Wintersport

Schwitzen mit den Stars: Wie der SC Sonthofen online Kids trainiert

Der SC Sonthofen hat sich für das Training der Jugend die großen Namen der Szene an die Seite genommen: Seitstützen mit Snowboard-Weltmeisterin Selina Jörg, Sit-Ups mit Weltcup-Langläufer Sebastian Eisenlauer, Treppensprünge mit Ski-Ass Fabian Himmelsbach oder Stabis mit Langlauf-Marathoni Michael Kuisle.

Der SC Sonthofen hat sich für das Training der Jugend die großen Namen der Szene an die Seite genommen: Seitstützen mit Snowboard-Weltmeisterin Selina Jörg, Sit-Ups mit Weltcup-Langläufer Sebastian Eisenlauer, Treppensprünge mit Ski-Ass Fabian Himmelsbach oder Stabis mit Langlauf-Marathoni Michael Kuisle.

Bild: Screenshots Maior

Der SC Sonthofen hat sich für das Training der Jugend die großen Namen der Szene an die Seite genommen: Seitstützen mit Snowboard-Weltmeisterin Selina Jörg, Sit-Ups mit Weltcup-Langläufer Sebastian Eisenlauer, Treppensprünge mit Ski-Ass Fabian Himmelsbach oder Stabis mit Langlauf-Marathoni Michael Kuisle.

Bild: Screenshots Maior

Der Skiclub Sonthofen bekämpft die Leere im Lockdown mit kreativen Ansätzen: Sportliche Aushängeschilder des Vereins schicken Trainings-Videos an die Jugend.
05.02.2021 | Stand: 11:42 Uhr

Motivation und Ehrgeiz, Trainingsfleiß und Disziplin: Grundlagen, die Nachwuchs-Sportler inmitten des zweiten Lockdowns ohne den geregelten Betrieb im Verein zu verlieren drohen. Nachdem viele Clubs in Mannschaftssportarten seit Herbst auf Cybertraining mit dem Team setzen, hat der Skiclub Sonthofen ein besonderes Ass aus dem Ärmel gezogen: Die Stars des Vereins sollen die über 280 Kinder und Jugendlichen beim SCS trainieren, die Motivation hochhalten und dem Nachwuchs Tipps zur Bewältigung der Leere im Lockdown geben. Vizepräsident Andreas Strobl und Jugendleiter Max Senkbeil hatten im Herbst erstmals die Idee zum virtuellen Training mit den „Großen“.

Selina Jörg, Sebastian Eisenlauer und Fabian Himmelsbach im Video

„Normalerweise haben wir einmal im Jahr unseren Jugendausflug oder veranstalten Kinder-Nikolaus oder Ähnliches“, sagt Senkbeil. „Das war im Jahr der Pandemie nicht möglich, also haben wir uns das mit den Trainings-Videos überlegt.“ Seitstützen mit Snowboard-Weltmeisterin Selina Jörg, Sit-Ups mit Weltcup-Langläufer Sebastian Eisenlauer, Treppensprünge mit Ski-Ass Fabian Himmelsbach oder Stabi-Übungen mit Langlauf-Marathoni Michael Kuisle: Die Sonthofer Wintersportler haben die Videos in ihren Wohnzimmern aufgenommen, auf der Plattform Youtube im „Skiclub-Sonthofen-Kanal“ hochgeladen. Über das Soziale Netzwerk Facebook finden die Nachwuchs-Wintersportler, Alpine wie Langläufer, die Videos und können nach Anleitung trainieren.

Und das in einer Phase, in der sich die Jugendlichen für gewöhnlich in der Hochphase der Wintersaison befinden. „Das ist gerade nach den heftigen Schneefällen im Januar sehr traurig“, sagt Dietmar Frank, Abteilungsleiter Langlauf: „Es trifft uns hart in diesen Monaten, da wir eine Wintersportart ausüben, die bei uns nicht im Sommer trainiert werden kann.“ Ideen für das geregelte Training wären in allen Abteilungen beim Skiclub allemal vorhanden, sind allerdings aufgrund der Auflagen derzeit nicht umsetzbar.

Entsprechend sei das Workout unter Anleitung der bekannten Gesichter der Stadt und des Skiclubs „goldwert“ gewesen für den Verein: „Und die Kinder haben es sehr gut angenommen. Die Resonanz ist durchweg positiv“, sagt Senkbeil. Die Verbindung zu den Sportlern und deren Eltern werde zwar über E-Mail und eine Sport-App gehalten. Doch der 24-jährige Sonthofer, der seit vier Jahren Jugendleiter beim SCS ist, vermisst in seiner Funktion vor allen Dingen die Verbindung des Vereins zum Nachwuchs. „Es ist unheimlich schwierig, den Kontakt mit den Kindern aufrechtzuerhalten. Wir sehen über die sozialen Netzwerke, wie sie sich fit halten. Aber die Nähe fehlt uns allen natürlich sehr.“

SC Sonthofen verliert kaum Mitglieder

Und doch halten die Sportler dem Club die Treue. Von den über 1100 Mitgliedern verzeichne der Skiclub Sonthofen seit Beginn der Pandemie „kaum Austritte, die auf die Entwicklung zurückzuführen sind“, wie Präsident Manuel Wernick erklärt. Und das, obwohl außer den Kaderathleten derzeit kein Nachwuchssportler auf die Piste, in die Loipe oder ins Fitnessstudio darf.

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Aus wirtschaftlicher, aber ebenso aus emotionaler Sicht nicht minder schwer trifft der Lockdown den Sonthofer Hof, der im Winter vom SC betrieben wird. „Das ist momentan eine sehr üble Geschichte. Auf dem Hof haben wir zumindest gehofft, dass wir im März oder April aufmachen können. Das glauben wir aber inzwischen nicht mehr“, gesteht Wernick. Und der 43-jährige Präsident ergänzt. „Das ist wahnsinnig schade, weil viele ehrenamtliche Helfer in vielen Stunden große Anstrengungen unternommen haben, wir alle viel investiert haben und nun nichts davon haben.“

Genau auf dieses ehrenamtliche Engagement im Skiclub Sonthofen hofft Manuel Wernick auch für die Zeit nach dem Ende des Lockdowns – wann immer das in Sicht ist. „Ich bin fest davon überzeugt, dass wir uns im Verein keine Sorgen machen müssen“, sagt der Vorsitzende. „Und dass alle wieder zur Verfügung stehen werden, hoch motiviert, dass sie die Trainings wieder aufleben lassen werden und all unsere Veranstaltungen mit Leben füllen werden.“ Und sein Jugendleiter ergänzt: „Die Zeit nach der Pandemie wird gut werden beim Skiclub“, sagt Max Senkbeil. „Wir sind ein starker Verein, der Zusammenhalt war immer schon gut. Und das wird auch danach so bleiben.“