Tourismus-Förderprogramm

Staatliche Investitionshilfe für Gastgeber in der Corona-Krise

Viele Privatvermieter sind in der Corona-Krise durchs Raster gefallen. Jetzt sollen staatliche Hilfen helfen.

Viele Privatvermieter sind in der Corona-Krise durchs Raster gefallen. Jetzt sollen staatliche Hilfen helfen.

Bild: Benedikt Siegert (Archiv)

Viele Privatvermieter sind in der Corona-Krise durchs Raster gefallen. Jetzt sollen staatliche Hilfen helfen.

Bild: Benedikt Siegert (Archiv)

Ein Förderprogramm soll Privatvermietern im Oberallgäu unter die Arme greifen. Doch nicht alle können profitieren. Worauf die Gastgeber achten müssen.
07.12.2021 | Stand: 11:30 Uhr

Als die ersten Pandemie-Wellen zu monatelangen Beherbergungsverboten im Gastgewerbe führten, hatten viele kleine Oberallgäuer Privatvermieter keinen Anspruch auf Corona-Hilfen. Um diesen Gastgebern zu helfen und die gerade für den ländlichen Raum wichtige Tourismuswirtschaft zu stärken, hat die bayerische Staatsregierung jetzt das Förderprogramm „Tourismus in Bayern – fit für die Zukunft“ aufgelegt. Wie man von diesen Zuschüssen profitieren kann, erklärte Bernhard Joachim, Geschäftsführer der Allgäu GmbH, jetzt bei einem Treffen von Vermietern aus den Hörnerdörfern. Die Gastgeberversammlung fand Pandemie-bedingt digital statt.

"50 Prozent gibt es nicht jedes Jahr"

„Eine 50-prozentige Förderung gibt es nicht jedes Jahr“, sagte Joachim. „Das sollte man auf jeden Fall mitnehmen.“ Profitieren können nicht gewerbliche, kleine touristische Beherbergungsbetriebe mit maximal 25 Betten, erklärte der Allgäu-GmbH-Geschäftsführer. „Es gibt die klare Aussage zum Förderprogramm, dass alle profitieren sollen, die bei den Corona-Hilfen durchs Raster gefallen sind.“

Zuschüsse für Digitalisierung, Barrierefreiheit und Nachhaltigkeit

Bezuschusst werden Investitionen in den Bereichen Digitalisierung, Barrierefreiheit, Nachhaltigkeit und Ökologie sowie allgemeine Steigerung der Angebots- und Dienstleistungsqualität. Dazu zählen beispielsweise die energetische Sanierung von Fassaden, der Austausch von Bädern und Küchen, der Austausch von Heiz- und Warmwassersystemen, die Verbesserung der Barrierefreiheit, die Ertüchtigung von Haus- und Klimatechnik, die Anbindung an elektronische Buchungssysteme und das Erstellen von Websites. Nicht unterstützt werden regelmäßig erforderliche Schönheitsreparaturen, Eigenleistungen und die erstmalige Ausstattung von Beherbergungsbetrieben.

Rechtzeitig Förderantrag einreichen

Entscheidend sei jedoch, erklärte Joachim bei der Vermieterversammlung, dass der Förderantrag eingereicht werden muss, bevor die Arbeiten umgesetzt werden. „Wenn ich vorher schon beginne, zeige ich, dass ich die Maßnahme auch ohne Förderung durchführen kann.“ Mehrere Vermieter hatten nachgefragt, ob sie auch für bereits umgesetzte Baumaßnahmen noch Zuschüsse beantragen können.

Im Zweifel Steuerberater kontaktieren

Um von dem Programm profitieren zu können, dürften die Einkünfte der Vermieter im Durchschnitt der letzten drei Steuerbescheide 120.000 Euro im Jahr nicht übersteigen. Joachim empfahl, im Zweifel den Steuerberater zu kontaktieren. Wer die Förderung in Anspruch nehmen will, muss seine Gästebetten zudem im Referenzjahr 2019 mindestens neun Monate touristisch angeboten haben. Die Investition muss bis Ende 2022 durchgeführt und abgerechnet sein. Die Kosten müssen zwischen 4000 und 30.000 Euro liegen. Gewährt werden Zuschüsse von 50 Prozent.

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