Bergwacht

Verstiegen im Bacherloch: Bergwacht rettet junges Paar in Oberstdorf

Bergwacht Oberstdorf Einsatz

In diesem unwegsamen Gelände verstieg sich ein junges Paar, das von der Bergwacht Oberstdorf gerettet werden musste.

Bild: Bergwacht Oberstdorf

In diesem unwegsamen Gelände verstieg sich ein junges Paar, das von der Bergwacht Oberstdorf gerettet werden musste.

Bild: Bergwacht Oberstdorf

Oberstdorfer Retter helfen Bergsteigern in Not - und ihrem vierbeinigen Begleiter. Trotz des frühzeitigen Saisonendes bereits 640 Einsätze seit Dezember 2019
11.05.2020 | Stand: 18:06 Uhr

In Bergnot geraten war ein junges Paar mit ihrem Hund im Bereich zwischen Waltenberger Haus und Vorderem Wildgundkopf. Nachdem Sie den Weg wegen der winterlichen Verhältnisse verloren hatten, stiegen sie laut Bergwacht in eine steile Rinne Richtung Bacherloch ab, in der Hoffnung so ins Tal zu gelangen. Als die schneebedeckte Rinne jedoch in steiles, absturzgefährdetes Gelände überging, setzten sie einen Notruf ab.

Die Bergwacht Oberstdorf konnte bei dem Einsatz am Samstagabend mit Unterstützung des Polizeihubschraubers Edelweiß 7 die zwei Verstiegenen und ihren Vierbeiner mit einer Winde aus der misslichen Lage befreien. So konnte der Einsatz pünktlich zum Einbruch der Dunkelheit beendet werden. Die Bergwacht Oberstdorf weist darauf hin, Touren derzeit auf mittlere Höhenlagen zu beschränken sind, da in den Höhenlagen tief winterliche Verhältnisse vorherrschen.

In den vergangenen Wochen war es ruhig in den Oberstdorfer Bergen: Mitte März mussten die Skigebiete wegen der Corona-Pandemie schließen und auch die sonstigen Alpinaktivitäten kamen wegen der Ausgangsbeschränkung laut Bergwacht weitgehend zum Erliegen.

Von Dezember 2019 bis Mitte März mussten Bergwacht Oberstdorf und DSV-Skiwacht allerdings 640 Einsätze bewältigen, hauptsächlich in den Skigebieten Fellhorn/Kanzelwand, Nebelhorn, Söllereck und Grasgehren.

Aber auch außerhalb der Skigebiete gab es teils sehr aufwendige Einsätze: Mitte Dezember wurde ein Wanderer unter widrigsten Bedingungen in einer Nachtaktion aus dem Sperrbachtobel gerettet. Von 6. bis 8. Januar gab es drei Rettungseinsätze aus der Rubihorn-Nordwand, bei denen Eiskletterer gerettet werden mussten, davon ein Nachteinsatz mit Hubschrauber.

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Am Nebelhorn wurden zwei schwierige Rettungsaktionen von schwer verletzten Variantenfahrern im „Großen Gund“ durchgeführt. Im Gebiet Fellhorn/Kanzelwand gab es viele Unfälle außerhalb der Pisten.

Das „Tagesgeschäft“ im Winter betrifft nach wie vor die Rettung von verletzten Wintersportlern auf den Skipisten. 504 Skifahrer und 92 Snowboarder wurden durch die Helfer der Bergwacht erstversorgt und abtransportiert. Andere Sportarten wie Langlaufen oder Rodeln befinden sich aber laut Bergwacht im einstelligen Prozentbereich.

Im Skigebiet Fellhorn/Kanzelwand musste die Bergwacht 397 Einsätze absolvieren, am Nebelhorn 95, am Söllereck 89 und in Grasgehren 37 mal. Hinzu kamen 22 Rettungen im Tourengelände oder auf den Loipen.

An vielen Wochenendtagen waren mehr als 30 ehrenamtliche Helfer im Einsatz um die Skigebiete und Veranstaltungen zu betreuen.