführerin der Neuss GmbH erklärt, worauf Besitzer von Wohnwägen und Wohnmobilen achten sollten. Den Fahrzeugen stehen kalte Monate bevor.
17.10.2021 | Stand: 11:00 Uhr

Die Berge im Oberallgäu sind bereits weiß gezuckert und für die meisten Camping-Liebhaber bedeuten die kalten Temperaturen das Ende der Saison. Bis zum Frühjahr stehen den Fahrzeugen frostige Monate bevor, die es zu überstehen gilt. „Dabei geht es vor allem um die Schadensbegrenzung“, sagt Bianca Neuß, Geschäftsführerin der Neuss GmbH in Immenstadt-Thanners.

Ende der Camping-Saison: Was Besitzer von Wohnwägen und Wohnmobilen beachten sollten

„Der Kunde bekommt bei uns immer eine ausführliche Einweisung, wenn er das Fahrzeug kauft“, sagt Neuß. Das gelte auch für die Vorbereitung auf den Winter, denn die sei stets modellabhängig. „Wichtig ist, dass Besitzer die Anweisungen ihres jeweiligen Herstellers beachten“, sagt Neuß. Dennoch kann die Geschäftsführerin Besitzern von Wohnwägen und Wohnmobilen einige allgemeine Tipps geben.

  • Batterien: „Die Batterien müssen regelmäßig geladen werden“, sagt Neuß. Manche Batterien sollten zum Beispiel alle vier bis sechs Wochen für 24 Stunden geladen werden. Andere Batterien benötigen wiederum andere Zeitintervalle.
  • Tanks: Wohnmobile und Wohnwägen haben Frischwasser-, Abwasser- und Fäkalientanks. Diese sollten Besitzer laut Neuß vor Einbruch des Winters entleeren und austrocknen lassen. Für die Reinigung des Fäkaltanks gibt es spezielle Putzmittel. „Die Ventile und Stöpsel sollten alle offen gelassen werden“, sagt Neuß. Wenn Wasser gefriert, dehnt es sich aus. Dadurch könnte das Plastik der Tanks reißen.
  • Wasserhähne und -leitungen: Neuß rät, alle Wasserhähne zu öffnen und die Leitungen zusätzlich auszublasen. „Einfach mit dem Mund hinein pusten, ist ausreichend.“
  • Boiler: Wohnmobile und Wohnwägen können mit einem Warmwasser-Boiler oder einer Truma-Therme ausgestattet sein. Deren Ventile sollten laut Neuß über den Winter geöffnet bleiben. „Manche Warmwasser-Boiler haben einen sogenannten Frost-Control“, sagt Neuß. Dabei handelt es sich um ein Ventil, dass sich bei Frostgefahr oder Überdruck automatisch öffnet und das Wasser ablässt.
  • Gasflasche: Das Ventil an der Gasflasche sollte geschlossen werden, sagt Neuß. Es könne sogar Pflicht sein, die Gasflasche ganz zu entfernen, wenn für das Fahrzeug zum Beispiel ein Stellplatz in einer Halle angemietet wurde. „Wenn dort ein Feuer ausbrechen sollte, dann reagiert eine Gasflasche wie eine Bombe“, sagt Neuß.
  • Polster und Matratzen: Um Schimmel in Polster und Matratzen vorzubeugen, könne Entfeuchtersalz aufgestellt werden, sagt Neuß.
  • Bei Wohnmobilen: Neuß rät, Wohnmobile mit Winterdiesel zu tanken, damit der Motor besser anspringt. „Es könnte sein, dass das Wohnmobil bewegt werden muss.“ Außerdem sollten Fahrzeughalter auf Frostschutzmittel in der Scheibenwaschanlage achten und die Zwölf-Volt-Stromversorgung ausschalten.
Bianca Neuß ist Geschäftsführerin der Neuss GmbH in Immenstadt-Thanners.
Bianca Neuß ist Geschäftsführerin der Neuss GmbH in Immenstadt-Thanners.
Bild: Sophia Ungerland

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Circa 120 Fahrzeuge bietet die Neuss GmbH aktuell zum Kauf an, weitere 17 sind zu vermieten. Diese müssten laut der Geschäftsführerin zwar auch winterfest gemacht werden, allerdings seien sie noch neu. So falle das Entleeren und Trocknen der Tanks bereits weg. Dennoch müssen die Fahrzeuge vor dem Schnee geschützt werden, denn ein Großteil der Wohnmobile und Wohnwägen stehe laut Neuß in der kalten Jahreszeit im Freien. „Wir spannen Schneestützen in die Fahrzeuge rein, um die Schneelast zu mindern“, sagt die Geschäftsführerin. Damit sind zwei Mitarbeiter mehrere Tage lang beschäftigt. „Wir wissen ja auch nie, wie der Winter dieses Jahr wird.“

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