Ehrenamt

Seit 22 Jahren in Thalkirchdorf für Trachten, Instrumente und Licht zuständig

Seit 22 Jahren ist Ingo Weiss in der Musikkapelle Thalkirchdorf als Zeugwart aktiv. In der Kapelle spielt der selbstständige Programmierer das Baritonhorn.

Seit 22 Jahren ist Ingo Weiss in der Musikkapelle Thalkirchdorf als Zeugwart aktiv. In der Kapelle spielt der selbstständige Programmierer das Baritonhorn.

Bild: Olaf Winkler

Seit 22 Jahren ist Ingo Weiss in der Musikkapelle Thalkirchdorf als Zeugwart aktiv. In der Kapelle spielt der selbstständige Programmierer das Baritonhorn.

Bild: Olaf Winkler

Ingo Weiss ist der Zeugwart der Musikkapelle Thalkirchdorf. Für ihn ist dasein perfekter Ausgleich zum Beruf. In der Kapelle spielt der selbstständige Programmierer das Baritonhorn.
18.10.2020 | Stand: 18:30 Uhr

Vergleichsweise spät ist Ingo Weiss zur Musikkapelle Thalkirchdorf gekommen. Erst mit 25 Jahren lernte er dort das Spielen des Baritonhorns. Drei Jahre später wurde er aktives Mitglied der Kapelle – und gleichzeitig deren Zeugwart. Dieses Amt hat er bis heute inne. „Ich fühle mich einfach wohl“, beschreibt er seine Mitgliedschaft und seine Aktivitäten innerhalb des 166 Jahre alten Vereins.

Kontaktvermittler zwischen Musikanten und Musikhaus

Als Zeugwart ist Weiss für die Instrumente und die Trachten des Vereins zuständig – und dabei vor allem „Kontaktvermittler“ zwischen den Musikanten und dem Musikhaus beziehungsweise der Schneiderei. Bei den Instrumenten unterstützt ihn Wolfgang Weber. „Er arbeitet ganz in der Nähe des Musikhauses“, sagt Weiss. Im Alltag aber ist er der Ansprechpartner, wird von den Musikanten um Rat gefragt („Lohnt die Reparatur noch?“) und muss Instrumenten bewerten. Für die Trachten verwaltet er den Stoff und ist auch für den kleinen Kleidungsfundus zuständig, den der Verein besitzt.

Sein ursprünglicher Beruf als Elektriker hat Weiss eine zusätzliche Aufgabe eingebracht: Er ist für die Beleuchtung zuständig. Die war bei den Standkonzerten in diesem Jahr einige Male gefragt – weshalb er oft als einer der Ersten zum Auftritt kam und als Letzter nach Hause ging. „Das ist mein Steckenpferd“, macht Weiss deutlich.

Freude am Engagement

Überhaupt: Wenn er von seinen Aufgaben spricht, dann klingt das nicht nach Arbeit, sondern nach Freude am Engagement. „Das hat natürlich etwas Kameradschaftliches“, beschreibt er seine Motivation. Es sei schön, „wenn man gemeinsam etwas auf die Beine stellt“. Als Zeugwart sitzt der heute 50-Jährige auch im Vorstand des Vereins und diskutiert mit, wenn es um die Auftritte geht. „Meist halte ich mich da aber im Hintergrund“, sagt Weiss. In die erste Reihe des Vereins zu treten, das sei nie eine Option gewesen. „Ich mag das Praktische“, sagt er. Zudem kommt er als Zeugwart mit jedem Mitglied früher oder später mal in Kontakt. Das schätzt Weiss. „Da erfährt man manches aus dem Ort, das man selbst nicht mitkriegt.“

Ausgleich zum stressigen Beruf

Seit zwölf Jahren ist Ingo Weiss als Programmierer selbstständig. Das Engagement und das Musizieren im Verein sei da ein Ausgleich zum stressigen Beruf. Froh ist er, dass es nach dem Corona-Lockdown wieder gemeinsame Proben und Auftritte gegeben hat. So manches Musikfest hat er heuer aber vermisst und längst nicht alle der üblichen 100 Termine pro Jahr fanden statt.

Ans Aufhören denkt der Vater einer fünf Monate alten Tochter nicht. „Das 40-Jährige würde ich gern mitmachen“, sagt er – und lässt offen, ob er damit „nur“ das Spielen in der Kapelle oder auch sein Amt als Zeugwart meint.