Anmeldungen bis 30. April

Ein Stück Tränchenkuchen für Trauernde: die Aktion des Trauercafés Immenstadt

Trauercafé to go

Der „Tränchenkuchen“ soll am Samstag verteilt werden.

Bild: Regina Krautwig

Der „Tränchenkuchen“ soll am Samstag verteilt werden.

Bild: Regina Krautwig

Für den 1. Mai haben die zwei Frauen des Trauercafés in Immenstadt eine To-Go-Aktion auf die Beine gestellt. Wie die Initiatorin auf die Idee für das Café kam.
28.04.2021 | Stand: 19:03 Uhr

Regina Krautwig fiel es wie Schuppen von den Augen, als sie von Ehemann Helmut erfuhr, welch leckeren Kuchen eines Kollegen er am Arbeitsplatz gegessen habe. Als der Gatte vom „Tränchenkuchen“ erzählte, „erwachte ich aus dem Dornröschenschlaf“, erzählt die Initiatorin des Trauercafés in Immenstadt, das seit über 13 Jahren all jenen Trost spendet, die einen geliebten Menschen verloren haben.

Überall gebe es Speisen und Getränke zum Mitnehmen, „warum nicht auch ein Trauercafé to go auf die Beine stellen“, dachte sich Krautwig, nachdem die Einrichtung seit einem halben Jahr geschlossen ist. „Tränchenkuchen war das Stichwort, das mich darauf brachte, Trauernden ein Angebot zu unterbreiten, für die es aufgrund der einzuhaltenden Distanz kaum Möglichkeiten gibt, ein ganz klein wenig Trost zu finden.“

Tränchenkuchen für alle Trauernden am 1. Mai: Anmeldungen noch bis Freitag

Deshalb verteilt Krautwig zusammen mit Birgit Hagen vom Trauercafé-Team die Kuchenstücke am Samstag, 1. Mai, zwischen 10 und 12 Uhr vor der evangelischen Kirche in Immenstadt – unter Einhaltung der Corona-Regeln – an alle Trauernden, die bis Freitag (12 Uhr) bei Krautwig oder Hagen anrufen. „Eine Rückmeldung ist unbedingt erforderlich, um die Kuchenmenge einschätzen zu können“, betont Krautwig. Das Rezept möchte sie nicht verraten. „Die Interessierten sollen ja überrascht werden.“ Diejenigen, die ein Stück „Tränchenkuchen“ am Samstag abholen oder abholen lassen, wenn sie selbst dazu nicht in der Lage sind, sollen zu Hause gegen 15 Uhr bei einer Tasse Kaffee oder Tee das Backwerk genießen.

„Wir werden uns dann innerlich miteinander verbinden, gemeinsam eine Kerze anzünden und an die geliebten Menschen denken, die von uns gegangen sind“, beschreibt die Initiatorin der Aktion das gemeinsame Ritual. Denn viele würden in der Corona-Pandemie nach einem Begräbnis und einer anschließenden Trauerfeier im engsten Familienkreis oft alleine zu Hause sitzen und könnten aufgrund der Hygienemaßnahmen nicht gemeinsam mit Freunden und Bekannten Abschied von einem nahe stehenden Menschen nehmen. „Selbstverständlich dürfen auch Betroffene an diesem Ritual teilnehmen, die sich keinen Kuchen abholen, denn eine Kerze hat sicher jeder zu Hause“, sagt Krautwig.

Was die Initiatorin des Trauercafés in Immenstadt antreibt

Mit der „Tränchenkuchen-Aktion“ will Krautwig Trauernden die Möglichkeit geben, mit Gleichgesinnten zu spüren, „was viele nach dem Tod eines Angehörigen durchmachen und fühlen. Das gemeinsame Gedenken wird sicher allen guttun, auch wenn dabei die eine oder andere Träne fließt“. Den Beteiligten des „Trauercafés to go“ will Krautwig am Samstag vermitteln, „dass jemand in Gedanken da ist und einen auffängt“.

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Die Immenstädterin hat bereits eine weitere Idee. Sie möchte Trauernde im Juni bei einer Online-Videokonferenz zusammenbringen, um sich im Internet bei Kaffee und Kuchen gemeinsam auszutauschen, damit der Kontakt untereinander nicht verloren geht. Bis wir uns wieder im Trauercafé treffen können, wird wohl noch einige Zeit vergehen“, glaubt die 66-Jährige.

Telefonische Anmeldungen für ein Stück „Tränchenkuchen“ sind bis Freitag, 12 Uhr, bei Regina Krautwig (08323/987122) und Birgit Hagen (08323/9892696) möglich.

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