Ausdauersport-Event in Burgberg

Spektakel reloaded: 1150 Athleten starten am Samstag bei der Grüntenstafette

Sport Oberallgäu, 15. internationale Grüntenstafette in Agathazell, TSV Burgberg, Ausdauersport, Grünten

Wechselzone am Gipfel: So viel Trubel wie in den vergangenen Jahren dürfte bei der Halbzeit der Grüntenstafette am Jägerdenkmal diesmal wohl nicht herrschen.

Bild: Dominik Berchtold

Wechselzone am Gipfel: So viel Trubel wie in den vergangenen Jahren dürfte bei der Halbzeit der Grüntenstafette am Jägerdenkmal diesmal wohl nicht herrschen.

Bild: Dominik Berchtold

Die Grüntenstafette feiert Comeback nach der Corona-Pause. Der spektakuläre Sechskampf lebt vom traditionellen Charme – und von prominenten Gesichtern.
25.09.2021 | Stand: 07:50 Uhr

Sie stürmen ihn wieder – das Spektakel am Wächter des Allgäus ist zurück. Nach der pandemiebedingten Pause im vergangenen Jahr steigt am Samstag die 16. Grüntenstafette in Burgberg. Ab 13 Uhr nehmen 193 Teams den Sechskampf vom Flugplatz in Agathazell aus in Angriff. „Wir sind alle froh, dass die Stafette wieder stattfindet – das ist trotz der aktuellen Lage auch der Grundton bei den Sportlern“, sagt Marlon Wörndl von „808project“, das den ausrichtenden TSV Burgberg auch heuer bei der Organisation unterstützt. „Klar, wir können nicht wie gewohnt Party machen, die Pandemie dauert an. Aber wir sind sicher, dass die Grüntenstafette ihren Charme behält.“

Starterzahlen seit 2016 verdoppelt

Das belegt die Resonanz in der Region, allein was die Zahlen betrifft: 193 Teams bedeuten 1158 Athleten. Seit dem Wiederaufleben der Stafette 2016 mit 700 Startern hatten sich die Teilnehmerzahlen über 2017 mit 1200 und 2018 mit 1380 verdoppelt. Im Rekordjahr 2019 war der „Wächter“ besonders tapfer, als ihn zum 25-jährigen Bestehen des Events 1500 Athleten stürmten.

Schon nach der Absage der 2020er Veranstaltung im Juli vergangenen Jahres hatte Wörndl mit Blick auf die Corona-Pandemie gesagt: „Ich habe keine Sorge, dass es einen Knick gibt. Die Athleten lieben das Format an sich – und nicht, weil es oft stattfindet. Die Stafette hätte eher gelitten, wenn wir das Format verändert hätten. Ich glaube, die Lust darauf wird wachsen.“ Offenbar ist das so.

Und auch wenn es das kolossale Großereignis der vergangenen Jahre aus gegebenem Anlass auch heuer nicht geben darf – die Veranstalter um das stattliche Helferteam von 300 Leuten haben ein beachtliches Pensum abgespult, um das „Schmuckstück im Oberallgäuer Sportkalender“ auch 2021 gut aussehen zu lassen.

Traditionelle Strecke: Knüppelhart und bewährt

Unverändert, weil traditionell gut, bleibt die Strecke. Im Sechskampf müssen die Teams wie gewohnt im Kampf gegen die Uhr und gegen den Grünten auf 1738 Metern ankämpfen. Vom Start- und Zielgelände in Agathazell geht es für Crossläufer auf 6,4 Kilometer entlang der Nordseite des Grüntens, ehe die Rennradler an der Brauerei Zötler für den Bergsprint über 9,8 Kilometer übernehmen. Der steile Gipfelaufstieg von 3,3 Kilometern und 554 Höhenmetern beginnt bei der Willers Alpe – am Gipfel erfolgt der Wechsel auf die Alpinläufer.

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Weiche Gelenke und harte Knochen braucht der vierte Starter auf seiner Reise abwärts vom Jägerdenkmal. Ab der Oberen Schwand-Alpe schicken die Staffeln die Mountainbiker auf das vorletzte Stück von zwölf Kilometer. Der „Heimläufer“ bringt sein Team ab dem Schießplatz in Winkel nach der letzten Übergabe im 5-Kilometer-Straßenlauf nach Agathazell. Das Event ist über die Jahre bunter, wilder und spektakulärer geworden – die Basis ist geblieben. Allein die beliebte Heldenfeier abends kann es selbstredend nicht geben. Und auch für das Eventgelände am Flugplatz mussten sich die Veranstalter ein Konzept überlegen. „Wir können maximal 1000 Leute gleichzeitig auf das Gelände lassen, insofern wird es Einlasskontrollen geben, damit wir das im Blick haben“, sagt Studte.

TSV-Präsident Studte: „Sicherheit an oberster Stelle“

„Außerdem muss jeder Sportler bei uns vorsprechen – es gelten die 3-G-Regeln. Das ist ein personeller und ein organisatorischer Mehraufwand, aber die Sicherheit steht an erster Stelle.“ Teil des Hygienekonzeptes ist es, dass die Athleten die Startunterlagen nur gegen den Nachweis eines negativen Tests, einer vollständigen Impfung oder der Genesung erhalten. Zudem muss jeder Athlet die Unterlagen abholen.

Das gewohnte Spektakel am Flugplatz wird es also auch nicht mit Zuschauermassen geben. Dass sich Sportverrückte an den bekannten Spots bei den Wechseln tummeln, könne man zwar nicht verhindern, „wir appellieren aber wie bei jeder Veranstaltung an den gesunden Menschenverstand“, sagt Wörndl.

Und so soll die Stafette trotz der Einschränkungen auch im 27. Jahr ein Fest werden – der traditionelle Abschluss des Ausdauersportsommers eben. Triathlon-Legende Hannes Blaschke wird das Rennen am Mikrofon begleiten. Die vom OK-Team als vermeintliche Favoriten eingestuften Mannschaften werden für den Sechskampf mit GPS-Trackern ausgestatten, sodass auch die Öffentlichkeit jederzeit die Möglichkeit hat, live zu verfolgen, wo genau am Grünten sich die großen Namen der Szene gerade rumtreiben. Den entsprechenden QR-Code dazu gibt es auf der Homepage online unter www.gruentenstafette.com.

Neue Sieger und große Namen

Sportlich steht bereits fest: Es wird 2021 einen neuen Triumphator geben, denn die erfolgsverwöhnten fünfmaligen Sieger vom Team „Haschko“ sind heuer nicht dabei. Bei den Frauen und bei den Männern schickt das Sonthofer „Allgäu Outlet Raceteam“ aussichtsreiche Staffeln ins Rennen – in beiden Klassen wird aber „Laufsport Saukel b_faster“ ein Wörtchen mitsprechen wollen. Große Namen der Allgäuer Sportszene haben – mit wechselnden Siegambitionen – ebenfalls gemeldet: Mit dabei sind die Olympiasieger in der Nordischen Kombination, Johannes Rydzek und Vinzenz Geiger, der ehemalige Weltcup-Skilangläufer Sebastian Eisenlauer, Ex-Rad-Profi Sebastian Baldauf, die frühere Skirennläuferin Petra Sturzenegger (Haltmayr) und der Ironman-Sieger Tom Hohenadl.