Politik für Jugendliche

Steht das Jugendparlament Immenstadt vor dem Aus?

Der Vorsitzender Orlando Maier (links) möchte das Jugendparlament wieder an den Schulen vorstellen. Viele Jugendliche wüssten gar nicht was das sei, sagt Claus Alberti, Betreuer im Jugendhaus.

Der Vorsitzender Orlando Maier (links) möchte das Jugendparlament wieder an den Schulen vorstellen. Viele Jugendliche wüssten gar nicht was das sei, sagt Claus Alberti, Betreuer im Jugendhaus.

Bild: Sophia Ungerland

Der Vorsitzender Orlando Maier (links) möchte das Jugendparlament wieder an den Schulen vorstellen. Viele Jugendliche wüssten gar nicht was das sei, sagt Claus Alberti, Betreuer im Jugendhaus.

Bild: Sophia Ungerland

Die Corona-Pandemie hat die Wahlen vereitelt. Der Vorsitzende Orlando Maier will auf die Einrichtung aufmerksam machen, steht aber vor der nächsten Hürde.
11.09.2021 | Stand: 17:00 Uhr

Die Wahlen haben nicht stattgefunden und das Jugendparlament Immenstadt gibt es momentan gar nicht. Mit der Einrichtung sollte das Demokratieverständnis und das gesellschaftliche Engagement der Jugend gefördert werden. Das ist gerade jetzt vor der Bundestagswahl aktuell. Steht das Jugendparlament Immenstadt endgültig vor dem Aus? Im Gespräch mit unserer Redaktion erzählt der ehemalige Vorsitzende, Orlando Maier, von den Herausforderungen, der sich das Jugendparlament stellen muss, und wie es jetzt weiter geht.

„Es haben keine Wahlen stattgefunden“, sagt Maier. Aufgrund der Corona-Pandemie habe er das Jugendparlament nicht wie gewohnt in den Schulen vorstellen können. „Die meisten wissen gar nicht, was ein Jugendparlament überhaupt ist“, sagt Claus Alberti, Betreuer im Jugendhaus, in dem das Parlament seinen Sitz hat. Die Wahlen finden in der Regel im Juli statt und werden von den Schulen organisiert. Teilnehmen können alle Schüler der weiterführenden Schulen in Immenstadt ab der 8. Klasse (siehe Infos weiter unten). Ob es im Juli nächstes Jahr Wahlen geben wird, ist noch ungewiss. Zwar könne über das Jugendparlament auch mit einem Video informiert werden, aber das habe Maier noch nicht umsetzen können. „Mir fehlen die Mittel.“ Damit meint er vor allem die technische Ausrüstung. Solch ein Video solle professionell aussehen.

Keine Wahlen für das Jugendparlament Immenstadt

Maier kenne zwar Jugendliche, die an dem Parlament interessiert seien, aber die müssten erst gewählt werden. Viele der bisherigen Parlamentsmitglieder seien zum Studieren gegangen oder hätten auf eine Schule gewechselt, die nicht an den Wahlen beteiligt ist. Maier hofft darauf, das Parlament heuer wieder in den Schulen vorstellen zu können.

Bei den Bundestagswahlen schätzt Alberti die Wahlbeteiligung junger Menschen als niedrig ein. „Sie haben kein Vertrauen in die Politik“, sagt er. Die meisten Besucher des Jugendhauses sind laut Alberti zwischen 13 und 18 Jahren. Es gebe allerdings auch einige Ältere. Alberti und Susanne Hollerweger, die Betreuer des privaten Jugendhilfe-Trägers Soviko, regen die jungen Leute an, sich über die Programme der Parteien zu informieren.

Vertrauen in Politik fördern: Das Engagement der Jugendlichen

Kann das Jugendparlament helfen, das Vertrauen in die Politik zu fördern? Maier bejaht das und nennt ein Beispiel. Denn die Aktivität des Jugendparlaments ist nicht ganz zum Erliegen gekommen. Über das jährliche Budget seien Möbel für das Jugendhaus beschafft worden. „Die Jugendlichen freuen sich und finden die Stadt besser, weil etwas für sie getan wird“, sagt Maier. Dabei verweist er auch auf die Arbeit der Betreuer von Soviko. „Sie haben aus dem Haus ein Prachtstück gemacht.“ 2020 wurden Räume gemeinsam mit den Jugendlichen renoviert. Die Arbeiten im ersten Stock sollen bald weitergehen. Dort gibt es bereits einen Medienraum mit Leinwand und Beamer. Das Büro soll in ein Spielezimmer mit Musikanlage umgebaut werden. Wichtig ist Alberti, dass die jungen Menschen selbst mit gestalten. „Das Haus soll leben und sich bewegen.“

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Wissenswertes zum Jugendparlament Immenstadt:

Das Immenstädter Jugendparlament hat seinen Sitz im Jugendhaus.

  • Mitglieder: 14; zwei pro Schule und zwei Mitglieder des Jugendhauses
  • Alter der Mitglieder: zwischen 14 und 21 Jahren
  • Amtsperiode: ein Jahr (September bis August)
  • Arbeitsgruppen: Soziales, Werbung und Wahl, Öffentlichkeitsarbeit und Medien, Digitalisierung und Entwicklung, Klima und Umwelt
  • Budget: 1000 Euro im Jahr
  • Wahlberechtigt: Schülerinnen und Schüler ab der 8. Klasse der weiterführenden Schulen in Immenstadt (Quelle: Geschäftsordnung für das Jugendparlament Immenstadt)

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