Blasmusik im Walsertal

Von Klassik bis Rock: So abwechslungsreich klingt’s in Riezlern

Trachtenkapelle Riezlern

Zum Jahreshöhepunkt soll das Projekt „Auf.Horchen!“ werden. Dazu teilt sich das Orchester in drei Gruppen, die an verschiedenen Plätzen spielen, bevor sich alle Musiker auf dem Gemeindeplatz zum Hauptprogramm versammeln.

Bild: Dominik Berchtold

Zum Jahreshöhepunkt soll das Projekt „Auf.Horchen!“ werden. Dazu teilt sich das Orchester in drei Gruppen, die an verschiedenen Plätzen spielen, bevor sich alle Musiker auf dem Gemeindeplatz zum Hauptprogramm versammeln.

Bild: Dominik Berchtold

Dirigentin Katrin Berchtold wagt mit der Trachtenkapelle Riezlern ein Experiment: Für „Auf.Horchen!“ teilt sich das Orchester in drei Gruppen. Warum und was dann folgt.
20.10.2020 | Stand: 17:00 Uhr

„Wir wagen uns wieder einmal an ein Experiment.“ Das sagt Katrin Berchtold. Sie dirigiert die Trachtenkapelle Riezlern und führt sie dabei immer wieder auf ungewohnte Pfade. So präsentiert das Blasorchester am Samstag, 24. Oktober, das neu konzipierte Programm „Auf.Horchen!“. Es erfüllt den Ort erst einmal an drei verschiedenen Plätzen mit Musik, bevor sich die gesamte Trachtenkapelle auf dem Gemeindeplatz versammelt und dort ein ebenso unterhaltsames wie anspruchsvolles Programm präsentieren will.

Diesen neuen Pfad einzuschlagen, geschehe nicht ganz freiwillig, erklärt Katrin Berchtold. Die Corona-Pandemie vereitele einen Auftritt des Orchesters in geschlossenen Räumen. Ein solcher erscheint Katrin Berchtold und ihren Musikerkollegen zu risikoreich. Deshalb bevorzugen sie den Auftritt im Freien. Bei den „Montforter Zwischentönen“ in Feldkirch habe sie heuer der Auftritt von unterschiedlichen Orchestern auf verschiedenen Bühnen in der Stadt beeindruckt, erzählt Katrin Berchtold. Das ließ in ihr den Plan zum Projekt „Auf.Horchen!“ reifen.

Die Trachtenkapelle Riezlern spalte sich dazu zunächst in drei Gruppen auf: ein Blechbläser- und ein Holzbläserensemble sowie eine gemischte Gruppe. Während letztere vor allem traditionelle Stücke aus dem Bereich Polka, Walzer, Marsch spiele, pflegen die beiden anderen Ensembles Klassik, Filmmusik, Rock und Pop. Alle drei Ensembles sollen mit ihren Programmen etwa zeitgleich um 16 Uhr beginnen.

Eine der Gruppen soll dabei im Kurpark, eine andere bei der Schirmbar in der Nähe der Kanzelwandbahn und die dritte auf der Terrasse der Neuen Poststuben in Hallers Posthotel auftreten. Die veschiedenen Ensembles spielen dort ein Programm, das etwa 20 Minuten dauern soll. Danach gibt es eine Pause von 20 Minuten. In dieser Zeit können die Zuhörer zu dem Auftrittsort eines anderen Ensembles ihrer Wahl wechseln. Dort wiederholen dann die Gruppen nach der Pause ihr bisheriges Programm.

Anschließend ziehen die Musiker – und natürlich auch die Besucher, sofern sie es möchten, – zum Gemeindeplatz. Dort vereinen sich die Gruppen wieder zum Gesamtorchester. Und das bietet dann ein neues Programm von etwa 30 bis 40 Minuten. Dieses Programm tendiere eher zur konzertanten Musik, verrät Katrin Berchtold. Denn die Trachtenkapelle möchte mit diesem Angebot noch einmal einen musikalischen Höhepunkt in diesem von der Corona-Pandemie überschattenten Jahr setzen.

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Das Jahreskonzert, das im März, unter dem Motto „75 Jahre Frieden“ stattfinden sollte, wurde durch den Lockdown verhindert. Es soll im nächsten Jahr nachgeholt werden, sagt Katrin Berchtold. Denn die Stücke, die dafür einstudiert wurden, passen ihrer Meinung nach nicht in ein Freiluftkonzert. Sie benötigen Konzentration, die sich besser in einem Saal einstellen könne.

Mit Ausnahme dieses verschobenen Jahreskonzertes konnte die Trachtenkapelle Riezlern aber die meisten ihrer ursprünglich geplanten Sommerkonzerte geben. Mit Ausnahme des ersten und des letzten, erzählt Katrin Berchtold. Das Wetter habe heuer großenteils mitgespielt. Denn sie habe in diesem Jahr wegen der Corona-Pandemie auf die Ausweichorte in geschlossenen Räumen verzichtet.

Auch finanziell habe der Verein kaum Einbußen. Trotz zusätzlicher Corona-Schutzmaßnahmen. Denn dank der vom Österreichischen Blasmusikverband festgesetzten Regeln sei das Proben und Auftreten leichter als etwa im Allgäu. So gelte in Österreich der Ein-Meter-Abstand von Stuhlmitte zu Stuhlmitte bei Musikern wie bei Besuchern. Auch die Freiluftkonzerte am Samstag seien für die Besucher in dieser Weise bestuhlt. Es gebe zudem eine Liste, in der die Kontaktdaten erfasst werden. Aber immer auf freiwilliger Basis, betont Katrin Berchtold.

Sie weist darauf hin, dass die Trachtenkapellen im Tal von der Gemeinde unterstützt werden. Zudem konnten alle drei Trachtenkapellen im Kleinwalsertal ihren „Tag der Blasmusik“ abhalten. Bei ihm ziehen die Musiker jeweils durch ihren Ort und sammeln Spenden. Das sei für die Kapellen eine wichtige Einnahmequelle, sagt Katrin Berchtold.

„Auf.Horchen!“: Konzerte im Freien mit der Trachtenkapelle Riezlern, Samstag, 24. Oktober, ab 16 Uhr in Riezlern. Ausweichtermin: Sonntag, 25. Oktober. Eintritt frei, Spenden erbeten.