Ausdauersport-Event steigt am Samstag

So elektrisiert der Wächter: Grüntenstafette lockt 1800 Sportler

Er wirft sich in Schale – und 1800 Athleten werden ihn wieder als große Bühne nutzen. Die Grüntenstafette zieht auch heuer die Sportregion in ihren Bann.

Er wirft sich in Schale – und 1800 Athleten werden ihn wieder als große Bühne nutzen. Die Grüntenstafette zieht auch heuer die Sportregion in ihren Bann.

Bild: Dominik Berchtold

Er wirft sich in Schale – und 1800 Athleten werden ihn wieder als große Bühne nutzen. Die Grüntenstafette zieht auch heuer die Sportregion in ihren Bann.

Bild: Dominik Berchtold

Mit 1800 Startern knackt die Grüntenstafette am Samstag den nächsten Rekord. Dem Sechskampf stellen sich auch Olympiasieger und Ski-Stars.
23.09.2022 | Stand: 18:07 Uhr

Es scheint fast, als ob er ein Jahr auf „sein Event“ gewartet hat. Es herrscht Hochspannung unterm, am und auf dem Wächter des Allgäusdie Grüntenstafette elektrisiert das Oberallgäu einmal mehr. 1600 Athleten in 265 Mannschaften wagen sich am Samstag ab 13 Uhr vom Flugplatz in Agathazell aus an den Sechskampf aus Traillauf, Rennrad, Berglauf, Alpinlauf, Mountainbike und Straßenlauf um den Burgberger Hausberg. Bei der Kinderstafette starten zudem 200 Kids in 50 Teams.

Marlon Wörndl: "Cooles Format, coole Strecke"

„Die Grüntenstafette muss man erlebt haben. Es ist ein cooles Format, eine coole Strecke, alle Sportler sind mit Herz dabei und haben im Team mega Spaß“, sagt Marlon Wörndl vom „808 Project“, das den ausrichtenden TSV Burgberg seit 2016 bei der Organisation unterstützt. Vom Hobbysportler bis zum Olympiasieger versammelt sich traditionell ein buntes und breit gefächertes Starterfeld zum „Super-Cup des Ausdauersports“. Nach dem Boom in den Vorjahren konnte der Staffelwettbewerb 2020 pandemiebedingt nicht ausgetragen werden – 2021 gab es ebenfalls nur „eine abgespeckte Version“. Heuer dürfen die Sportler wieder „von der Leine“.

Kein Wunder also, dass Wörndl von ungebremster Vorfreude auf allen Seiten berichtet. Weder unter den Sportlern noch unter den Helfern sei eine Corona-Verunsicherung spürbar, sagt der 32-Jährige, im Gegenteil: Seit einem dreiviertel Jahr sind die Burgberger Verantwortlichen im Einsatz, Ende August hat bereits die heiße Phase begonnen. 300 Helfer aus Clubs rund um den Grünten packen auch heuer engagiert an, um das sportliche Highlight zum Erfolg werden zu lassen. „Vor allem in Zeiten, in denen Helfer schwer zu finden sind, gilt allen ein besonderer Dank“, sagt Wörndl.

Online-Tracking, Kinderstafette und Pasta-Party

Während der Großteil der Vorbereitung durch die inzwischen eingespielten Abläufe wie gewohnt stattgefunden hat, kommt am Veranstaltungstag vor allem auf die Helfer der Feuerwehren eine immense Herausforderung zu: Laut neuer Vorgabe müssen die Wettkampfstrecken erstmals abgesperrt werden, was einen höheren organisatorischen Aufwand zur Folge hat. Wörndl: „Im Übrigen aber ist das Schöne an der Stafette, dass wir nichts anders machen müssen, sondern alles so lassen können wie es ist.“ Es gibt das beliebte Online-Tracking, womit Zuschauer die 30 besten Teams in Echtzeit verfolgen können, die Kinderstafette ist wie erwähnt größer und die Pasta-Party findet wieder statt.

Auch die Strecke bleibt gleich – das „oberste Ziel“ der Orga-Gruppe, damit Athleten den Vergleich haben. „Die letztjährige Siegerzeit von 1:50:58,3 Stunden (vom SV Oberreute) bedeutete Streckenrekord und beschert uns in der Spitze neue Spannung. Um den Rekord zu knacken, müssen aber Witterung und alle sonstigen Bedingungen stimmen“, sagt Wörndl. „Die Grüntenstafette hat aber für jeden seinen Anreiz, weil sich auch die Breitensportler für ihre Teams persönliche Ziele stecken.“

Stammgast und auch heuer dabei: Olympiasieger Johannes Rydzek.
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Bild: Dominik Berchtold

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Mit den 300 Teams in beiden Wettbewerben war die Grüntenstafette heuer „so früh ausgebucht wie noch nie“, sagt Wörndl. Es stehen sogar noch etliche Teams auf der Warteliste. Das Limit haben sich die Ausrichter zum Wohle des Events selbst gesteckt – und im Vergleich zum Boom der Vorjahre sogar noch etwas noch oben gelegt. „Ich sehe den Andrang mit einem lachenden und einem weinenden Auge. Als Veranstalter kann man sich nicht mehr erwarten. Wir freuen uns über die immense Nachfrage“, sagt Wörndl. „Aber wir wollen auch so viele wie möglich dabeihaben. Absagen zu müssen, ist nicht Sinn und Zweck.“

Rydzek, Geiger und das deutsche Ski-Nationalteam

Dafür macht den Charme der Stafette seit jeher ihre hochkarätige Besetzung im Starterfeld aus. Neben den Olympiasiegern der Nordischen Kombination, Johannes Rydzek und Vinzenz Geiger, deren Teams für den Sieg wohl nicht zum engen Favoritenkreis gehören, steht bei den Herren ein Team der Ski-Alpin-Nationalmannschaft um den Fischinger Alexander Schmid, den Sonthofer Fabian Himmelsbach und Linus Strasser am Start. Beim Vorjahressieger vom SV Oberreute startet der Immenstädter Skibergsteiger David Sambale und für das Allgäu Outlet Raceteam tritt unter anderem der deutsche Skibergsteig-Meister Marc Dürr an. Das Team von Sport Haschko mit MTB-Profi Markus Kaufmann dürfte wieder ein gewichtiges Wörtchen um den Sieg mitreden. Bei den Damen sind die Top-Teams der vier Vorjahre am Start. Das von Peter Pulfer aufgestellte Allgäu Outlet Raceteam bekommt es wieder mit den Titelverteidigerinnen von Laufsport Saukel b_faster zu tun.

Auf der Strecke hat jeder Abschnitt seinen Hotspot – die besten Aussichtsplätze für die Zuschauer bieten aber auch beste Sicht auf die Action: Neben dem Start- und Ziel-Bereich am Flugplatz in Agathazell und dem Wechselpunkt an der Brauerei Zötler bietet vor allem der Gipfel des Grüntens einen Top-Überblick über die Stafette. „Es ist toll, wenn viele Zuschauer kommen. Das peitscht die Sportler an“, sagt Wörndl. „Vor allem für die Breitensportler, die so etwas sonst nicht erleben, ist die Zuschauerunterstützung ein irrsinnig spektakuläres Erlebnis.“