Mobilfunkvortrag in Bad Hindelang

Strahlenschutz-Fachmann sieht Vorteile im Standard 5G

Professor Lerchl

Professor Lerchl ist ständiges Mitglied in die Strahlenschutzkommission (SKK) des Bundes-Umweltministeriums. Die SSK berät das Ministerium in allen Angelegenheiten des Schutzes vor ionisierenden und nichtionisierenden Strahlen. Dazu gehören zum Beispiel radioaktive Strahlen, Röntgenstrahlen, UV- und Infrarotstrahlen sowie elektromagnetische Felder des Mobilfunks und anderer Sender.

Bild: Bad Hindelang Tourismus/Wolfgan

Professor Lerchl ist ständiges Mitglied in die Strahlenschutzkommission (SKK) des Bundes-Umweltministeriums. Die SSK berät das Ministerium in allen Angelegenheiten des Schutzes vor ionisierenden und nichtionisierenden Strahlen. Dazu gehören zum Beispiel radioaktive Strahlen, Röntgenstrahlen, UV- und Infrarotstrahlen sowie elektromagnetische Felder des Mobilfunks und anderer Sender.

Bild: Bad Hindelang Tourismus/Wolfgan

Prof. Lerchl sagt, dass höhere Frequenzen weniger tief ins Gewebe dringen als frühere Funkwellen. Ändern sich Geninformationen durch elektromagnetische Wellen?
28.07.2021 | Stand: 10:28 Uhr

Über gesundheitliche Folgen, Mythen und Fakten zur Mobilfunkgeneration 5G sprach im Bad Hindelanger Kurhaus Prof. Dr. Alexander Lerchl. Er lehrt seit 2001 an der Jacobs University Bremen. Forschungsschwerpunkt sind potenziell schädliche Effekte von künstlichen magnetischen und elektromagnetischen Feldern, wie sie durch Hochspannungsleitungen, Mobilfunk und Haushaltsgeräte entstehen. Er machte unter anderem klar, dass eine hohe Frequenz, wie bei 5G geplant, viel weniger tief ins menschliche Gewebe eindringt, als frühere Technologien.

Im Zusammenhang mit der Einführung des Mobilfunkstandards 5G, die verbunden ist mit hohen technischen Erwartungen und zugleich mit Befürchtungen betreffend der gesundheitlichen Folgen, untersucht Prof. Lerchl derzeit im Auftrag des Bundesamts für Strahlenschutz die Auswirkungen der sogenannten Millimeterwellen auf den menschlichen Körper. Lerchl ist seit 2009 ständiges Mitglied der Strahlenschutzkommission, ein Beratungsgremium des Umwelt-Bundesamts.

"Ein neuer Standard, keine andere Frequenz"

Zum 5G-Netz sagte der Wissenschaftler in Bad Hindelang: „Das neue 5G-Netz ist zunächst ein neuer Standard, keine andere Frequenz. Im ersten Schritt der Einführung werden Frequenzen genutzt, die heute schon beim Mobilfunk üblich sind – derzeit sind es drei bis vier Gigahertz.“ In einigen Jahren kommen Lerchl zufolge neue Frequenzbänder aus den Bereichen zwischen 26 und 28 Gigahertz hinzu „sowie oberhalb von 40 Gigahertz, die in Zukunft zur 5G-Versorgung mit genutzt werden sollen. Bis dahin soll es neue Erkenntnisse geben“. Weil die Wellenlängen im Bereich von Millimetern liegen, werden diese Frequenzen auch als Millimeterwellen bezeichnet. „Die neue Mobilfunkgeneration wird bis zu 100-mal schneller sein als der bisherige 4G-Standard und Datenübertragungen in Echtzeit ermöglichen“, sagt Lerchl und unterstreicht: „Der Bedarf leitet die Technologie – und der Bedarf der immer mehr digital orientierten Bevölkerung ist groß.“ Auch im medizinischen Bereich mit Online-Ferndiagnosen oder gar Fern-Operationen reiche der jetzige Standard nicht mehr.

Anhand von Zellkulturen der Haut analysiert der Fachmann aktuell, ob sich die Geninformationen durch die elektromagnetische Strahlung verändern. Dabei nimmt er menschliche Hautzellen unter die Lupe, um herauszufinden, was mit den Genen passiert. Das sei eine sehr aufwändige Methode, es müssten zigtausende Gene geprüft werden.

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Für Lerchl steht fest: „Basisstationen sind unbedenklich in Bezug auf Emissionen – Hauptquelle sind die Endgeräte.“ Die Absorption der Funkwellen erfolge zudem ausschließlich in den oberen Hautschichten. „Das heißt: je höher die Frequenz, desto geringer die Eindringtiefe.“ Bei dem bereits abgeschalteten UMTS-Netz, LTE sowie dem D-Netz seien es Zentimeter gewesen, „im Gigahertzbereich werden es Bruchteile von Millimetern sein“. Ein weiterer Vergleich: Die ersten Telefone hatten eine Frequenz von etwa 900 Megahertz. „Diese Strahlung ging seinerzeit wirklich ins Gewebe“.

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