Schnapsidee führt zu Abenteuer

Schwimmer des TV Immenstadt wagen Experiment im Meer

Kampf mit den Wellen: Sigrid Leistner wurde Achte bei der Premiere im Meer in Novigrad.

Kampf mit den Wellen: Sigrid Leistner wurde Achte bei der Premiere im Meer in Novigrad.

Bild: TVI-Team

Kampf mit den Wellen: Sigrid Leistner wurde Achte bei der Premiere im Meer in Novigrad.

Bild: TVI-Team

Aus einer Schnapsidee wurde ein abenteuerliches Debüt: Ein Quintett des TV Immenstadt wagt sich in Novigrad ins Meer. Das Event wird zum Abbruch-Rennen.
29.09.2022 | Stand: 07:23 Uhr

Es war anfangs eine Schnapsidee: Im Spätsommer noch einmal Sonne tanken und dabei im Meer einen Freiwasserwettkampf absolvieren. Denn im Salzwasser war noch kein aktueller Schwimmer des TV Immenstadt jemals am Start gewesen. Nach ein paar Stunden des Sinnierens kam die Frage auf: „Warum nicht einfach machen?“ Ein Quartier war schnell gefunden, ein Tag Schulbefreiung für einen Auslandswettkampf konnte geregelt werden – und das Meldeportal für den Alpen-Adria-Swim-Cup in Novigrad war auch noch geöffnet.

So fuhren fünf Aktive des TV Immenstadt nur drei Tage später in Richtung Kroatien zum Abschlussrennen des Cups an der Westküste Istriens. Zwar kehrten die Städtler voller Eindrücke und doch begeistert aus Kroatien zurück. Die Geschichten vom Kampf mit den Wellen und dem Salzwasser waren jedoch höchst spannend.

Streckenposten stürzt ins Meer, Rennen wird abgebrochen

Der Erste, der in die Meeresfluten tauchte, war Simon Joas. Noch am Start lobte der Sprecher die hervorragenden Bedingungen für ein 10-Kilometer-Rennen und schickte die Starter auf den 5 km langen Rundkurs. Doch in kürzester Zeit schlug das Wetter um. Joas berichtete hinterher, er habe nicht mehr gewusst, wo er sei, derart schwer sei ihm die Orientierung gefallen – er habe nur noch Wellen gesehen. Schließlich stürzte neben ihm auch noch ein Streckenposten, der die Schwimmer überwachen sollte, vom Board. Kein Aufsichtsposten konnte mehr seine Position halten. Da die Sicherheit der Athleten nicht mehr gewährleistet werden konnte, wurde das Rennen schnellstmöglich angebrochen.

Das TVI-Quintett um (von links) Leistner, Maximilian Schnalzger, Anton und Xaver Käser und Simon Joas schlug sich in Novigrad bravourös.
Das TVI-Quintett um (von links) Leistner, Maximilian Schnalzger, Anton und Xaver Käser und Simon Joas schlug sich in Novigrad bravourös.
Bild: TVI privat

Eigentlich hätten die 5-km-Starter, darunter auch der Städtler Anton Käser, bald auf identischem Kurs ihre Runde absolvieren sollen. Daran war jedoch nicht zu denken. Der 5-km-Wettkampf wurde nach dem Chaos komplett gecancelt. Den Athleten wurde angeboten, mit den Startern auf dem 3,4-Kilometer-Kurs, für die ein anderer Kurs gesetzt war, auf die Strecke zu gehen. Zwar herrschte auch hier ein solcher Wellengang, dass während des Rennens zweimal eine Wendeboje versetzt wurde. Der Wettkampf wurde jedoch durchgezogen.

Desorientrung, verwirrte Streckenposten und Gedanken ans Aufgeben

Die vier TVIler erzählten nach ihrem Rennen von absoluter Desorientierung, von Streckenposten, die auch nicht mehr wussten, wo sich die nächste Boje befand – und von viel geschlucktem Salzwasser. Allen ging mindestens einmal der Gedanke ans Aufgeben durch den Kopf. Doch am Ende kämpften sich alle vier energisch ins Ziel. Bei den Frauen erreichte Sigrid Leistner nach 1:05:08,71 Stunden als achte Frau den rettenden Hafen. Sie hatte sich als Spielball der Wellen gefühlt und konnte kaum fassen, dass sie in der Wertung der 50- bis 59-Jährigen Rang zwei holte.

Das Trio des Jahrgangs 2008 um Xaver und Anton Käser sowie Maximilian Schnalzger waren die jüngsten Teilnehmer in diesem 3,4 -Kilometer-Rennen. Dennoch erreichte Xaver, der sich am Start auch noch in einer Leine verheddert hatte, als Gesamtvierter in 52:57,16 Minuten das Ziel. Anton Käser (55:46,54) und Maximilian Schnalzger (55:48,11), die im Vorfeld beschlossen hatten, im Meer Seite an Seite zusammen zu bleiben, folgten als Gesamt-Sechster und als siebtschnellster Mann. In der U-30-Wertung belegten die jugendlichen Städtler dann die Ränge zwei, drei und vier.

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