Tennis

Tennishallen in der Krise - drei Oberallgäuer Betreiber schlagen Alarm

Nichts geht mehr: Aktuell sind alle Tennishallen in Bayern geschlossen - der Betrieb ruht, etliche Anlagen haben aber dennoch laufende Kosten.

Nichts geht mehr: Aktuell sind alle Tennishallen in Bayern geschlossen - der Betrieb ruht, etliche Anlagen haben aber dennoch laufende Kosten.

Bild: Karl Aumiller

Nichts geht mehr: Aktuell sind alle Tennishallen in Bayern geschlossen - der Betrieb ruht, etliche Anlagen haben aber dennoch laufende Kosten.

Bild: Karl Aumiller

Die bayerischen Tennis-Hallen sind seit 13. November leer. Drei Oberallgäuer Betreiber zwischen Hoffnung und Sorge.
Nichts geht mehr: Aktuell sind alle Tennishallen in Bayern geschlossen - der Betrieb ruht, etliche Anlagen haben aber dennoch laufende Kosten.
Von Noa Hüper
20.11.2020 | Stand: 15:43 Uhr

Die gute Nachricht machte die Runde, die Hoffnung währte aber nur kurz. Das Gerichtsurteil des Bayerischen Verwaltungshofs sollte die Schließung der Fitnessstudios während des zweiten Lockdowns aufheben – doch zügig reagierte die Landesregierung mit einer Allgemeinverfügung zum Verbot für alle Indoor-Sportarten. Seither, seit dem 12. November, sind Schwimmbäder, Turnhallen, Fitnessstudios und alle Tennishallen stillgelegt.

Florian Popp kritisiert die Beschlüsse

Diese, laut Bayerischem Tennis-Verband „undifferenzierte Maßnahme“, kann auch Florian Popp, Betreiber des Tennisparks in Bad Hindelang, nicht nachvollziehen: „Wir haben uns an alle Auflagen gehalten. Der Unterricht hat mit einzelnen Personen stattgefunden, das hat wunderbar funktioniert“, sagt Popp. „Ich sehe kein Infektionsrisiko, wenn sich zwei Spieler über 25 Meter die Bälle zuschlagen.“

Und auch Lothar Wöhrle (Inhaber Sportpark Fischen) kritisiert: „Unverständlich, dass, alle Individualsportarten in der Halle verboten werden. Wir haben bei uns sehr viel Platz, wodurch die Ansteckungsgefahr meiner Meinung nach äußerst gering ist.“

Für gewöhnlich sind Tennishallen in der Wintersaison stark ausgelastet, deshalb trifft der erneute Lockdown die Hallenbetreiber hart. Obwohl beim Tennis große Abstände zwischen den Spielern gegeben sind, mussten die Sportstätten über Nacht schließen, geplante Trainings abgesagt, Belegungszeiten storniert werden. „Ich habe keine Einnahmen, aber laufende Kosten für Halle und Gaststätte zu decken. Das trifft mich im Mark“, erklärt Popp. Auch Wöhrle sieht die derzeitige Lage als große Gefahr: „Ich kann mir vorstellen, dass einige Tennishallen diese Zeit nicht überleben werden.“

Aber nicht nur deshalb hat der Beschluss für einen Aufschrei in der Tennis-Szene gesorgt. Bereits seit dem Ende des ersten Shutdowns im Frühjahr wurde in den Hallen streng auf die Hygiene-Maßnahmen geachtet. Das Tragen eines Mund-Nasen-Schutzes beim Eintreten und Verlassen der drei Anlagen ist vorgeschrieben und Desinfektionsmittel-Spender stehen bereit. „Die Vorgaben waren recht einfach umzusetzen und stellen somit kein Problem für einen geregelten Tennisbetrieb dar“, sagt Wöhrle.

Anton Liberman: „Hallen groß genug für Trainings“

Zudem sind in der Sonthofer Tennishalle „ein Teil der Duschen und Toiletten gesperrt und die erlaubte Anzahl an Personen in den Umkleidekabinen wurde verringert“, erzählt Betreiber Anton Liberman. Und der Tennistrainer fügt an: „Die Hallen sind groß genug, um wenigstens Einzel-Trainings und -Spiele stattfinden zu lassen.“

Allein um die Auslastung der Tennisanlagen nach dem Lockdown sorgen sich die drei Hallen-Inhaber nicht. „Die meisten Besucher spielen seit Jahren und werden auch nach dem Lockdown kommen“, sagt Liberman. Wann, und unter welchen Umständen die Tennishallen wieder geöffnet werden können, ist nicht geklärt. Florian Popp jedenfalls nimmt den BTV in die Pflicht: „Meiner Meinung nach sollte der Verband gegen die Entscheidung der Landesregierung klagen. Es kann nicht sein, dass Tennishallen und Fitnessstudios, in denen die nötigen Abstände eingehalten werden, zumachen müssen und Profimannschaften Sportarten mit Körperkontakt weiter ausüben dürfen.“

Anton Liberman hofft ebenfalls auf eine baldige Wiedereröffnung: „Ich wünsche mir, dass Anfang Dezember wieder Hallentennis gespielt werden kann, aber allzu optimistisch bin ich nicht.“ Und auch Wöhrle drängt auf eine schnelle Rückkehr seiner Kunden: „Wir könnten und wollen sofort weitermachen. Leider liegt die Entscheidung nicht bei uns.“