Millionenprojekt

Schutz für einzige Zufahrtsstraße ins Oberstdorfer Stillachtal wird erneuert

Lawinengalerie Süd Birgsau

Die südliche Lawinengalerie muss seit einem Felssturz im August 2019 mit einem Schwerlastgerüst gesichert werden.

Bild: Benjamin Liss

Die südliche Lawinengalerie muss seit einem Felssturz im August 2019 mit einem Schwerlastgerüst gesichert werden.

Bild: Benjamin Liss

Bauausschuss bringt Pläne für Neubau einer Lawinengalerie auf den Weg. Wie vermieden wird, dass die Talbewohner von der Außenwelt abgeschnitten werden
23.03.2021 | Stand: 17:35 Uhr

Würde eine Lawine die Birgsauer Straße verschütten, wäre das Stillachtal mit den Ortsteilen, Faistenoy, Birgsau und Einödsbach von der Außenwelt abgeschnitten und die Zufahrt zur Fellhornbahn und ins Rappenalptal versperrt. Um das zu verhindern, wurden zwei Galeriebauwerke im Bereich Gschlief errichtet und zuletzt im Jahr 1972 erneuert. So ist die Straße vor Steinschlag und Lawinen geschützt.

Doch die Bauwerke sind in die Jahre gekommen. Jetzt vergab der Oberstdorfer Bauausschuss den Planungsauftrag für den Neubau der südlichen Galerie, die rund 2,6 Millionen Euro kosten soll. Das Ziel ist, bis September staatliche Zuschüsse für die Pläne zu beantragen und 2022 den Neubau zu beginnen. Der ist hinsichtlich Dauerhaftigkeit und Kosten die wirtschaftlichste Variante für die Gemeinde. Auch die Optionen Sanierung und Teilneubau waren im Jahr 2020 untersucht worden. Ein wichtiges Kriterium war auch, dass das Stillachtal durch den Neubau während der Bauphase einspurig mit Ampelregelung erreichbar bleibt.

Bauwerk erhält Note "ungenügend"

In der regelmäßigen Prüfung aller Brückenbauwerke im Oberstdorfer Ortsgebiet hat die südliche Galerie 2020 die Note „ungenügend“ erhalten. Weil die Schäden rapide voranschreiten, besteht sehr dringlicher Sanierungsbedarf. Durch eindringendes Wasser und eine zu geringe Betondeckung über dem Stahl sind massive Schäden wie Risse und Abplatzungen entstanden. Um an den Bauteilen über der Fahrbahn, lose Betonteile zu lösen, müsse die Decke jährlich abgeklopft werden. Die maroden Betonbrüstungen über den Fahrbahnen wurden verblecht. Die Stützenfüße wurden durch Ortbetonschalen vor weiterem Tausalz-Angriff geschützt. Am Bauwerk bildeten sich dennoch weiter neue Risse. Zudem wurde das Dach der südlichen Galerie bei einem Felssturz im August 2019 stark beschädigt. Gesichert ist sie seitdem durch ein Schwerlastgerüst, für das eine jährliche Miete von 4300 Euro anfällt.

Einstimmiges Votum für die Pläne

Die Mitglieder des Bauausschusses votierten einstimmig für die Pläne. Tiefbau-Referent Bernhard Müller (CSU) gab aber zu Bedenken, nicht den Neubau der Lawinengalerie und die Umgestaltung der Renksteg-Kreuzung zeitgleich umzusetzen. „Sonst haben wir ein Verkehrschaos dahinten“, warnte Müller. „Uns ist wohl bewusst, dass wir nicht beide Projekte gleichzeitig umsetzen könne“, sagte Armin Stöckle vom Bauamt. Eines der beiden Vorhaben werde 2022 und das andere 2023 umgesetzt.

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