Quelle

Trinkwasser für Kierwanger: Mit UV-Licht gegen Keime

Bei der feierlichen Eröffnung des Quellschachts in Kierwang: Bürgermeister Rolf Walter (Bolsterlang, links). Rechts neben ihm sind die Rathauschefs Frank Fischer (Obermaiselstein) und Alois Ried (Ofterschwang).

Bei der feierlichen Eröffnung des Quellschachts in Kierwang: Bürgermeister Rolf Walter (Bolsterlang, links). Rechts neben ihm sind die Rathauschefs Frank Fischer (Obermaiselstein) und Alois Ried (Ofterschwang).

Bild: Silvia Reich-Recla

Bei der feierlichen Eröffnung des Quellschachts in Kierwang: Bürgermeister Rolf Walter (Bolsterlang, links). Rechts neben ihm sind die Rathauschefs Frank Fischer (Obermaiselstein) und Alois Ried (Ofterschwang).

Bild: Silvia Reich-Recla

120 000 hat die Gemeinde Bolsterlang in einen neuen Schacht für sauberes Trinkwasser investiert. Wie UV-Licht sicherstellen soll, dass das Wasser keimfrei ist.
28.07.2020 | Stand: 12:00 Uhr

Früher war da nur ein ebenerdiger, runder Deckel über einem tief liegenden Wasserbehälter. Heute ist der Quellsammelschacht oberhalb von Kierwang hinter einem mit Gittersteinkörben verkleideten Gebäude. Der Schacht ist begehbar, es gibt darin Licht und Luft. In blaue Kunststoffbecken sprudelt das Wasser der Quellen Knißl und Gsäß. Von dort fließt es weiter in den daneben liegenden Hochbehälter und dann in 210 Haushalte der Bolsterlanger Weiler Kierwang, Bauhof und Dietrichs.

120 000 Euro investierte Bolsterlang in diesen neuen Schacht, um aktuellen hygienischen Anforderungen gerecht zu werden. Bürgermeister Rolf Walter spricht bei einer Feierstunde von „der Pflichtaufgabe der Kommune, für gutes Trinkwasser zu sorgen“. Es sei „bestes Gebirgswasser“. Um den strengen hygienischen Anforderungen gerecht zu werden, wird es nebenan im Hochbehälter (950 Meter hoch) dennoch mit UV-Licht bestrahlt. Das Trinkwasser muss keimfrei sein. So ist die gesetzliche Vorgabe.

Bauzeit: Mai bis Juli

Weil aber weiter oben in die beiden Quellfassungen im Wald bei Starkregen doch einmal Keimhaltiges ins Trinkwasser gelangen könnten, geht die Gemeinde auf Nummer sicher mit einer UV-Desinfektion. So werden Bakterien abgetötet, Mineralstoffe aber nicht. Das versichern zumindest die Unternehmen, die eine UV-Entkeimung anbieten. Der frühere Quellsammelschacht aus den 1960-er Jahren war nicht mehr zeitgemäß, sagt der Bürgermeister. Ein schwerer, runder Schachtdeckel (wie bei einem großen Straßengully) wurde früher angehoben. Die Mitarbeiter mussten, wenn es nötig war, eine Metallleiter in einen dunklen Wasserschacht steigen. Jetzt sind die Kierwanger technisch und hygienisch auf aktuellem Stand mit dem modernen Quellsammelschacht, der auch anzeigt, wie viel Wasser die Quellen schütten. Früher musste das noch umständlich berechnet werden. Der neue Schacht wurde von Mai bis Juli gebaut.

80000 Kubikmeter Wasser in Bolsterlang

Der Hauptort Bolsterlang hat eine eigene Wasserversorgung, sagt Klaus Fischer, Leiter des technischen Bauamts der Verwaltungsgemeinschaft (VG) Hörnergruppe (mit Fischen, Ofterschwang, Obermaiselstein, Balderschwang und Bolsterlang). Im Ort Bolsterlang würden jährlich 80 000 Kubikmeter Wasser verbraucht, im kleinen Kierwang (mit Dietrichs und Bauhof) sind es 15 000 bis 20 000, sagt Wasserwart Florian Bader. Überall in der VG stamme das Leitungswasser von Bergquellen und fließe abwärts, „sodass man keine Pumpen braucht“, sagt VG-Vorsitzender Alois Ried aus Ofterschwang. Eine Ausnahme mache Fischen mit einem Tiefbrunnen.