Neues Projekt bei Sonthofen

"Spätkauf": Startschuss für 24-Stunden-Automat in Erzflöße

„Einkaufen auf 20 Etagen“, bezeichnet Martin Feger sein neues Projekt „Spätkauf“ in Erzflöße. Aktuell führt der 50-jährige Burgberger in dem 24-Stunden-Automaten über 200, vorwiegend regionale, Produkte.

„Einkaufen auf 20 Etagen“, bezeichnet Martin Feger sein neues Projekt „Spätkauf“ in Erzflöße. Aktuell führt der 50-jährige Burgberger in dem 24-Stunden-Automaten über 200, vorwiegend regionale, Produkte.

Bild: Dominik Berchtold

„Einkaufen auf 20 Etagen“, bezeichnet Martin Feger sein neues Projekt „Spätkauf“ in Erzflöße. Aktuell führt der 50-jährige Burgberger in dem 24-Stunden-Automaten über 200, vorwiegend regionale, Produkte.

Bild: Dominik Berchtold

Unternehmer Martin Feger eröffnet einen "Nonstop-Tante-Emma-Laden". Mit dem Projekt will der 50-Jährige regionale Produkte stärken. Kunden können per Whatsapp Wünsche äußern
04.12.2020 | Stand: 19:01 Uhr

Wildsau-Wurz zum Frühstück, Dosen-Leberkäs’ zum Mittagessen und ein Mode-Gutschein für die Liebste auf dem Weg in den Feierabend: Der neue „Spätkauf“ in Burgberg macht’s möglich. Unternehmer Martin Feger führt seit Mitte November den 24-Stunden-Automaten „für alle Geschmäcker“, wie der 50-Jährige sagt. In vier Glaskästen bietet der „Spätkauf“ im Ortsteil Erzflöße im Sonthofer Norden derzeit über 200 unterschiedliche Produkte – dabei setzt Feger vorwiegend auf regionale Partner. „Ich möchte das Bewusstsein für Regionales schärfen“, sagt der Oberallgäuer. „Wenn man schon hier wohnt, kann man auch auf die wertigen Lebensmittel aus der Region zurückgreifen. Außerdem ist die 24-Stunden-Versorgung sehr spannend.“

Nun gibt es Automaten für den Gaumengenuss in der Region bereits zuhauf: Ob Käse in Hüttenberg, Fleisch in Fischen oder Milchprodukte in Thanners. „Aber Raum für einen klassischen Tante-Emma-Laden gab es in Sonthofen bisher nicht“, sagt Feger. Und so hatte der 50-Jährige im Sommer 2019 erstmals die Idee, einen 24-Stunden-Laden ins Leben zu rufen. „Im Familienurlaub im Schwarzwald habe ich einen ähnlichen Automaten gesehen“, erinnert sich Feger. „Das war das Schlüsselerlebnis. Ich wollte so etwas auch in Sonthofen etablieren.“ Ab dem Frühjahr nahm die Idee Formen an – die Verschärfung in der Pandemie, die für Feger „mit Maske fehlende Einkaufsromantik“, beschleunigte seine Pläne.

Ab September habe er potenzielle Lieferanten kontaktiert – die Metzgerei Lang in Sonthofen, Bäckerei Schroth in Oberstdorf, Früchte Frick sowie die Alpe Eschach, aber eben auch der Modehandel Platzhirsch waren begeistert vom Konzept. Der Standort für die Automaten – am Eingang zu Michael Jipps Skiverleih und zu Fegers Geschäft für Teamsportausrüstung – war schnell gefunden.

800 Nutzer verfolgen das Projekt in den sozialen Medien

Seit Mitte November sind die vier Glaskästen offen – und erfreuen sich großer Beliebtheit. Allein in den Sozialen Netzwerken, bei Instagram und Facebook, verfolgen bereits über 800 Nutzer die aktualisierte Produktliste von „Spätkauf“. Das „Einkaufen auf 20 Etagen“, wie es Feger bezeichnet, wird durch unterschiedliche Temperaturzonen für unterschiedliche Lebensmittel ermöglicht. Die gesamte Anlage ist bis zu minus 30 Grad geschützt. „Wir befüllen die Automaten beispielsweise täglich mit frischem Brot. Mit Obst und Gemüse, für Single- oder Kleinfamilienhaushalte, haben wir gerade begonnen“, erzählt Feger. „Bei gewissen Lebensmitteln können wir inzwischen davon ausgehen, dass der Bestand abends leer ist. Die Nachfrage nimmt rapide zu, in allen Altersgruppen.“

Ob Schokoriegel für Schüler auf dem Heimweg, die späte Tüte Chips für den Fußball-Abend auf der Couch oder eben ein Gutschein für Mode, mit dem der nervöse Ehemann am Hochzeitstag um 21 Uhr Schadensbegrenzung betreiben möchte: „Spätkauf soll einer breiten Gruppe ein breites Spektrum anbieten – mit dem Fokus auf die Region“, betont Feger. Wie im Falle des Modehauses Platzhirsch oder von Anjas Genussvielfalt vermietet der 50-Jährige dafür sogar Regale. „Wir sind keine Tankstelle, die für den späten Snack angelaufen wird. Wir haben die Preise, die es auch im Laden gibt“, betont Feger.

Vier Bezahlsysteme, kein Alkohol

Dabei setzt Feger auf technische Erleichterungen: Beide Doppelautomaten verfügen über ein Kassensystem mit Bar- und Kartenzahlung sowie über Googlepay und Applepay. Droht ein begehrter Artikel auszugehen, erhält Feger eine Eilmeldung aufs Handy. Kunden können über die Kontakt-Telefonnummer per Whatsapp sogar Wünsche für neue Produkte äußern. Auf Alkohol bei „Spätkauf“ hat Feger dabei bewusst verzichtet. „Wir wollen keine Anlaufstelle für Nachtschwärmer werden“, sagt der 50-Jährige. „Aber wir haben links einen Automaten für das junge Publikum mit Chips und Red Bull.“ Für alle anderen gibt es die Alternative vom klassischen Bergkäs’, vom Limonenöl oder von der Dattelcreme zur Geisterstunde.