Nach Aus von Jugendtreff

So geht es im Immenstädter Kult-Treff "Rainbow" weiter

Die Leitung des Immenstädter Jugendzentrums haben jetzt Susanne Hollerweger (links) und Christina Hoffmann. Sie wollen mehr Jüngere in die Freizeiteinrichtung bringen.

Die Leitung des Immenstädter Jugendzentrums haben jetzt Susanne Hollerweger (links) und Christina Hoffmann. Sie wollen mehr Jüngere in die Freizeiteinrichtung bringen.

Bild: Franz Summerer

Die Leitung des Immenstädter Jugendzentrums haben jetzt Susanne Hollerweger (links) und Christina Hoffmann. Sie wollen mehr Jüngere in die Freizeiteinrichtung bringen.

Bild: Franz Summerer

Das alte „Rainbow“ ist Geschichte, ein privater Anbieter hat die Betreuung für die Stadt übernommen. Zwei Frauen fordern mehr Beteiligung junger Besucher.
28.07.2020 | Stand: 07:00 Uhr

Das ehemalige „Rainbow“ als Teil der städtischen Jugendarbeit ist Geschichte. Die Betreuung des Immenstädter Jugendtreffs hat eine private Jugendhilfe-Einrichtung übernommen – eine große Seltenheit in der Region. Der Neustart war schwierig: Kaum hatten Susanne Hollerweger und Christina Hoffmann die Leitung übernommen, musste das Haus wegen Corona geschlossen werden. Jetzt hat es wieder geöffnet. Was wollen die beiden Frauen im Vergleich zu ihren Vorgängern ändern?

 

Weg vom Kulturkneipen-Image, hin zum Jugendtreff

Dass sich etwas ändern soll, war auch im Sinne der Stadtverwaltung, als diese vorschlug, den Betrieb in private Hände zu legen. „Das Rainbow soll weg vom Kulturkneipen-Image und zu einem echten Jugendtreff werden“, formulierte der damalige Leiter des Bereichs Soziales als Ziel. Es ist kein Geheimnis, dass die früheren Jugendbetreuer die Freizeiteinrichtung auch älteren Bürgern öffneten – im Sinne eines Mehrgenerationenhauses. Doch das wollte die Stadt nicht.

Als Anfang dieses Jahres die beiden Betreuer in den Ruhestand gingen, nutzte das die Stadtverwaltung, um einen Neuanfang auszurufen. Der Betrieb des Jugendhauses wurde der privaten Gesellschaft „Soviko“ aus Dillingen übergeben. Hollerweger und Hoffmann sind zwar Angestellte des privaten Trägers, doch das nehme keinen Einfluss auf ihre Arbeit, sagen die beiden. Die Verhältnisse im Allgäu kennen sie – Hollerweger kommt aus Immenstadt und Hoffmann lebt schon länger in Kempten.

 

Leiterinnen wollen vor allem jüngere Kinder aus Immenstadt und Umgebung ansprechen

Einiges wollen die zwei verändern: „Wir wollen künftig Jüngere ab zwölf Jahren ansprechen. Denn diese Gruppe fehlt hier im Haus“, sagen sie. So wurden die Öffnungszeiten bereits verschoben und beginnen jetzt früher. Außerdem wollen die Frauen mit Beginn des nächsten Schuljahres in die Schulen gehen, Flyer verteilen und sich bekannt machen. Und sie wollen für die jüngere Altersgruppe ein spezielles Angebot einrichten. Dabei soll ihnen der Bauwagen helfen, der früher von der Streetworkerin benutzt wurde. „Das Ganze darf aber nicht zu steif werden“, sagt Hollerweger. Überhaupt: „Wir wollen den Jugendlichen möglichst wenig vorgeben und sie in viele Entscheidungen mit einbinden“, ergänzt Hoffmann.

 

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Das fängt schon mit einem möglichen neuen Namen an. Die Jugend von Immenstadt soll darüber entscheiden, ob sie „Rainbow“ behalten oder das Haus neu benennen wollen. Die Abstimmung könnte online, per Handy oder mit einer Zettel-Box erfolgen. Neu gewählt wird zudem der „Hausrat“ in der Freizeiteinrichtung und auch dort sollen künftig mehr Jüngere mitreden dürfen. Bereits eingezogen ist das Jugendparlament der Stadt und belegt ein Zimmer im oberen Stock.

 

Jugendliche aus Immenstadt: "Natürlich helfen wir da mit"

Die Jugendlichen sollen aber nicht nur mitreden, sondern auch mitarbeiten: Hollerweger und Hoffmann wollen einige Räume im Haus neu streichen und hoffen auf viele Helfer. Und sie haben schon Zusagen. „Natürlich helfen wir da mit“, sagen ein 20- und ein 21-Jähriger.

Schließlich sei für sie das Jugendzentrum ein wichtiger Treff, in dem sie sich regelmäßig mit Freunden verabreden. „Das Jugendhaus ist vor allem für Jüngere notwendig. Wo hätten wir uns sonst mit 14 treffen können?“, blickt der 20-Jährige zurück. Die Betreuer seien zudem immer wichtige Ansprechpartner gewesen. „Mit ihnen haben wir über Sachen geredet, über die wir mit unseren Eltern nicht reden konnten.“