Tourismus

Walser bereiten sich auf Ansturm von Tagesgästen vor

Kleinwalsertal

Schon in der Vergangenheit war der Verkehr durch das Kleinwalsertal häufig ein Problem. Jetzt könnte die Zahl der Autos im Ort wieder zunehmen.

Bild: Günter Jansen

Schon in der Vergangenheit war der Verkehr durch das Kleinwalsertal häufig ein Problem. Jetzt könnte die Zahl der Autos im Ort wieder zunehmen.

Bild: Günter Jansen

Ab Montag ist die Grenze für Urlauber wieder geöffnet. Strenge Regeln und hohe Strafen sollen Ausflugsverkehr in die richtigen Bahnen lenken. Langfristig setzt Bürgermeister Andi Haid auf ein Verkehrskonzept.

12.06.2020 | Stand: 13:34 Uhr

Am Freitag strömte der Ausflugsverkehr wieder in die Berge. Im Kleinwalsertal hielt sich der Ansturm bisher noch in Grenzen. Doch das könnte sich jetzt ändern, wenn am Montag, 15. Juni, wenn Deutschland auch offiziell nicht mehr vor Reisen ins Nachbarland Österreich warnt. Die Walser freuen sich schon, wenn endlich der Tourismus wieder – mit Corona-Einschränkungen – anrollen kann. Dennoch geht im Tal die Sorge um, wild parkende Ausflügler könnten wie in der Nachbargemeinde Oberstdorf zum Problem werden.

„Mit der Aufhebung der Reisewarnung rechnen wir auch mit einem starken Anstieg von Tagesgästen im Tal – bedingt durch die negativen Erfahrungen im Allgäu an den letzten Wochenenden“, erklärt Rathauschef Andi Haid. in einem Schreiben an die Bürger. Die Gemeinde stehe aus diesem Grund im engen Austausch mit dem Landkreis Oberallgäu sowie den Nachbargemeinden Oberstdorf, Fischen und Sonthofen. „Durch eine enge Zusammenarbeit und Kommunikation soll dieser Entwicklung Einhalt geboten werden“, so der Walser Rathauschef. Dabei sei es ganz wesentlich, darauf hinzuweisen, dass Parken nur auf öffentlichen Parkplätzen möglich sei. Haid fordert die Bürger des Kleinwalsertals auf, die Gemeindesicherheitswache – auch an Sonn- und Feiertagen – darüber zu informieren, dass in Wiesen, Hauseinfahrten oder an Ausweichstellen „wild geparkt“ wird.

„Gastronomie, Handel und Gewerbe, sowie viele weitere Leistungspartner sind auf Tagesgäste angewiesen“, erklärt Haid. „Dies sollte bei allen aktuellen Diskussionen nicht außer Acht gelassen werden.“ Aber auch die Übernachtungsgäste werden nach der Aufhebung der Reisewarnung im Kleinwalsertal zurückerwartet. Die Tourismusorganisation rechnet mit einem erhöhten Buchungsaufkommen. „Dies ist sehr erfreulich, stand doch vor einigen Wochen noch die Frage im Raum, ob bei uns überhaupt Sommertourismus stattfinden kann“, sagt der Bürgermeister.

Wenn wieder mehr Menschen im Tal übernachten bringt das auch Herausforderungen für den Walserbus mit sich. Die Gemeinde sei sehr bemüht, den Fahrplan dem Bedarf anzupassen, heißt es aus dem Rathaus. Zugleich seien die Einschränkungen durch die Corona-Hygiene-Regeln zu beachten. Folgende Änderungen gelten zunächst von 29. Juni bis 24. Juli: Die Linie 1 fährt zu den Hauptzeiten im 20-Minuten-Takt. Zu den Stoßzeiten werden weitere Verstärkerbusse eingesetzt. Neu ist ein Talbus, der speziell für die Walser Gäste zwischen Unterwestegg und Mittelberg auf der Talachse bis auf die Mittagszeit ebenfalls im 20-Minuten-Takt verkehrt. Dieser Bus dient der Entlastung für die oft stark frequentieren Fahrzeuge aus Oberstdorf, da hier mit einem verstärkten Gästeaufkommen – bedingt durch den Neubau von Söllereck- und Nebelhornbahn – zu rechnen ist, erklärt Haid. Der Ifenbus wird ebenfalls im 20-Minuten-Takt fahren, neu ist in diesem Sommer auch ein Spätbus vom Ifen und der Auenhütte um 21 Uhr zur Breitachbrücke.