Handball-Bezirksoberliga

Thriller zum Auftakt: Sonthofer Handballer feiern Krimisieg gegen Waltenhofen

Laurenz Lakotta war mit sieben Treffern zweitbester Sonthofer Torschütze beim Saisonauftakt gegen den TV Waltenhofen. Vor 500 Zuschauern in der Allgäu-Halle ging es im Derby teils recht hitzig zu.

Laurenz Lakotta war mit sieben Treffern zweitbester Sonthofer Torschütze beim Saisonauftakt gegen den TV Waltenhofen. Vor 500 Zuschauern in der Allgäu-Halle ging es im Derby teils recht hitzig zu.

Bild: Günter Jansen

Laurenz Lakotta war mit sieben Treffern zweitbester Sonthofer Torschütze beim Saisonauftakt gegen den TV Waltenhofen. Vor 500 Zuschauern in der Allgäu-Halle ging es im Derby teils recht hitzig zu.

Bild: Günter Jansen

In einem Schlagabtausch ringt der TSV Sonthofen den TV Waltenhofen zum Saisonstart 27:26 nieder. 500 Zuschauer sehen eine dramatische Schlussphase.
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Von Redaktion Allgäuer Anzeigeblatt
11.10.2021 | Stand: 18:21 Uhr

Derby, Heimauftakt, 500 Zuschauer, Krimisieg: Viel besser konnte der Auftakt in die neue Saison für die Bezirksoberliga-Handballer des TSV Sonthofen nicht laufen. In einem intensiv umkämpften Derby gegen den TV Waltenhofen feierten die Oberallgäuer einen 27:26-Heimsieg.

Bereits zuvor gab es den gesamten Tag über Handball der neugegründeten JSG Alpsee-Grünten zu sehen. Die beiden Handballabteilungen des TV Immenstadt und TSV Sonthofen bilden bei den Jugendmannschaften eine Gemeinschaft. „Ein rundum gelungener Heimspiel-Tag“ für Abteilungsleiter Martin Lubitzsch, an dem den Männern der krönende Abschluss gelang.

Nervöser Beginn vor 500 Zuschauern

Die Gastgeber starteten vor fast 500 Zuschauern in der Allgäu-Halle nach der langen Pause noch sichtlich unsicher – beste Einwurfmöglichkeiten wurden liegen gelassen. Die Gäste aus Waltenhofen nutzten das, um früh 2:0 in Führung zu gehen. Sonthofen konnte sich zwar immer wieder in gute Wurfposition bringen, brauchte allerdings nach drei Minuten einen Siebenmeter durch Redzo Karic, um das erste Saisontor zu erzielen. Der erste Treffer war ein „Hallo-Wach“ für die Gastgeber. Die Abwehr stand weitestgehend sicher und hatte mit Andreas Dahm einen überragenden Hintermann.

Vor 500 Zuschauern in der Allgäu-Halle ging es im Derby teils recht hitzig zu.
Vor 500 Zuschauern in der Allgäu-Halle ging es im Derby teils recht hitzig zu.
Bild: Günter Jansen

Aus dem Deckungsverband konnte man das schnelle Umschaltspiel aufziehen und von den Gästen meist nur unfair gestoppt werden. Besonders Lukas Fröhlich war bei zwei Versuchen bereits „frei durch“, ehe sein Gegenspieler ihn rüde stoppte. Doch auch das brachte das Team vom Trainerduo Heldt/Gladyschew nicht aus dem Tritt. Der TSV spielte offensiv konsequent die Konzepte aus und so gelang durch einen Doppelschlag von Fröhlich und Karic mit dem bereits dritten Strafwurf die Führung zum 5:4.

Beide Torhüter in Topform

Nach schöner Einzelaktion von Laurenz Lakotta wirkte sich das allmählich auch auf die Stimmung auf den Rängen aus. Trotz der immensen Intensität war es eine fair geführte Partie. Ralf Günter stellte mit seinem Treffer zum 10:7 erstmals auf eine Drei-Tore-Führung. Die bis dato größte Führung im Spiel hielt Sonthofen zwar stabil, es gelang den Gastgebern aber nicht, sich weiter abzusetzen. Vor allem die gehaltenen Siebenmeter von Dahm und Alex Gladyschew trugen dazu bei, dass der TSV auch zur Pause mit 13:10 in Front lag.

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„Mit der Abwehr können wir zufrieden sein. Zehn Gegentore zur Halbzeit sind okay. Aber im Angriff müssen wir noch konzentrierter abschließen“, mahnte Sven Heldt. Trotzdem kamen die Gäste aus Waltenhofen wieder besser in den zweiten Durchgang. Bei den Gastgebern wollte zunächst nicht alles klappen. Es dauerte fast fünf Minuten, bis der TSV wieder traf. Dennoch waren es in der Phase die Waltenhofener, die besser im Spiel waren. Die Angriffskonzepte der Sonthofer gingen zu dem Zeitpunkt nicht auf, weil es an der letzten Konsequenz fehlte.

Oberallgäuer Derby mit Paraden, Tempo und harte Abwehr

So arbeiteten sich die Gäste Tor um Tor heran und glichen nach 42 Minuten zum 17:17 aus. Das Spiel war nun ein offener Schlagabtausch. Auf ein Tor der Sonthofer folgte prompt die Antwort des TVW. Auch ein Doppelschlag von Laurenz Lakotta, der innerhalb von zwölf Sekunden zwei Treffer erzielte, brachte Sonthofen nicht den erhofften Befreiungsschlag. Waltenhofen war nicht abzuschütteln und erzielte den Ausgleich zum 20:20 (44.). Die Partie bot nun alles, was den Handballsport ausmacht. Doppelparaden von Dahm, Tempospiel, harte Abwehrarbeit und zwei Mannschaften auf Augenhöhe. Vor allem TSV-Rückraumspieler Redzo Karic war in dieser Phase unverzichtbar.

Als es in die Schlussphase ging, hatten die Gastgeber allerdings eine kleine Schwächephase und die Gäste nutzen diese vier Minuten vor Ende zur 26:24-Führung. Doch die Partie kippte immer noch nicht. Heldts Schützlinge kämpften weiter um jeden Zentimeter und hatten bei nur 21 Sekunden Rest-Spielzeit die Chance auf das Führungstor. Nach einem sehenswerten Angriff schloss Lukas Fröhlich von Linksaußen zum 27:26 für seine Sonthofer ab und besiegelte den Sieg in einem echten Thriller. „Eine unglaubliche Teamleistung, bei der man eigentlich niemanden herausheben möchte, aber die Torhüter haben beide sensationell gespielt“, lobte Sonthofens Coach Sven Heldt. (lak)