Badespaß in Sonthofen

So streng ist das Hygienekonzept für das Freibad Altstädten

Freibad Altstädten

Wie leer gefegt ist das Freibad in der Freizeitanlage Altstädten. Doch trotz der Corona-Pandemie soll dort bald wieder Leben einkehren – sofern die bayerische Staatsregierung in naher Zukunft entscheiden sollte, dass Freizeiteinrichtungen wieder öffnen dürfen. Für Badebetrieb und Gastronomie wurde ein Hygienekonzept erstellt.

Bild: Benjamin Liss

Wie leer gefegt ist das Freibad in der Freizeitanlage Altstädten. Doch trotz der Corona-Pandemie soll dort bald wieder Leben einkehren – sofern die bayerische Staatsregierung in naher Zukunft entscheiden sollte, dass Freizeiteinrichtungen wieder öffnen dürfen. Für Badebetrieb und Gastronomie wurde ein Hygienekonzept erstellt.

Bild: Benjamin Liss

Für das Freibad und die Gastronomie in Altstädten liegt ein umfangreiches Hygienekonzept vor. Warum der Betrieb sehr eingeschränkt ist und was das kostet.
02.05.2021 | Stand: 18:23 Uhr

Für ein paar Stunden die Corona-Krise vergessen und im Altstädter Freibad planschen – danach sehnen sich viele Familien in Sonthofen und Umgebung. Die Stadtverwaltung will diesen Wunsch erfüllen – doch das ist mit hohem Aufwand verbunden, wie im Stadtrat deutlich wurde. Es wird nur einen Badespaß unter strengen Auflagen geben – und derzeit ist nicht einmal klar, wann Freizeiteinrichtungen öffnen dürfen. Zumindest will die Verwaltung vorbereitet sein und hat ein umfangreiches Hygienekonzept erstellt, das der Stadtrat bei einer Gegenstimme gebilligt hat. Hier ein Überblick:

  • Generelle Auflagen: Badebetrieb und Gastronomie werden durch ein Absperrgitter voneinander getrennt. Der Zugang zum Bad soll nicht unkontrolliert über die Gastronomie erfolgen. Die Zahl der Besucher ist limitiert. Entscheidend ist die maximale Personenzahl, die für die Gesamtfläche gesetzlich zugelassen wird. 2020 war es eine Person pro zehn Quadratmeter. Die Deutsche Gesellschaft für das Badewesen spricht sicherheitshalber in ihrem Pandemieplan für 2021 sogar nur von einer Person pro 15 Quadratmeter. Gesetzliche Vorgaben für 2021 gibt es momentan laut Verwaltung nicht. Da die Infektionszahlen momentan hoch sind, geht die Verwaltung davon aus, dass eine Öffnung frühestens ab Juni möglich ist. (Lesen Sie auch: Freizeitbad Aquaria in Oberstaufen: „Wir könnten in zwei Wochen aufmachen“)
  • Gastronomie: Der Pächter des Kiosks, Ralf Mayer, hat ein eigenständiges Hygienekonzept erstellt. Für den Kioskbereich ist ein Einbahnstraßen-System notwendig, da rundherum die Abstandsflächen zu gering sind. Die Toilettenanlage wird auf Gastronomie und Bad aufgeteilt. Jeder Bereich erhält drei WCs, ein Bauzaun trennt sie.

Bei der Regel von einer Person pro zehn Quadratmeter gibt es eine Obergrenze von 159 Besuchern im Schwimmbereich

  • Schwimmbereich: Einlasskontrollen übernimmt das Personal des Wonnemar, das für den Badebetrieb verantwortlich ist. Dafür stellt die Stadt eine Holzhütte mit Spuckschutz auf. Um den Besucherstrom zu kontrollieren, ist entweder eine Reservierung über das Ticket-System des Wonnemar möglich oder die Kontaktdaten werden vor Ort erfasst. Wobei die Verwaltung das digitale System bevorzugt, da die Einlasskontrollen dadurch schneller gehen. Besucher werden im Vorfeld auf diese Möglichkeit hingewiesen. Wegen der Schutzmaßnahmen reduziert sich die Gesamtfläche für den Badebetrieb. Die beiden Planschbecken und Umkleidekabinen bleiben geschlossen, Spielgeräte (Schach, Kicker) werden entfernt. Das Volleyball-Feld wird als Liegefläche genutzt. Ausgehend von der Regel aus 2020 mit einer Person pro zehn Quadratmeter Fläche ergibt sich eine Obergrenze von 159 Besuchern: 122 Personen auf den Liegewiesen und unter der Überdachung, 29 im Schwimmerbecken, acht im Nichtschwimmerbecken. Um möglichst vielen Besuchern den Aufenthalt zu ermöglichen, werden zwei Zeitfenster geschaffen: von 10 bis 15.30 Uhr und 16 bis 19 Uhr. Ein Zeitfenster für Frühschwimmer gibt es nicht. Um die Personenzahl im Schwimmbecken zu kontrollieren, liegen in einem Desinfektionsbehälter Armbänder, abgezählt für die zulässige Obergrenze. Damit Badegäste die Gastronomie nutzen können, gibt es einen Durchgang mit Einlasskontrolle. Badegäste erhalten einen Chip, den sie bei der Rückkehr ins Bad wieder abgeben. (Lesen Sie auch: Für Mittagspausen-Schwimmer: Dietmannsried bietet Mittagskarte an)

Das Wasser im Naturbad in Sonthofen-Altstädten wird biologisch aufbereitet

  • Wasserqualität: Es handelt sich um ein Naturbad mit biologischer Wasseraufbereitung. Da es keine chemische Desinfektion gibt, lässt sich laut Verwaltung ein „gewisses Infektionsrisiko“ nicht vermeiden. Um es zu minimieren, soll viel Frischwasser eingeleitet werden. Das hat Folgen für die Kosten: Bei maximaler Frischwasserzufuhr liegt der Aufwand bei 93 000 Euro, bei der Mindestzufuhr bei 80 000 Euro. Im Haushalt sind 79 000 Euro vorgesehen. Sollte der Betrag deutlich überschritten werden, klärt die Verwaltung, wie das ausgeglichen wird.

Mehrere Stadträte wiesen darauf hin, dass das Konzept nur funktioniere, wenn sich jeder Besucher an die Hygieneregeln halte. Als einziger stimmte Dr. Gerhard Wimmer (SPD) gegen das Konzept. Die Öffnung an sich sei eine gute Idee – doch er habe die weiter angespannte Lage auf den Intensivstationen im Blick. Als Arzt könne er mit Blick auf die „hohe Belastung“ des Klinikpersonals nicht zustimmen.

Lesen Sie auch:

Kommentar zum strengen Hygenekonzept für das Bad Altstädten: "Kein wirkliches Vergnügen"

Wonnemar in Sonthofen: Hotel soll Erlebnisbad ergänzen

Lesen Sie auch
##alternative##
Kommentar zum Hygienekonzept für das Freibad Sonthofen-Altstädten

Strenges Hygienekonzept für das Freibad Altstädten: "Kein wirkliches Vergnügen"