Schutzgebiet

Schönberger Ach beim Riedbergpass beheimatet eine Rarität

Wertvolle Hochlagenmoore am Wannenkopf (Bild: Boris Mittermeier)

Hochlagenmoore am Wannenkopf sind für den Artenschutz wertvoll. Im Rahmen der europaweiten Natura-2000-Schutzstrategie geht es darum, die Flächen zu schützen, damit die Artenvielfalt an Tieren und Pflanzen dort erhalten bleibt.

Bild: Mittermeier

Hochlagenmoore am Wannenkopf sind für den Artenschutz wertvoll. Im Rahmen der europaweiten Natura-2000-Schutzstrategie geht es darum, die Flächen zu schützen, damit die Artenvielfalt an Tieren und Pflanzen dort erhalten bleibt.

Bild: Mittermeier

Landwirtschaftsamt stellt in Sonthofen Natura-2000-Managementplan für Hörnergruppe und Schönberger Ach vor. Grundstückseigentümer können Ausgleich beantragen.
13.10.2021 | Stand: 19:10 Uhr

Auch die „Hörnergruppe“ und die „Schönberger Ach“ sind Teil von „Natura 2000“. Dabei geht es um ein Netz an europaweiten Schutzgebieten, um typische Lebensräume für Tiere und Pflanzen zu erhalten. Was soll konkret getan werden und warum? Antworten auf diese Fragen bekamen 30 Grundeigentümer von Behörden- und Verbandsvertretern bei einem sogenannten „Runden Tisch“ in Sonthofen. Den hatte das Amt für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten Kempten organisiert.

In einer Mitteilung des Amtes ist zu lesen, dass die Präsentation des Managementplans für die beiden FFH-Gebiete „Hörnergruppe“ und „Schönberger Ach“ im Fokus des Treffens stand. Dort soll im Einklang mit Bewirtschaftern und Eigentümern das Land „nachhaltig“ genutzt werden, um das „Naturerbe zu sichern“. Nur so könne die Umsetzung der Vorgaben gelingen, betonte Forstdirektor Peter Titzler.

Grundstücksbesitzer müssen zustimmen

Boris Mittermeier von der Fachstelle Waldnaturschutz Schwaben, der die Waldflächen der FFH-Gebiete in den letzten Jahren kartiert und die Ergebnisse nun in einem Managementplan festgehalten hat, hob hervor: „Der Plan ist nur für Behörden verbindlich. Die vorgeschlagenen Maßnahmen können nur mit ausdrücklicher Zustimmung der Grundeigentümer umgesetzt werden.“ Dafür stünden spezielle Fördermittel wie das Vertragsnaturschutzprogramm zur Verfügung.

Mittermeier stellte die kartierten Wald-Lebensräume vor, darunter hoch gelegene Bergahorn-Buchenwälder oder die feuchten Tannenwälder mit Hainsimsen (Binsengewächse). Eine besondere Rarität sei das kleine FFH-Gebiet „Schönberger Ach“ unterhalb des Riedbergpasses. Dort gedeihe „an wenigen, feucht-schattigen Felsbereichen das überaus seltene Gekielte Zweizeilblattmoos, das deutschlandweit nur noch von drei Fundorten aus dem Oberallgäu bekannt ist“, sagte Mittermeier.

Sensibel bewirtschaftet

Insbesondere die Alpinen Heiden, Silikatrasen und Berg-Mähwiesen würden einen bayernweiten Schwerpunkt im Gebiet der Hörnergruppe haben und weisen laut Mittermeier „einen hervorragenden Erhaltungszustand auf“. Dies sei „auf eine äußerst naturnahe, sensible Nutzung des Gebietes von Seiten der Alpwirtschaft wie auch der Waldbesitzer zurückzuführen“. Davon profitierten auch die Raufußhühner, „die im Bereich der Hörnergruppe ein zentrales Quellgebiet besitzen“, sagte Henning Werth vom Alpinium, der das seltene Birkhuhn als wichtige Leitart in den Vordergrund stellte. Durch Aufklärung und Besucherlenkung sollen Störungen der empfindlichen Hühner vermieden werden, die beispielsweise Schneeschuh- oder Skitourengeher zur Balzzeit auslösten.

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Schließlich wurden den Teilnehmern von Fabian Höß (Projekt Allgäuer Alpvielfalt) und Bernhard Naßwetter (Untere Naturschutzbehörde) noch Fördermöglichkeiten aufgezeigt. Damit lasse sich das weitere Engagement für den Naturschutz finanziell ausgleichen. Über das Vertragsnaturschutzprogramm Wald würden beispielsweise bis zu 220 Euro für den Erhalt wertvoller Biotopbäume ausgezahlt.

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