Oberstdorfer Musiksommer

Was ein Klavierabend in Oberstdorf mit einer Giftspinne zu tun hat

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Fast schon Stammgast beim Oberstdorfer Musiksommer: Pianistin Mona Asuka.

Bild: Ott

Fast schon Stammgast beim Oberstdorfer Musiksommer: Pianistin Mona Asuka.

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Pianistin Mona Asuka präsentiert beim Oberstdorfer Festival Stücke von Mozart, Beethoven, Chopin und Liszt. Wo sie hinführen und wovon sie erzählen.
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Von Veronika Krull
11.08.2021 | Stand: 17:00 Uhr

Ihren ersten Auftritt hatte sie mit vier Jahren, mit 13 gab sie ihr Orchesterdebüt: die Pianistin Mona Asuka (30). Sie konzertiert weltweit mit namhaften Orchestern, erhielt zahlreiche Auszeichnungen. Und beim Oberstdorfer Musiksommer ist sie nicht zum ersten Mal dabei. Am kommenden Freitag spielt Mona Asuka die Sonate C-Dur „Facile“ von Wolfgang Amadeus Mozart, die 32 Variationen in c-Moll von Ludwig van Beethoven, von Frédéric Chopin die „Nocturnes“ op. 9 und von Franz Liszt die drei Stücke mit dem Titel „Venezia e Napoli“. Mit Mona Asuka sprach Veronika Krull.

Die Mozartsonate C-Dur trägt die Bezeichnung „facile“. Einfach für den Interpreten?

Mona Asuka: Es hat mal jemand gesagt: Dieses Stück ist für Hobbymusiker zu einfach und für professionelle Musiker zu schwer. Es ist einfach zu hören, das Leichte, das Perlige, die einfache Struktur – so hat es Mozart auch gewollt. Aber den Bogen zu schaffen, dass die Spannung nicht nachlässt, das ist die große Herausforderung.

32 Variationen von Beethoven: Wie sehr unterscheiden sie sich?

Mona Asuka: Das sind sehr kurze Stücke, es gibt mehrere Themen, aber im Grunde ist es ein Thema, das sich immer ein bisschen verändert. Wenn ich die Variationen spiele, sagen viele, dass sie das Thema nicht wiedererkennen. Wenn man sich aber mit dem Stück auseinandersetzt, stellt man fest, dass es von Beethoven extrem spannend komponiert wurde. Es ist nicht eines seiner bekanntesten Werke, aber ich finde, eines der interessantesten. Es ist so facettenreich, es gibt immer wieder etwas zu entdecken.

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Die Nummer 2 von Chopins Opus 9 gilt als sein berühmtestes Stück. Warum?

Mona Asuka: Warum das so ist, weiß ich nicht. Ich denke, die Bekanntheit rührt daher, dass die Melodie sehr eingängig ist, sehr prägend, um nicht zu sagen, ein Ohrwurm. Es ist ein Stück, das sehr häufig verwendet wird, zum Beispiel als Filmmusik. Deswegen ist es wohl so bekannt. Ich finde alle drei Stücke vom Opus 9 sehr schön.

Von Liszt spielen Sie „Venezia e Napoli“. Es stellt einige Ansprüche an den Pianisten ...

Mona Asuka: (lacht). Ich glaube, es ist immer die Definition, was ist schwierig, was ist einfach. Das ist sehr unterschiedlich, jeder hat seine Stärken und seine Schwächen. Es ist ein sehr, sehr schönes Stück, es spielt in Italien. Die Herausforderung ist die Tarantella, das letzte Stück: Das ist ein Tanz aus Italien. Es gibt dafür verschiedene Erklärungen, manche besagen, dass es etwas mit der Tarantel, der Giftspinne zu tun hat. Es ist ein Tanz, der sehr wild wird, dazwischen gibt es immer auch langsame Stellen. Ich habe mir sagen lassen, dass sich der Tanz tatsächlich entwickelt hat, weil die Leute von der Spinne das Gift im Körper haben und sich wild bewegen, um es wieder herauszubringen. Eine andere Erklärung: Das Gift wirkt, und die Leute werden verrückt. Dieses mal Langsame, mal Schnelle ist für den Pianisten eine Herausforderung. Ich mag es sehr gern.

Beim Oberstdorfer Musiksommer sind Sie ja fast schon ein Stammgast. Was bedeutet Ihnen das Festival?

Mona Asuka: Sehr viel. Es findet im Sommer statt, in den Bergen, das ganze Drumherum: Es ist so ein Urlaubsgefühl, und man darf ein Konzert spielen. Das ganze Team ist supernett, es ist wie eine zweite Familie, es gibt einem ein Gefühl von Herzlichkeit und Wärme. Das liegt vor allem an Eckhard Fischer, er ist ein sehr warmherziger Mensch, das überträgt sich auf die Künstler. Es herrscht wirklich eine familiäre Atmosphäre.

Konzert: Mona Asuka spielt am Freitag, 13. August, um 20 Uhr im Oberstdorf-Haus. Karten gibt es im Festivalbüro, Telefon 08322/959-2005, bei Tourismus Oberstdorf sowie online unter www.oberstdorfer-musiksommer.de

Das weitere Programm des Oberstdorfer Musiksommers im Internet.

Die Pianistin Mona Asuka im Internet.

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