Nach Starkregen

Unwetterschäden im südlichen Oberallgäu: Landrätin ruft zu Spenden auf

Straßenschäden

Für massive Schäden haben die Sturzfluten am Montag im südlichen Oberallgäu gesorgt. An manchen Stellen – wie hier in Rettenberg – sind Straßen unterspült worden. Dadurch wurden Teile des Asphalts angehoben und verschoben.

Bild: Benjamin Liss

Für massive Schäden haben die Sturzfluten am Montag im südlichen Oberallgäu gesorgt. An manchen Stellen – wie hier in Rettenberg – sind Straßen unterspült worden. Dadurch wurden Teile des Asphalts angehoben und verschoben.

Bild: Benjamin Liss

Nachdem Wassermassen im Oberallgäu gewütet haben, bittet Indra Baier-Müller Bürger um Spenden. Welche städtischen Gebäude in Sonthofen betroffen sind.
28.07.2021 | Stand: 18:42 Uhr

Nach dem heftigen Unwetter, das am Montag für erhebliche Schäden im südlichen Oberallgäu gesorgt hat, appellieren nun Kommunalpolitiker, Betroffene finanziell zu unterstützen. Landrätin Indra Baier-Müller machte sich in Rettenberg selbst ein Bild von der Lage zusammen mit Bürgermeister Nikolaus Weißinger und dem Leiter des Wasserwirtschaftsamtes Kempten, Karl Schindele. „Wir werden unser Möglichstes tun, um den Betroffenen zu helfen“, sagte Baier-Müller. Zwar sind die Auswirkungen im Oberallgäu nicht so massiv wie im Westen Deutschlands. Trotzdem seien erhebliche Schäden entstanden – für Einzelne bereits zum wiederholten Mal. Die Finanzhilfen der bayerischen Staatsregierung alleine würden sicherlich nicht ausreichen, um das aufzufangen, teilt Baier-Müller weiter mit. Sie ruft alle Oberallgäuerinnen und Oberallgäuer dazu auf, Solidarität zu zeigen und für Betroffene des Starkregens zu spenden. Dafür wurde ein eigenes Konto eingerichtet. (Lesen Sie auch: Hochwasser im Oberallgäu: "Wir standen knietief im Schlamm")

Landtags-Vizepräsident Alexander Hold fordert Soforthilfen fürs Oberallgäu und Kempten

Landtags-Vizepräsident Alexander Hold fordert Soforthilfen für den Landkreis und die Stadt Kempten. Die Staatsregierung habe kürzlich eine finanzielle Unterstützung beschlossen für Menschen, in deren Landkreis oder Stadt die Sturzfluten besonders gewütet haben. „Bis zu 50 Millionen Euro stehen für die Beseitigung der entstandenen Schäden bereit“, teilt Hold mit. Er habe deshalb einen Antrag beim bayerischen Finanzminister Albert Füracker gestellt, auch das Oberallgäu und Kempten zu berücksichtigen.

An mehreren städtischen Gebäuden in Sonthofen sind Schäden entstanden

Unterdessen hat Sonthofens Bürgermeister Christian Wilhelm am Dienstagabend im Stadtrat eine vorläufige Bilanz präsentiert, in welchen städtischen Gebäuden die Auswirkungen der Wassermassen besonders deutlich zu sehen sind. Am größten sei der Schaden im Kindergarten Nord. „Das Wasser kam über die Gullis im Kellergeschoss ins Gebäude“, berichtete der Rathauschef. Die Feuerwehr und das Personal habe mit dem Hausmeister das Wasser beseitigt und aufgeräumt. Bei der Grundschule an der Berghofer Straße habe es einen Rückstau durch den Kanal gegeben. Der Schaden sei dort nicht so groß und von Hausmeister und Schulleitung behoben worden. „Bei der Turnhalle an der Berghofer Straße, wo es öfters schon einmal Probleme gab, wurden wir verschont“, sagte Wilhelm. Bei der Realschule liefen die Sturzfluten in einen Lichtschacht, stauten sich auf und liefen in den Werkraum. Dort wurde das Wasser abgesaugt. An einem Wandanschluss des Flachdaches sei ebenfalls Nässe eingedrungen, der Schaden aber insgesamt gering. (Lesen Sie auch: So viel Regen: Unwetter in Rettenberg und Sonthofen war ein "Jahrhundertereignis")

Geringe Schäden am Rohbau des Heimthauses

In der Allgäu-Sporthalle sei durch den vielen und kalten Regen in den ungedämmten Abflussleitungen unter dem Flachdach, wo es im Zwischenraum von Dach und abgehängter Decke sehr warm war, Kondenswasser entstanden. Das tropfte in die Halle. Beim Haus Oberallgäu habe es einen Rückstau durch vollgelaufene Gullis gegeben, das Wasser wurde vom Personal abgesaugt. Beim Heimathaus stauten sich die Fluten vom Kanal in den Keller durch die neu verlegten, aber noch nicht angeschlossenen Leitungen im Freien. Da das Gebäude noch ein Rohbau ist, sei der Schaden gering.

Insgesamt, fasste der Bürgermeister zusammen, sei Sonthofen im Vergleich zu Kommunen im Umkreis „glimpflich davongekommen“. Er dankte allen Helfern, die im Einsatz waren – vor allem der Feuerwehr, die auch in Burgberg und Blaichach geholfen habe. „Ohne sie wäre es für viele noch schlimmer gekommen.“

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