Radsport

"Top-Event": 140 Athleten beim Andreas-Brandl-Rennen in Sonthofen

Eine Spitzengruppe – wie hier auf dem Weg nach Margarethen – führte das Feld lange Zeit an, ehe sich der spätere Sieger absetzte. 15 Mal mussten die Rennradler die 3,6 Kilometer lange Schleife im Hauptrennen absolvieren.

Eine Spitzengruppe – wie hier auf dem Weg nach Margarethen – führte das Feld lange Zeit an, ehe sich der spätere Sieger absetzte. 15 Mal mussten die Rennradler die 3,6 Kilometer lange Schleife im Hauptrennen absolvieren.

Bild: Chris Gollhofer

Eine Spitzengruppe – wie hier auf dem Weg nach Margarethen – führte das Feld lange Zeit an, ehe sich der spätere Sieger absetzte. 15 Mal mussten die Rennradler die 3,6 Kilometer lange Schleife im Hauptrennen absolvieren.

Bild: Chris Gollhofer

Der RSV Sonthofen ist stolz auf die gelungene Ausrichtung des Andreas-Brandl-Rennens an der „Hofener Rampe“. Organisator Richard Wolf freut sich über starken Nachwuchs.
21.09.2020 | Stand: 19:15 Uhr

Sie hatten die Hoffnung fast aufgegeben, mussten bis zuletzt zittern, haben in einer Hauruck-Aktion ein Rennen auf die Beine gestellt – und sie wurden belohnt. Es waren nicht nur spätsommerliche Traumbedingungen, die die achte Auflage des Andreas-Brandl-Gedächtnisrennens in Sonthofen zum gelungenen Event gemacht haben: 140 Radsportler haben die Bemühungen honoriert – und die Erwartungen der Organisatoren übertroffen. „Wir wurden mehr als nur belohnt. Es war ein geglücktes Top-Event“, sagt Richard Wolf, Vorsitzender des RSV Allgäu Outlet Sonthofen. „Alle haben sich an die neuen Regeln gehalten. Und gleichzeitig hat man gespürt, dass die Leute sich freuen, dass es wieder rundgeht. In diesem Sinne war es für uns eine Mutprobe. Und sie ist geglückt.“

Wolf: "Viel umgestellt, aber es war zu stemmen"

Tatsächlich hatte der ausrichtende RSV lange um die Veranstaltung, die an den verstorbenen ehemaligen Jugendtrainer Andreas Brandl erinnert, gebangt. Schließlich führte die Schleife die Rennradler über 3,6 Kilometer von der Eissporthalle nach Margarethen hoch und über Hofen zurück. „Wir haben umgestellt, haben viel mehr Absperrungen errichten, Plexiglaswände aufstellen und in vielen Bereichen andere Dinge beachten müssen, als das in der Vergangenheit der Fall war“, ergänzt Wolf. „Aber alles in allem war der Aufwand in diesem Jahr zu stemmen.“ Der 35-Jährige, selbst sechsmal Starter beim Brandl-Rennen, konzentrierte sich heuer auf seine Rolle als Sprecher und „Überwacher“. Ihm zur Seite sprang in der Ausrichtung sein stellvertretender Vorsitzender, Matthias Baldauf.

Und der 25-Jährige, der zudem für die Streckensicherung und die Koordination mit den Sponsoren zuständig war, lobte allen voran die „konstruktiven Gespräche mit den Landwirten, mit den Anwohnern, die wir immer mit ins Boot holen wollen“, sagt Baldauf. „Das ist heuer sehr gut gelaufen, und das spricht für einen guten Ablauf.“

Spitzengruppe führt das Feld lange an

Dieser schlug sich auch im Rennen nieder. Denn zum Höhepunkt durften die Amateure ran. Hier hatte der RSV das Teilnehmerfeld wegen der hohen Nachfrage sogar auf 60 limitieren müssen – 52 Sportler aus Göttingen, Unna, Mannheim und aus Passau wagten sich letztlich an den Start am Eisstadion.

Aus Sicht der „grün-weißen“ Lokalmatadore vom RSV Allgäu Outlet Sonthofen gingen neben Baldauf auch Christoph Kirchbihler, Oliver Keppeler, Timo Albrecht und Marc Richter an den Start. Und in der namhaften Konkurrenz schafften es zumindest Baldauf und Albrecht, sich nach drei der insgesamt 15 Runden in einer elfköpfigen Gruppe abzusetzen. Der Sonthofer Mitfavorit Christoph Kirchbihler wurde allerdings früh von einem technischen Defekt ausgebremst.

Andreas-Brandl-Rennen
Lokalmatadore vor dem Start: die RSV-Athleten Matthias Baldauf (Mitte), Timo Albrecht (Zweiter von links), Christoph Kirchbihler (links) und Franz Bayrhof (rechts).
Bild: Chris Gollhofer

Derweil harmonierte die Gruppe vorne gut in der Zusammenarbeit und fuhr einen komfortablen Vorsprung von einer Minute heraus. Während sich die ersten Teilnehmer vorzeitig verabschiedeten, weil sie zu keinem schwungvollen Pedaltritt mehr fähig waren, wurde die Spitzengruppe fünf Runden vor Schluss zerlegt.

Oliver Mattheis siegt als Solist

„Timo hatte eine starke Form, er fährt zurzeit wahnsinnig ambitioniert“, lobt Baldauf seinen Teamkollegen. „Ich musste aber nach einigen Runden in der Gruppe abreißen lassen.“ Zunächst mussten vier Fahrer die Gruppe am Berg ziehen lassen, ehe sich eine Runde vor Schluss der spätere Sieger, Oliver Mattheis vom RSC Kempten, von den restlichen Fahrern absetzte und letztlich ungefährdet zum Sieg fuhr.

Dahinter entschied Levi Meßmer aus Wangen das Sprintduell vor Benjamin Koch aus Göppingen für sich. Bester RSV-Fahrer wurde auf Rang acht Timo Albrecht, gefolgt von Matthias Baldauf als Neunter und Oliver Keppeler.

Gute Bilanz beim Nachwuchs

Zuvor bereits hatte der RSV die Nachwuchs-Klassen ins Rennen geschickt. Bei der U 11, die die Bergschleife dreimal absolvieren mussten, gewann Linus Sturm vom RSV Rheinzabern vor der zwölfjährigen Mia Schechinger. Dritter wurde der erst acht Jahre alte Emil Kreuchauf aus Sonthofen. In der U 13 (fünf Runden auf der Strecke) triumphierte Luan Elsäßer aus Ravensburg vor Niklas Look und Niklas Kuznik. Beim Rennen der U 15 letztlich bezwangen die ältesten Talente die 700 Höhenmeter und 25,5 Kilometer in unter 47 Minuten. Der Sieger hieß Max Weiss aus Landshut vor den Fahrern aus Ellmendingen und aus Unna.

Premiere feierte im Rahmen des Brandl-Rennens heuer das „Erste-Schritt-Rennen“. Hier bot der RSV Sonthofen kleineren Kindern zwischen drei und neun Jahren eine Plattform, um sich auf dem Rennrad zu versuchen. „Wir sind glücklich, dass wir 15 Kindern die Chance gegeben haben“, sagt Wolf. „Die Streckenauswahl mit der flachen Zwei-Kilometer-Runde war top gewählt. Vielleicht bleibt der ein oder andere dabei.“

Und so freuten sich Wolf, Baldauf und Co. über ein gelungenes Event – das war, darin ist sich das RSV-Führungsduo einig, vor zwei Wochen so nicht abzusehen. „Alle Mitwirkende um Polizei, Stadt und Rotes Kreuz waren ausnahmslos zufrieden mit dem Rennen. Wir wollten schließlich auch allen zeigen, dass wir die Sache ernst nehmen und eine Veranstaltung auf die Beine stellen, die Hand und Fuß hat“, sagt Wolf. Der 35-jährige RSV-Boss war umso glücklicher damit, dass die durchweg positive Resonanz der Fahrer nicht lange auf sich warten ließ. „Wenn die Teilnehmer den Aufwand betreiben, sich nach der Veranstaltung noch einmal zu melden, spricht das für das Event“, sagt Wolf. „Alle waren so erfüllt, dass wir das Rennen gemacht haben.“