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Sonthofen ehrt Barbara Haberstock mit Goldener Ehrennadel

Mit der Goldenen Ehrennadel für besondere Verdienste hat Sonthofens Bürgermeister Christian Wilhelm Barbara Haberstock ausgezeichnet.

Mit der Goldenen Ehrennadel für besondere Verdienste hat Sonthofens Bürgermeister Christian Wilhelm Barbara Haberstock ausgezeichnet.

Bild: Petra Wilhelm

Mit der Goldenen Ehrennadel für besondere Verdienste hat Sonthofens Bürgermeister Christian Wilhelm Barbara Haberstock ausgezeichnet.

Bild: Petra Wilhelm

Die Stadt Sonthofen vergibt eine seltene Auszeichnung an eine Bürgerin. In welchen Bereichen die 75-Jährige besonders aktiv ist und was das mit Peru zu tun hat.
10.08.2021 | Stand: 11:30 Uhr

Es ist eine Auszeichnung, die die Stadt Sonthofen nur selten vergibt: die Goldene Ehrennadel. Wer damit gewürdigt wird, habe sich in besonderem Maße um das Gemeinwohl verdient gemacht, betonte kürzlich Bürgermeister Christian Wilhelm im Stadtrat. Die Kommunalpolitiker hatten einstimmig beschlossen, eine Frau zu ehren, die in vielen Bereichen großen Einsatz zeigt: die gebürtige Sonthoferin Barbara Haberstock.

Die 75-Jährige, die als Lehrerin an der Albert-Schweitzer-Schule aktiv war, hatte bei einem Aufenthalt in Peru die Not von Kindern mit Behinderung erlebt und beschlossen, „ihnen und der Verbesserung ihrer Situation einen Teil ihres Lebens zu widmen“, sagte Wilhelm in seiner Ansprache. 13 Jahre lang leistete sie Entwicklungsarbeit in dem südamerikanischen Land, bis 1992 unter anderem in einer Pfarrei. Ab 1993 war sie für die Gründung und den Bau der Sonderschulen für Kinder mit Lern- und geistiger Behinderung im peruanischen Huaura maßgeblich verantwortlich. „Gründung und Bau gingen auf ihre Initiative zurück“, lobte der Rathauschef.

Sonthoferin bekommt Goldene Ehrennadel der Stadt: Was sie in Peru leistete

Es hatte 1993 in einem gemieteten Zimmer angefangen, 1994 folgte der Bau der eigenen Schule. Im Laufe der Jahre stieg die Zahl der Schüler auf 180. Viele der betroffenen Kinder konnten so gefördert werden, dass sie an die Grundschulen zurückkehrten und zum Teil auch weiterführende Schulen besuchten. 2004 gründete Haberstock den Verein „Ayúdame – Hilf mir“ Sonthofen zur Unterstützung der Schulen in Huaura. Seitdem ist sie auch Vorsitzende des Vereins, der seinen Sitz in der Oberallgäuer Kreisstadt hat.

2007 wurde eine integrative Grundschule in Peru gegründet und gebaut. Die Einrichtungen wurden für 14 Klassen ausgebaut mit Computerraum, Schulküche und Sportplatz. 2018 begann die Gründung und der Bau eines integrativen Kindergartens mit drei Gruppen. „Seit der Rückkehr aus Peru besucht sie die Projekte jedes Jahr auf eigene Kosten, sieht nach dem Rechten und achtet darauf, dass die Fördergelder im Sinne der Förderung verwendet werden“, lobte Wilhelm.

Goldene Ehrennadel: Sonthoferin setzt sich für Kinder mit Behinderung in Peru ein

Nachdem das Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung den entwicklungspolitischen Freiwilligendienst „Weltwärts“ ins Leben gerufen hat, setzte sich Haberstock dafür ein, dass der Sonthofer Verein „Ayúdame – Hilf mir“ als Entsendeorganisation anerkannt wird. 2008 klappte das. Seit 2009 werden jeweils zwei Jugendliche aus Deutschland nach Peru an die Schulen entsandt.

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An der Albert-Schweitzer-Schule hat Haberstock jährlich einen Basar zugunsten des Vereins auf die Beine gestellt. Sie ist auf dem Christkindlmarkt in Sonthofen von Beginn an mit einer Hütte vertreten, um für das Projekt in Peru Spenden zu sammeln, und ebenso von Beginn an treue Begleiterin des Bio-Regionalen/Fairen Marktes in Sonthofen.

Sonthoferin engagiert sich im sozialen Dienst in der Heimat und der Welt

Jahrelang hat sie im Pfarrgemeinderat St. Michael mitgearbeitet, dort die Jugendarbeit aufgebaut und deren Leitung übernommen. Zuvor hatte sie bereits die Pfadfindergruppe für Mädchen geleitet. Acht Jahre lang war sie außerdem in der Pfarrgemeinde Maria Heimsuchung aktiv und hat dort die sozialen Dienste der Laien aufgebaut. Seit ihrem Ruhestand vor zehn Jahren arbeitet sie als ehrenamtliche Demenzhelferin bei der Caritas. „Durch ihre Entschlusskraft und ihre Persönlichkeit“, lobte Rathauschef Wilhelm, „haben Sie weit über das normale Maß hinaus in Sonthofen und der Welt gewirkt und Enormes bewegt.“

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