Jetzt herrscht Klarheit um ihren Tod

Hündin "Malou" bricht plötzlich zusammen und stirbt: Es war Gift

Die Dalmatiner-Hündin Malou wurde Anfang August im Bereich des Inselsees in Immenstadt mit dem Insektizid Carbofuran vergiftet.

Die Dalmatiner-Hündin Malou wurde Anfang August im Bereich des Inselsees in Immenstadt mit dem Insektizid Carbofuran vergiftet.

Bild: Sandra Bürkle

Die Dalmatiner-Hündin Malou wurde Anfang August im Bereich des Inselsees in Immenstadt mit dem Insektizid Carbofuran vergiftet.

Bild: Sandra Bürkle

Anfang August war die Dalmatiner-Hündin in Blaichach plötzlich zusammengebrochen. Die Blutanalysen bestätigen nun, dass Malou durch ein Insektizid starb.
10.09.2021 | Stand: 18:30 Uhr

Nun herrscht Gewissheit um den Tod einer Hündin in Blaichach. „In ihrem Blut sind geringe Rückstände des Giftstoffs Carbofuran festgestellt worden“, sagt Axel Fuchs, Leiter der Polizeiinspektion Immenstadt. Das Tier war Anfang August in einer Tierarztpraxis gestorben. Eine Urlauberfamilie aus Konstanz hatte den Vierbeiner dorthin gebracht, weil er Vergiftungserscheinungen zeigte und sich nicht mehr auf den Beinen halten konnte. „Wir haben der Hündin nach dem Tod Blut abgenommen und eingeschickt“, sagt Tierärztin Lisa Röder. Was damals nur eine Vermutung war, bestätigt sich jetzt: Die elf Monate alte Dalmatinerhündin wurde mit Carbofuran vergiftet.

„Wir sind unheimlich wütend, dass nicht nur unserer Hündin Schmerz zugefügt wurde, sondern uns allen“, sagt die Besitzerin Sandra Bürkle. Die Hündin Malou hatte das Gift vermutlich im Bereich des Inselsees bei Immenstadt aufgenommen. Mitte August war die Familie aus Konstanz zum Urlaub im Allgäu. Nur kurz nachdem die Familie am See angekommen war, habe etwas mit Malou nicht gestimmt, sagt Bürkle. „Auf dem Weg zum Auto ist sie komisch gelaufen.“

Hündin stirbt in Blaichach: Sie hatte einen Giftköder gefressen

Die 45-Jährige dachte zuerst, die Hündin habe einen Stein zwischen den Ballen der Pfote. „Doch auf einmal hat sie angefangen zu zittern“, erzählt die Besitzerin. Danach habe sich ihr Zustand wieder etwas gebessert. „Sie spielte am Auto mit ihrer Decke. Kurze Zeit später ist sie zusammengebrochen und hat mich verzweifelt angeschaut“, erzählt Bürkle. Auf dem Weg zur Tierklinik nach Blaichach verschlechtere sich der Zustand der jungen Hündin rapide. Kurze Zeit später war das Tier tot.

„Ich habe alles versucht, ich konnte aber nichts mehr machen. Wir wussten ja auch nicht, welches Gift sie verschluckt hat“, sagt die Tierärztin. Klarheit brachte nun das Ergebnis der Blutanalyse. Carbofuran ist ein Insektizid, das in der EU seit 2008 verboten ist. Laut Landesbund für Vogelschutz sterben daran immer wieder auch Wildvögel. Eine streng geschützte Wiesenweihe war im Frühsommer bei Bolsterlang verendet. Sie starb laut Landesbund für Vogelschutz ebenfalls an Carbofuran.

Besitzerin der Hündin in Blaichach ist fassungslos über den Gift-Tod

„Wir sind fassungslos, dass Malou an einem Gift verstorben ist, das seit 13 Jahren verboten ist.“ Keiner lege unbeabsichtigt eine verbotene, hoch toxische Substanz aus. Klar ist: Die Hündin muss das Gift irgendwo im Bereich des Inselsees aufgenommen haben, denn das toxische Insektizid wirkt innerhalb weniger Minuten.

Lesen Sie auch
##alternative##
Malou brach zusammen und starb

Ein Hund stirbt plötzlich: War es ein Giftköder?

„Damit ein Hund stirbt reicht schon eine kleine Menge aus“, sagt Röder. „Ich denke es wurde in Form von Ködern aufgebracht, eingepackt in ein Fleischstück oder darin getränkt.“ Sicher könne man das aber nicht sagen. Der Schmerz bei den Betroffenen sitzt tief – gerade jetzt, wo klar ist, dass jemand das verbotene Gift mit Absicht ausgelegt hatte. „Ich müsste mich sehr zusammen nehmen, höflich zu bleiben wenn der Verursacher vor mir steht“, sagt Bürkle. „Und eigentlich ist da jedes Wort zu viel, weil es bei solchen Menschen nicht ankommt.“ Dennoch sollten sie darüber nachdenken, welche Schmerzen sie den Tieren zufügen – und den Menschen, die die Tiere lieb gewonnen haben, erklärt die Besitzerin von Malou.

Hündin in Blaichach stirbt an Giftköder: Verdächtige Menschen melden

Was kann getan werden, um solche Schicksale in Zukunft zu verhindern? Tierärztin Lisa Röder hat einen Tipp: Wer eine verdächtige Person beobachte, die im Wald, auf Feldern oder am See etwas fallen lässt, solle sofort kontrollieren, ob es sich dabei um einen Giftköder handeln könnte. In diesen Fällen solle dann auch gleich die Polizei verständigt werden.

Lesen Sie auch: Richtiges Verhalten in den Alpen: "Es kommt dann auch mal vor, dass wir Posts löschen lassen"