Geografie im Oberallgäu

Was den Hochgrat mit Sardinien verbindet

Hochgrat

Der Gipfel des Hochgrat bei Steibis: Das Gipfelkreuz steht auf 1.834 Metern über dem Meeresspiegel, genau wie jenes auf der Punta La Marmora, dem höchsten Berg der italienischen Mittelmeer-Insel Sardinien.

Bild: Fotos: Olaf Winkler

Der Gipfel des Hochgrat bei Steibis: Das Gipfelkreuz steht auf 1.834 Metern über dem Meeresspiegel, genau wie jenes auf der Punta La Marmora, dem höchsten Berg der italienischen Mittelmeer-Insel Sardinien.

Bild: Fotos: Olaf Winkler

Der höchste Berg der Mittelmeer-Insel ist exakt so hoch wie der höchste Gipfel der Nagelfluhkette. Aber es gibt noch weitere Gemeinsamkeiten.
15.06.2021 | Stand: 11:30 Uhr

1.834 Meter ist der Hochgrat bei Steibis hoch. Wer in diesem Sommer nach Sardinien reist und sich mit der dortigen Geografie beschäftigt, stößt ebenfalls auf diese Zahl. Die Punta La Marmora als höchster Gipfel der Mittelmeer-Insel misst nämlich in der Höhe ebenfalls exakt 1.834 Meter. Doch es gibt noch mehr Gemeinsamkeiten.

Der Hochgrat ist nicht nur für die Staufner „ihr Hausberg“, auch die Westallgäuer haben den höchsten Punkt der Nagelfluhkette ins Herz geschlossen – schließlich sehen sie ihn von vielen Stellen aus. Die markante Form hat sich schon in manchem Logo niedergeschlagen. Die Höhe des Berges hat sich hingegen nicht so eingeprägt.

Was ist die zweite geografische Besonderheit?

Das liegt möglicherweise auch daran, dass die Hochgratbahn nicht auf den Gipfel führt, sondern „nur“ in eine Höhe von 1.708 Metern über dem Meeresspiegel. Die Nagelfluhkette verbindet den Hochgrat mit Gipfeln wie dem Mittag, dem Stuiben und dem Rindalphorn im Osten sowie dem Seelekopf, dem Falken und dem Hochhäderich im Westen.

Und genau diese Lage innerhalb einer Bergkette ist die zweite geografische Besonderheit, die den Hochgrat mit der Punta La Marmora verbindet. Denn auch dieser Gipfel ragt nicht etwa aus der Landschaft heraus, sondern ist Teil eines Gebirges – der Gennargentu.

Das Gipfelkreuz des Punta La Marmora der Insel Sardinien.
Das Gipfelkreuz des Punta La Marmora der Insel Sardinien.
Bild: Olaf Winkler

Es liegt in der Mitte Sardiniens und umfasst gleich mehrere Gipfel, die um die 1.800 Meter hoch sind. Und so bietet sich, wie bei der Nagelfluhkette, eine Tageswanderung an, die über die verschiedenen Gipfel führt. Zu ihnen gehört die Bruncu Spina, die mit einem kleinen Skilift erschlossen ist.

Bergbahn und Gestein - das Ende der Gemeinsamkeiten

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Denn – und da hören die Gemeinsamkeiten auf – auf die Punta La Marmora führt im Gegensatz zum Hochgrat keine Bergbahn. Und auch mit Nagelfluhgestein kann der höchste Berg der Sarden nicht dienen. Er besteht aus Schieferformationen.

Was beide Berge zu bieten haben, ist eine hervorragende Aus- und Weitsicht. Und da stehen beide Gipfel trotz ihrer Höhe ein wenig im Schatten benachbarter Berge: Der Hochgrat gibt den Blick auf die Zugspitze, die Allgäuer Alpen, die Silvretta in Österreich und den Säntis in der Schweiz frei. Auf Sardinien ist es die markante Bergkette der Supramonte, die im Norden zu sehen ist. Sie übertrifft die Punta La Marmora hinsichtlich der Höhe zwar nicht und erreicht nur 1463 Meter, wirkt aber aufgrund des Kalksteins sehr wuchtig.

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