Blankes Eis und Menschenmassen

Wanderwege zum Schrecksee gesperrt: Bergwacht Hinterstein nennt die Gründe

Der Schrecksee ist auch während der Herbst- und Wintermonate ein beliebtes Ausflugsziel. Denn der Weg zu dem Bergsee ist nichts für Ungeübte. Jetzt hat die Gemeinde Hindelang entschieden, den Weg zum Schrecksee zu sperren - aus gutem Grund, wie die Bergwacht sagt.

Der Schrecksee ist auch während der Herbst- und Wintermonate ein beliebtes Ausflugsziel. Denn der Weg zu dem Bergsee ist nichts für Ungeübte. Jetzt hat die Gemeinde Hindelang entschieden, den Weg zum Schrecksee zu sperren - aus gutem Grund, wie die Bergwacht sagt.

Bild: Michael Munkler (Archivbild), Montage: AZ

Der Schrecksee ist auch während der Herbst- und Wintermonate ein beliebtes Ausflugsziel. Denn der Weg zu dem Bergsee ist nichts für Ungeübte. Jetzt hat die Gemeinde Hindelang entschieden, den Weg zum Schrecksee zu sperren - aus gutem Grund, wie die Bergwacht sagt.

Bild: Michael Munkler (Archivbild), Montage: AZ

Die Gemeinde Bad Hindelang hat sich entschlossen, die Wanderwege zum Schrecksee zu sperren. Die Bergwacht Hinterstein erklärt, wie es dazu kam.
04.12.2020 | Stand: 07:36 Uhr

Eigentlich waren Warnschilder geplant, doch nun hat die Gemeinde Bad Hindelang zu konsequenteren Maßnahmen gegriffen und den Weg zum beliebten Schrecksee gesperrt. In einem Beitrag auf Facebook schreibt die Bergwacht Hinterstein, dass die Gemeinde den Weg zum stark frequentierten Ausflugsziel "aus Sicherheitsgründen bis auf Weiteres gesperrt" hat. Grund dafür sei die starke Vereisung des Weges. "Blankes Eis an absturzgefährdeten Stellen bedeutet Lebensgefahr für Wanderer", schreibt die Bergwacht weiter.

Zu dem Beitrag ist auch eine Bildschirmaufnahme eines TikTok-Videos zu sehen, das angeblich von jungen Männern gedreht wurde, die die Bergwacht kurze Zeit später auf dem Weg zum Schrecksee mit dem Hubschrauber habe retten müssen. Auf dem Bild ist ein Wegausschnitt zu sehen, der völlig vereist ist. "Die Männer sind trotzdem weitergelaufen", sagt Raphael Müller, Bereitschaftsleiter der Bergwacht Hinterstein. Als die Dunkelheit einbrach, drehten sie zwar um, trauten sich dann jedoch nicht mehr über die Stelle hinab und drohten zu erfrieren. Die Bergwacht musste helfen.

Weg zum Schrecksee gesperrt! Die Gemeinde Bad Hindelang hat den Weg zum Schrecksee aus Sicherheitsgründen bis auf...

Gepostet von Bergwacht Hinterstein am Mittwoch, 2. Dezember 2020

500 Menschen am Wochenende zum Schrecksee gewandert

Am vergangenen Samstag seien sogar an die 500 Menschen auf dem Weg zum Schrecksee gezählt worden. "Dass so viele Leute dort unterwegs sind, ist ein wirkliches Problem", sagt Müller. Ein großer Teil davon sei laut ihm bergunerfahren und schlecht ausgerüstet gewesen. Außerdem könnten viele das Risiko, dass sie bei solch anspruchsvollen Wanderungen um die Jahreszeit eingehen, nicht richtig einschätzen. "Diese Massen in Kombination mit den derzeitigen Verhältnissen stellt eine absolut brisante Mischung dar, was nun zu der Entscheidung der Gemeindeverwaltung führte", schreibt die Bergwacht Hinterstein auf Facebook. Es grenze an ein Wunder, dass bei dem Wanderer-Ansturm am vergangenen Wochenende kein schwerer Unfall passiert sei.

Rettung nach Wanderunfall durch Winterwetter erschwert

Weiterhin verweisen die Bergexperten darauf, dass die derzeitigen Wetterverhältnisse Wanderungen nicht nur zum Schrecksee, sondern generell in den Hochlagen anspruchsvoller machen und mit einer Begehung im Sommer nicht zu vergleichen seien. "Bei einem möglichen Unfall droht zudem eine schnelle Auskühlung des Körpers, was folgenschwere Konsequenzen nach sich ziehen kann, vor allem wenn die Rettung wegen Dunkelheit oder Nebel sehr lange dauern kann", schreibt die Bergwacht. Und sie fügt ihrer Nachricht noch einen abschließenden Appell hinzu: "Bitte überlegt euch also gut, ob es unbedingt sein muss, derzeit anspruchsvolle alpine Touren zu unternehmen oder ob es nicht auch ein etwas einfacheres, der Jahreszeit entsprechendes Ziel tut."

Ungewöhnlich für die Jahreszeit: Bergwacht muss öfter ausrücken

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Denn für die Jahreszeit müssen die Retter laut Müller heuer öfter als üblich ausrücken. "Das mag an Corona liegen, wohl aber auch am milden Herbst", sagt der Bereitschaftsleiter. Auch vergangenes Wochenende hatte die Bergwacht Hinterstein mehr als nur den oben geschilderten Einsatz. Vor allem im Bereich des Schrecksees müssten sie Wanderern oft zur Hilfe kommen. Auch für die Profis eine seelische Herausforderung, so Müller. Deshalb stehe die Bergwacht Hinterstein "voll hinter der Entscheidung der Gemeinde Bad Hindelang, die Wege zu sperren".

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