15 Millionen investiert

Verbandskläranlage in Immenstadt soll bis 2030 klimaneutral werden

Die Verbandskläranlage im Immenstädter Stadtteil Thanners soll bis 2030 komplett klimaneutral werden.

Die Verbandskläranlage im Immenstädter Stadtteil Thanners soll bis 2030 komplett klimaneutral werden.

Bild: Luke Maguire

Die Verbandskläranlage im Immenstädter Stadtteil Thanners soll bis 2030 komplett klimaneutral werden.

Bild: Luke Maguire

Die Verbandskläranlage in Immenstadt soll autark werden. Dafür investiert der Abwasserverband Obere Iller in den kommenden fünf Jahren 15 Millionen Euro.
24.01.2023 | Stand: 05:30 Uhr

Bis 2030 will der Abwasserverband Obere Iller (AOI) komplett autark sein. Dafür investiert er in den nächsten fünf Jahren insgesamt 15 Millionen Euro. Bei einem Besuch des bayerischen Umweltministers Thorsten Glauber (Freie Wähler) stellten Verbandsvorsitzender Dieter Fischer und Geschäftsleiter Siegfried Zengerle die Pläne vor.

Elf Gemeinden im Oberallgäu ans Kanalnetz angeschlossen

Das Abwasser von insgesamt elf Gemeinden im südlichen Oberallgäu werden von der Verbandskläranlage im Immenstädter Stadtteil Thanners gereinigt. Das betrifft die Städte Sonthofen und Immenstadt, die Märkte Oberstdorf und Bad Hindelang sowie die Gemeinden Burgberg, Bolsterlang, Blaichach, Fischen, Obermaiselstein, Ofterschwang und Rettenberg sowie insgesamt rund 74.000 Einwohner und jährlich etwa 6,1 Millionen Gäste-Übernachtungen, sagte Zengerle. Das Abwasser durchlaufe einzelne Verfahrensschritte der mechanischen, biologischen und chemischen Reinigung, um anschließend zu etwa 95 Prozent gereinigt der Iller zugeführt zu werden, erklärte der technische Betriebsleiter Ken Richter.

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Die Hauptaufgabe des Abwasserverbands sei der Gewässerschutz, sagte Zengerle. Doch auch Energie einzusparen, werde immer wichtiger. Und das sei vor allem dann möglich, wenn die technischen Möglichkeiten verbessert werden. Deshalb wurden unter anderem das Zwischenhebewerk und die Antriebstechnik des Rohabwasserhebewerks in den vergangenen Jahren erneuert sowie die Belüftung des Belebungsbeckens saniert. „Bis April soll auch ein zweiter Faulturm auf dem Gelände entstehen“, sagte Zengerle.

Nachdem das Wasser in der Verbandskläranlage gereinigt wurde, wird es zurück in die Iller geleitet.
Nachdem das Wasser in der Verbandskläranlage gereinigt wurde, wird es zurück in die Iller geleitet.
Bild: Luke Maguire

Durch zwei Blockheizkraftwerke wird Strom erzeugt. Die organischen Reststoffe des Abwassers werden im Faulturm zu Klärgas umgesetzt, welches mithilfe der Blockheizkraftwerke in Strom und Wärme umgewandelt wird, erklärte Richter. Derzeit liege die Eigenversorgung bei rund 70 Prozent. Sobald der zweite Faulturm in Betrieb genommen wird, steigt sie auf 77 Prozent, sagte Zengerle. Dann soll auch der andere Faulturm saniert werden.

Jährlich werden 13,7 Millionen Kubikmeter Abwasser gereinigt

In der Kläranlage werden jährlich rund 13,7 Millionen Kubikmeter Abwasser gereinigt, sagte Zengerle. Das Schmutzwasser aus den Haushalten und der Industrie werde entweder durch das natürliche Gefälle ins Klärwerk geleitet oder durch den Einsatz von Pumpwerken mit Drucklufterzeugung transportiert, erklärte Richter. Nach der Reinigung, die derzeit noch in drei Stufen aufgeteilt ist, wird es wieder in die Iller geleitet. Bald soll eine vierte Reinigungsstufe dazukommen, sagte Umweltminister Thorsten Glauber. „Es laufen derzeit zwei Pilotprojekte in Bayern.“ Wann die Forschung abgeschlossen ist und im Klärwerk in Immenstadt angewendet wird, sei noch nicht absehbar.

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