AllgäuStrom Volleys Sonthofen in der 3. Liga

Von wegen Niemandsland: Sonthofer Volleys gehen bissig in den Saisonendspurt

„Bei uns hat der Gedanke, dass wir um den Klassenerhalt kämpfen nie eine Rolle gespielt“, sagt Caroline Wycklicky. Die Diagonalspielerin lobt die guten Führungsqualitäten der alten und den Hunger der jungen Spielerinnen.

„Bei uns hat der Gedanke, dass wir um den Klassenerhalt kämpfen nie eine Rolle gespielt“, sagt Caroline Wycklicky. Die Diagonalspielerin lobt die guten Führungsqualitäten der alten und den Hunger der jungen Spielerinnen.

Bild: Gerwig Löffelholz

„Bei uns hat der Gedanke, dass wir um den Klassenerhalt kämpfen nie eine Rolle gespielt“, sagt Caroline Wycklicky. Die Diagonalspielerin lobt die guten Führungsqualitäten der alten und den Hunger der jungen Spielerinnen.

Bild: Gerwig Löffelholz

Die Allgäu-Strom Volleys Sonthofen nehmen im Endspurt der 3. Liga noch einmal Fahrt auf. Caro Wyklicky macht deutlich, welche Aufgaben noch warten.
17.03.2022 | Stand: 19:03 Uhr

Pünktlich zum Endspurt geben sie noch einmal Gas. Die Form stimmt. Nach vier Niederlagen in Serie im Winter sammelten die Allgäu-Strom Volleys Sonthofen in den vergangenen drei Spielen sieben Punkte. Als Fünfter im Niemandsland der 3. Liga nehmen die Oberallgäuerinnen für den letzten Abschnitt der Saison Fahrt auf. Am Samstag erwarten die Oberallgäuerinnen ab 19.30 Uhr Erfurt electronic in der Allgäu-Sporthalle. Dabei steht für das junge Sonthofer Team um das Trainergespann Vanessa Müller und Veronika Kettenbach weit mehr auf dem Plan als „nur“ den Rückstand in der Tabelle zu verkürzen. Sonthofen ist Fünfter (19 Punkte) und könnte mit einem Sieg auf drei Zähler zu den Thüringerinnen aufschließen (25).

Volleys auf der Suche nach dem Rhythmus

Zu turbulent war der bisherige Saisonverlauf, zu lehrreich war die sportliche Talfahrt im Winter, um die Saison „jetzt austrudeln zu lassen“, sagt Zuspielerin und Co-Trainerin Veronika Kettenbach. „Wir hatten einen großen Durchhänger in der Zeit, in der viele Spiele abgesagt werden mussten. Das war sehr energieraubend für alle. Wir hingen in der Luft und wussten nie, wie es weitergeht.“ Entsprechend ist es dem vor der Saison einmal mehr extrem verjüngten Team lange schwergefallen, einen Spielrhythmus zu finden. Drei Phasen von mindestens fünf Wochen Spielpause erlebten die Volleys seit Oktober.

Wyklicky: "Haben uns vor Weihnachten nicht belohnt"

Dabei lief der Auftakt in die Saison aus Sonthofer Sicht durchaus vielversprechend: Es gab vier Siege aus den ersten fünf Spielen – übrigens die einzige Niederlage zum Saisonstart gegen Samstagsgegner Erfurt. „Wir haben stark begonnen und haben uns dann vor Weihnachten leider nicht belohnt. Danach haben wir uns gefangen und insofern spiegelt Rang fünf wider, wie unsere Fähigkeiten in diesem Jahr verteilt waren“, sagt Diagonalspielerin Caro Wyklicky.

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Volleyball-Euphorie in Sonthofen

Die 25-Jährige kann den etlichen Spielpausen allerdings durchaus Positives abgewinnen. „Die ständigen Unterbrechungen waren anfangs vielleicht sogar ganz gut, um die jungen Spielerinnen aufzubauen“, sagt Wyklicky. „Aber im tiefen Herbst haben wir gemerkt, dass wir nicht alles nur trainieren können. Alle im Team – jung und alt – haben Spielpraxis gebraucht, um das abzurufen, was wir im Training erarbeitet haben.“

Lob für die Jungen

Und so erklären sich Wyklicky und Kettenbach auch das durchaus einkalkulierte sportliche Tief im Winter. „Wir sind im Endspurt spielerisch auf einem richtig guten Niveau. Den Jungen haben die vielen Turniere und Spiele zuletzt gutgetan“, lobt die 30-jährige Kettenbach. Und die Trainerin ergänzt: „Pati Wendl beispielsweise hat in den vergangenen Wochen einen Riesenschritt gemacht, spürt das auch und traut sich mehr zu. Auch Nora Harner und Alena Pauker, die entweder lange oder immer wieder verletzt waren, merken allmählich, dass sie das Niveau in der 3. Liga draufhaben.“

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Und genau deshalb sorgt sich Kettenbach auch nicht um die Einstellung bei ihrer Mannschaft in der Schlussphase, in der es für Sonthofen vermeintlich um nichts mehr geht. Zu groß sind die Abstände zur Spitze sowie zu den Abstiegsrängen für die Volleys.

Reizvolle Duelle im Restprogramm

„Wir wollen vor allem zeigen, was in uns steckt und was wir in diesem wilden Jahr gelernt haben“, sagt Kettenbach und ergänzt mit Blick auf das Restprogramm: „Wir spielen noch zweimal gegen Spitzenreiter Dresden, haben mit Augsburg noch eine Rechnung offen und da ist ja auch noch Erfurt…“

Denn das Spiel bei den Thüringerinnen zum Saisonauftakt, das Sonthofen Ende September mit 1:3 verlor, dient vor allem für Wyklicky nicht als Gradmesser für das Leistungsvermögen. „Die Lage vom September ist mit der heutigen nicht mehr vergleichbar. Wir waren ganz frisch mit neuen Spielerinnen und neuer Kulisse, mussten uns noch finden“, sagt die 25-Jährige. „Heute sind wir viele Schritte weiter. Und wir spielen zuhause, das reißt uns immer mit.“

„Nie ein Gedanke an Abstieg“

Entsprechend stellt sich auch für die 25-Jährige nicht die Frage nach der richtigen Einstellung im letzten Saisonviertel. „Ein Motivationsproblem gibt es bei uns nicht. Der Gedanke, dass wir gegen den Abstieg kämpfen müssen, hatte bei uns nie eine Chance. Deshalb haben wir jedes Spiel als großes Ziel“, sagt Caro Wyklicky. „Natürlich war die Saison für alle kräftezehrend, aber wir freuen uns über jedes Spiel, das noch kommt. Erst recht, wenn wir mit dem Gegner noch eine Rechnung offenhaben.“