Schneereicher Winter

Schnee sorgt weiter für Probleme in Sonthofen

An vielen öffentlichen Straßen in Sonthofen türmen sich die Schneeberge. Das erschwert die Arbeit für den Winterdienst.

An vielen öffentlichen Straßen in Sonthofen türmen sich die Schneeberge. Das erschwert die Arbeit für den Winterdienst.

Bild: Benjamin Liss

An vielen öffentlichen Straßen in Sonthofen türmen sich die Schneeberge. Das erschwert die Arbeit für den Winterdienst.

Bild: Benjamin Liss

Einige Bürger schaufeln die Massen von Privatflächen auf öffentlichen Grund. Warum Sonthofens Bauhofleiter appelliert, das nicht zu machen.
27.01.2021 | Stand: 19:18 Uhr

Heftige Schneefälle haben kürzlich Chaos auf den Straßen ausgelöst. In den vergangenen Tagen hat sich das Wetter wieder etwas beruhigt – doch die weiße Pracht sorgt nach wie vor für Schwierigkeiten: Denn für den Winterdienst in Sonthofen ist es ein großes Problem, dass Bürger den Schnee von ihren Privatgrundstücken auf die Straßen schieben. Darauf wies Bürgermeister Christian Wilhelm am Dienstagabend bei der Sitzung des Stadtrates im Haus Oberallgäu hin.

„Das führt zu einer massiven Erhöhung der Schneemassen auf den öffentlichen Straßen“, berichtete der Rathauschef. Bauhofleiter Winfried Geisteier habe auf die städtische Verordnung hingewiesen, die es verbiete, Schnee von Privatflächen auf öffentliche Straßen zu schütten. Wer das trotzdem mache, müsse mit einem Bußgeld rechnen. Denn für den Winterdienst würden die Kosten stark steigen, wenn sie immer noch mehr Schnee abtransportieren müssen. In der Regel werde das nur bei Kreuzungen, Behindertenparkplätzen, Fahrradwegen und im Bereich der Schulwege gemacht. Wilhelm appellierte deshalb an die Bevölkerung, Rücksicht zu nehmen und die Regeln zu beachten. Das sei momentan wichtig – zumal immer größere Schneehaufen in den nächsten Tagen weiter für Probleme sorgen könnten: Denn die Meteorologen prognostizieren Regen. Dann könnte es zu kleineren Überflutungen auf den Straßen kommen.

Viele Bürger beklagen sich, dass die Straßen durch die Schneeberge zu eng sind

Der Bauhofleiter hat nach Angaben von Wilhelm noch auf eine weitere Schwierigkeit hingewiesen: Für viele Bürger sei es ein Problem, dass die Straßen durch die Schneeberge zu eng seien. Nach Angaben von Geisteier sorge der Winterdienst aber dafür, dass der Rettungsdienst ungehindert Zufahrt zu den Wohngebieten hat und somit die Straßen immer breit genug seien.

Aktuell sind nach Angaben von Bürgermeister Wilhelm 36 Mitarbeiter damit beschäftigt, im Zwei-Schicht-Betrieb ab 3 Uhr morgens die Straßen zu räumen. Der Acht-Mann-starke Fußtrupp starte eine Stunde später. Im Dezember sei der Winterdienst an 14 Tagen und im Januar bisher an 16 Tagen unterwegs gewesen. Die täglichen Einsatzkosten belaufen sich auf 17 000 Euro – bis gestern waren es insgesamt 510 000 Euro.

Auch auf den Kreisstraßen sorgten die Schneemassen zuletzt für Schwierigkeiten. Siegfried Zint (CSU) appellierte, beim Landkreis nachzufragen, wie dort der Schichtbetrieb im Winterdienst organisiert ist. Denn wer zuletzt am frühen Morgen zur Arbeit gefahren ist, sei zum Teil auf zugeschneiten Fahrbahnen unterwegs gewesen.

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