Bundestagswahl 2021

Viele Oberallgäuer stimmen am Küchentisch per Briefwahl ab

Bundestagswahl - Briefwahlunterlagen

Deutschland wählt: Am 26. September wird über den Bundestag abgestimmt. Zwölf Tage vor der Wahl hat in manchen Oberallgäuer Orten bereits die Hälfte der Stimmberechtigten Briefwahl beantragt.

Bild: dpa

Deutschland wählt: Am 26. September wird über den Bundestag abgestimmt. Zwölf Tage vor der Wahl hat in manchen Oberallgäuer Orten bereits die Hälfte der Stimmberechtigten Briefwahl beantragt.

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Am 26. September wird ein neuer Bundestag gewählt. Schlangen vor den Wahllokalen wird es im Oberallgäu eher nicht geben.
15.09.2021 | Stand: 07:50 Uhr

Scholz, Laschet und Baerbock haben sich vor der Bundestagswahl 2021 im TV-Triell noch einmal richtig ins Zeug gelegt. Die kleineren Parteien kämpften im „Vierkampf“ um Wählerstimmen. Dabei hat ein beachtlicher Anteil der Stimmberechtigten im Oberallgäu seine zwei Kreuze schon längst gemacht. Bereits jetzt gibt es mancherorts 50 Prozent Briefwähler. Und die Kommunen gehen davon aus, dass es noch mehr werden.

Wahlleiter rechnet mit 60 Prozent

5813 Wahlberechtigte gibt es in der Hörnergruppe. 2798 haben laut der Verwaltungsgemeinschaft bis Dienstag Briefwahl beantragt. Tendenz: steigend. „Wir rechnen mit 3500 Briefwählern oder mehr“, sagt der örtliche Wahlleiter der Hörnergruppe, Sepp Sichler. Das entspricht 60 Prozent und bedeutet, dass mehr Menschen zuhause abstimmen als in einem Wahllokal.

Davon geht auch die Stadt Immenstadt aus, wo sich laut Petra Sichler vom Wahlamt bislang 4425 der 10 352 Wahlberechtigten für Briefwahl entschieden haben. In Oberstdorf sind nach Angaben von Pressesprecherin Christine Uebelhör zwölf Tage vor dem eigentlichen Wahltermin bereits 3900 Anträge auf Briefwahl eingegangen. 7132 Wahlberechtigte gibt es dort.

120 000 Stimmberechtigte im Oberallgäu

Insgesamt sind knapp 120 000 Oberallgäuer aufgerufen, am Sonntag, 26. September, über die Zusammensetzung des neuen Bundestags und somit auch indirekt über die neue Kanzlerin oder den neuen Kanzler zu entscheiden. Das teilt das Landratsamt Lindau mit, das die Abstimmung im Wahlkreis 256 leitet. Dessen Sprecherin Angela Wolf geht davon aus, dass wegen der Corona-Pandemie sehr viele per Briefwahl abstimmen werden. Wie viele, wagt sie nicht zu prognostizieren.

Das Ansteckungsrisiko stuft Wolf als gering ein. Jede Kommune müsse für jedes Wahllokal ein Hygienekonzept erstellen und es mit dem Gesundheitsamt abstimmen. Vor Ort gelte Maskenpflicht. Eine medizinische Maske reiche aus. Impfnachweise oder Corona-Tests seien nicht nötig. „Die Stimmabgabe dauert wahrscheinlich fünft bis zehn Minuten. Da sollte nicht viel passieren“, sagt Wolf. Dennoch ruft sie dazu auf, die Briefwahl zu nutzen.

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Während die Parteien noch einmal intensiv um Stimmen werben, haben viele längst gewählt. In den Hörnerdörfern ist laut Wahlleiter Sichler ein Drittel der Briefwahlunterlagen schon ausgefüllt zurückgekommen. In Oberstdorf wird laut Pressesprecherin Uebelhör nicht gezählt, wie viele Menschen bereits gewählt haben. Sicher ist man sich dort aber, dass es vor den acht Wahllokalen in der Marktgemeinde keine Warteschlagen geben wird.

Davon geht auch Sonthofen aus, wo 7300 der rund 16 000 Wahlberechtigten Briefwahlunterlagen angefordert haben. Das Sicherheitskonzept der Stadt sehe vor, dass sich nur zehn Menschen gleichzeitig in einem der 14 Wahllokale aufhalten dürfen, teilt Sprecherin Kerstin Spiegelt mit. Bodenmarkierungen sollen für Abstand sorgen, Plexiglasscheiben Sicherheit gewährleisten.

Briefwahl bis Freitag vor dem Wahltag

Doch was passiert, wenn jemand nach der Stimmabgabe Corna-positiv getestet wird? Das hänge von den Örtlichkeiten ab und entscheide das Gesundheitsamt, teilen die Behörden mit. Wer noch per Briefwahl abstimmen will: Das ist in ganz Deutschland noch bis Freitag, 24. September, 18 Uhr, möglich.

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