Sport in Corona-Zeiten

Skigymnastik beim SC Oberstaufen: Vor den Bildschirm statt in die Halle

Siggi Heidrich (oben links) turnt in Oberstaufen vor, Bis zu 40 Gruppenmitglieder machen die Übungen in ihren Wohnzimmern nach.

Siggi Heidrich (oben links) turnt in Oberstaufen vor, Bis zu 40 Gruppenmitglieder machen die Übungen in ihren Wohnzimmern nach.

Bild: Screenshot Winkler

Siggi Heidrich (oben links) turnt in Oberstaufen vor, Bis zu 40 Gruppenmitglieder machen die Übungen in ihren Wohnzimmern nach.

Bild: Screenshot Winkler

Siggi Heinrich leitet seit über 30 Jahren die Skigymnastik des SC Oberstaufen. Auch Corona kann die Gruppe nicht stoppen. Was sich die 55-Jährige für ihre Schützlinge einfallen lässt
18.02.2021 | Stand: 11:30 Uhr

Dienstagabend um 19 Uhr ist Skigymnastik-Zeit beim Skiclub Oberstaufen (SCO). Das ist seit Jahrzehnten so. Und das ist auch 2020 und 2021 nicht anders. Denn vom Corona-Virus lassen sich Leiterin Siggi Heidrich und die bis zu 40 Teilnehmer nicht abhalten, sich zu treffen. Dabei verstoßen sie auch gegen keinerlei Regel. So lädt Heidrich momentan zur virtuellen Gymnastikstunde ein. Die Gruppenmitglieder versammeln sich in ihrem heimischen Wohnzimmer vor dem Smartphone, Tablet oder Fernseher.

Siggi Heidrich ist Sport- und Gymnastiklehrerin. Seit 18 Jahren arbeitet sie in der Mutter-/Kind-Klinik in Steibis und dort lebt die 55-Jährige auch. Über ihren Mann Christian hat sie Ende der 1980er- Jahre die Skigymnastikgruppe des SCO kennengelernt und wenige Jahre später die Leitung übernommen. Nicht nur die klassische Gymnastik zur Vorbereitung auf die Skisaison steht auf dem Programm. Im Sommer geht es normalerweise zum Fahrradfahren oder zum Nordic-Walking, im Winter auch mal zum Eisstockschießen.

Laufen und Radeln in Kleingruppen

Der Treffpunkt der Gruppe war bis zum März 2020 die Sporthalle in Kalzhofen. Dann kam Corona. Entsprechend den Kontaktbeschränkungen gingen zunächst Kleingruppen gemeinsam zum Laufen. Und während des Sommers organisierte Heidrich Radltouren. Bis zu sieben Gruppen waren mit jeweils fünf Teilnehmern unterwegs.

Doch dann kam der November und mit ihm neue Kontaktbeschränkungen. Ein Training in der Halle war unmöglich geworden. „Ich wollte die Gruppe nicht verlieren“, beschreibt Heidrich ihre damalige Stimmung. Und so arbeitete sie sich in die Software „Zoom“ ein. Damit ist es möglich, dass sich die Teilnehmer zumindest virtuell im Internet treffen. Das klappte nicht bei jedem auf Anhieb. „Da haben dann die Enkel oder ein Nachbar geholfen“, berichtet Heidrich. Statt in der Halle versammeln sich die Mitglieder nun jeden Dienstagabend vor ihren Bildschirmen, um pünktlich um 19 Uhr mit der Gymnastik zu beginnen. Heidrich steht dazu in ihrem Wohnzimmer und macht die Übungen vor. Ihr Ehemann übernimmt die Technik.

Teilnehmer sind begeistert

„Alleine würde ich das nie machen“, stellt Martin Martin fest und findet es „saugut“, dass es die Skigymnastik auch in Corona-Zeiten gibt. Für Gottfried Klaus ist der Termin gerade in Corona-Zeiten ein „Lichtblick“ und Gudrun Neumann freut sich, „wenn man sich mal wieder sieht“. Was alle Mitglieder begeistert, ist das Gemeinschaftserlebnis – und das trotz der Distanz. Jeder ist gleichzeitig am Turnen und Schwitzen. Auch die beiden ältesten Teilnehmer Peter Anselment (82) und Sepp Lingg (83).

Jasmin Heidrich freut sich ganz besonders über das neue Angebot ihrer Mutter. Die 27-Jährige lebt in Eckarts und könnte aufgrund ihres Nachwuchses nicht zur Gymnastikstunde nach Oberstaufen kommen. Per Internet ist die Teilnahme für sie kein Problem.