200 Kubikmeter für Trinkwasser

Wasser marsch: Neuer Hochbehälter in Hinterstein

Der neue Wasserhochbehälter „Auf dem Buck“ in Hinterstein wurde jetzt eingeweiht. Die Anlage befindet sich komplett im Hang oberhalb der „Prinze Gumpe“. Im Bild ist das begehbare Innere vor dem Behälter zu sehen.

Der neue Wasserhochbehälter „Auf dem Buck“ in Hinterstein wurde jetzt eingeweiht. Die Anlage befindet sich komplett im Hang oberhalb der „Prinze Gumpe“. Im Bild ist das begehbare Innere vor dem Behälter zu sehen.

Bild: Günter Jansen

Der neue Wasserhochbehälter „Auf dem Buck“ in Hinterstein wurde jetzt eingeweiht. Die Anlage befindet sich komplett im Hang oberhalb der „Prinze Gumpe“. Im Bild ist das begehbare Innere vor dem Behälter zu sehen.

Bild: Günter Jansen

Neuer Trinkwasserhochbehälter in Hinterstein eingeweiht. Die Umstellung von Beton auf Kunststoff senkt die Kosten um 35.000 Euro.
Der neue Wasserhochbehälter „Auf dem Buck“ in Hinterstein wurde jetzt eingeweiht. Die Anlage befindet sich komplett im Hang oberhalb der „Prinze Gumpe“. Im Bild ist das begehbare Innere vor dem Behälter zu sehen.
Von Günter Jansen
23.10.2020 | Stand: 09:30 Uhr

„Wasser ist die ultimative Lebensgrundlage. Und wir hier in Bad Hindelang und in Hinterstein sind sehr dankbar, dass wir viel mehr Wasser haben als etliche Gemeinden um uns herum.“ Mit dieser Aussage übergab Bad Hindelangs Bürgermeisterin Dr. Sabine Rödel den neuen Wasserspeicher Hinterstein offiziell seiner Bestimmung. „Auf dem Buck“, hoch über der Hintersteiner „Prinze Gumpe“, waren Gemeinderäte und am Bau Beteiligte erschienen, um dem kirchlichen Segen für die Anlage durch Pfarrer Martin Finkel beizuwohnen. In Betrieb ist der Trink- und Löschwasserhochbehälter allerdings schon seit Juni.

Die Gemeindechefin zitierte die „Europäische Wassercharta“ des Europarats. Darin heißt es: „Wasser ist nicht unerschöpflich. Es muss bewahrt, überwacht und, wenn möglich, vermehrt werden.“ Auch in Hinterstein gebe es einen erhöhten Wasserbedarf, so Rödel weiter. Durch die gestiegenen Einwohnerzahlen und durch den Tourismus wird mehr Trinkwasser benötigt, aber auch der Löschwasserbedarf sei ein wichtiger Punkt. Der alte Wasserspeicher „Auf dem Buck“ war fast 90 Jahre alt. Der bauliche Zustand war nicht mehr tragbar und mit einem Fassungsvermögen von 150 Kubikmeter auch nicht mehr zeitgemäß.

Mehr als notwendig

Es war deshalb mehr als notwendig, einen neuen Speicher dort oben zu installieren. Im Juli 2019 entschieden die Gemeinderäte im Hauptausschuss, einen neuen Wasserhochbehälter an fast gleicher Stelle und in modernstem Ausstattungsstandard zu bauen. Im Mai 2020 war es dann soweit und die Arbeiten begannen, um den alten Betonspeicher gegen einen neuen und nun 200 Kubikmeter fassenden Kunststoffspeicher auszutauschen. Durch die Wahl, von Beton auf Kunststoff umzustellen, habe sich die Gemeinde einen schönen Batzen Geld gespart, berichtete Rödel. Statt der ursprünglich vorgesehenen 350.000 Euro beliefen sich die Kosten nur noch auf 315.000 Euro. Die riesigen Röhren wurden in den Hang versenkt und außer einer Tür in den Berg ist von der Anlage von außen nichts zu sehen.

Bereits sechs Wochen nach Baubeginn konnte der neue Speicher in Betrieb gehen. Dies sei eine positive Folge der Verwendung des Kunststoffs, erklärte Bad Hindelangs „Wassermeister“ Michael Wechs. „Hätte man das alles mit Beton gemacht, dann wäre es eine Jahresbaustelle geworden“, sagte Wechs.

Nach der Segnung durch Pfarrer Finkel begab sich Wechs in die Geschichte der Wasserversorgung Hintersteins und förderte allerhand Wissenswertes und Unterhaltsames zutage. So berichtete er von diversen „Notlösungen“ aus vergangenen Tagen, als die Feuerwehr den völlig geleerten Speicher per Schlauchleitungen und durch Grundwassergrabungen wieder auffüllen musste.

Frühere „Notlösungen“

Die Bürgermeisterin informierte zudem darüber, dass der Fertigstellung „Auf dem Buck“ ein weiterer Schritt folgen wird. 2021/2022 sei ein mit 100 Kubikmeter etwas kleinerer Wasserspeicher „In der Sange“ geplant. Dorthin müssten aber noch Versorgungsleitungen gelegt werden. Voraussetzung sei, „dass die notwendigen Grundstücksverhandlungen hoffentlich erfolgreich sind“, erklärte Rödel. „Am Ende haben wir die doppelte Kapazität als zuvor, nämlich 300 Kubikmeter.“ Das sollte dann für die nächste Zeit ausreichend sein. „Für die Gemeinde ist das eine ganz wichtige Investition in die Zukunft“, sagte Rödel.