Unwetterfolgen im Oberallgäu

Wasserschaden: Turnhallen in Blaichach und Burgberg bleiben zu

Turnhalle Grundschule Blaichach

Ein Tag nach dem Hochwasser waren Pfützen auf dem Boden der Dreifach-Halle in Blaichach zu sehen. Was so harmlos aussah entpuppte sich als Großschaden. Der Boden muss erneuert werden. Die Elementarschadens-Versicherung der Gemeinde übernimmt die Kosten. Aber die Halle (im Vordergrund) bleibt voraussichtlich bis Mai zu. Dahinter ist die Blaichacher Schule.

Bild: Archivfoto: Sibylle Mettler

Ein Tag nach dem Hochwasser waren Pfützen auf dem Boden der Dreifach-Halle in Blaichach zu sehen. Was so harmlos aussah entpuppte sich als Großschaden. Der Boden muss erneuert werden. Die Elementarschadens-Versicherung der Gemeinde übernimmt die Kosten. Aber die Halle (im Vordergrund) bleibt voraussichtlich bis Mai zu. Dahinter ist die Blaichacher Schule.

Bild: Archivfoto: Sibylle Mettler

Eine Gutachterin geht davon aus, dass eine Sanierung in Blaichach 300 000 Euro kostet und neun Monate dauert. Welche Lösungen für Sportler möglich sind.
26.08.2021 | Stand: 06:00 Uhr

Die Nachwirkungen des Unwetters Ende Juli sind immer noch zu spüren: Der Boden der Blaichacher Dreifach-Turnhalle muss wegen Wasserschäden herausgerissen und erneuert werden. Bürgermeister Christoph Endreß geht davon aus, dass sich das bis Mai nächstes Jahres hinziehen könnte. Er spricht von einem Schaden von 300 000 Euro. Sowohl Sportler als auch Schulkinder müssen wohl auf ihre gewohnten Übungsstunden verzichten. Ein Ausweichen ins benachbarte Blaichach ist nicht möglich: Auch dort ist die halle derzeit gesperrt.

"Neun Monate, das ist eine lange Zeit"

„Neun Monate bleibt die Halle in Blaichach zu, das ist eine lange Zeit“, sagt Bertram Ehrlich von der Turnabteilung. Und auch Thilo Kreier von den Fußballern entfährt ein „Wahnsinn, wie lange das dauert“, als er auf den Wasserschaden und seine Folgen für den Verein angesprochen wird. Kreier, für die Jugendfußballer verantwortlich, sagt, es hätten bereits im Winter 2021 einige junge Fußballer der Abteilung den Rücken gekehrt. Denn da war kein Hallentraining möglich – wegen der Corona-Pandemie. „Die Buben wollen aber kicken und kein Cybertraining absolvieren.“ In elf Teams sind in Blaichach ungefähr 80 junge Leute aktiv.

Kreier hat schon Kontakt zu Nachbarvereinen aufgenommen und hofft, dass eine Zusammenarbeit mit dem ein oder anderen Club möglich wird. Es gibt auch eine Spielgemeinschaft mit Burgberg. Aber das Training dort abzuhalten, sei derzeit keine Alternative. „Die Burgberger haben ja ähnliche Probleme wie wir“, sagt Kreier. Rathauschef André Eckardt bestätigt das am Telefon aus seinem Urlaubsort. „Wie hoch der Schaden ist, lässt sich noch nicht sagen. Aber die gesamte Halle bleibt erst einmal geschlossen.“ So, wie in Blaichach.

1400 Mitglieder im TSV Blaichach

Bürgermeister Endreß versucht, Lösungen für die 1400 TSV-Mitglieder in acht Abteilungen zu finden und auch für die Sportler der DJK Seifriedsberg, die normalerweise im Winter ebenfalls in der Dreifachhalle trainieren.

Als Alternative kommen nun zwar die Messehalle im Blaichacher C+C und auch Räume im Trachtenheim in Frage. Die Gymnastikgruppen des TSV werden sicherlich dorthin ausweichen können, vielleicht auch die Tischtennisspieler, aber die jungen Fußballer und die Turnerinnen sicherlich nicht. Stellvertretender Turn-Abteilungsleiter Ehrlich sagt: „Wir können dort kein Reck aufstellen und auch keinen Barren.“ Ehrlich rechnet für die Turnerinnen auf alle Fälle mit „einem großen Rückschritt“, wenn nach dem Corona-Winter nun noch ein Winter trainingsmäßig abgeschrieben werden muss. Auch die Turner erkundigen sich, ob es Möglichkeiten gibt, in Turnhallen von Nachbarvereinen zu trainieren.

Muss die Betonwand der 2004 gebauten Halle nachgebessert werden?

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Wegen Schimmelgefahr: Blaichacher Bücherei bleibt vorerst geschlossen

Eine Sachverständige der Versicherung habe den Gesamtschaden an der Schule und der benachbarten Dreifach-Turnhalle begutachtet. „Die Kosten für die Wiederherstellung des Bodens sind gedeckt“, sagt Endreß. Nun werde aber überprüft, inwieweit die Betonwand der 2004 gebauten Halle nachgebessert werden muss: Denn durch Ritzen oder Fugen sei das Wasser Ende Juli durch die Wand über die WC-Anlage und die Umkleidekabinen in die Halle gesickert. Auch die Bücherei der Gemeinde sei betroffen. Das Wasser staute sich im Pausenhof der Mittelschule, weil der Kanal überlastet war. Über Lichtschächte sei das Wasser dann in das Gemeindearchiv, die Bücherei und in den Heizungskeller gelaufen. Dort sei das Wasser einen Meter hoch gewesen. Der Brenner der Ölheizung sei bereits erneuert worden. In der Bücherei seien Raumentfeuchter installiert.

Weil die Dreifachhalle unterirdisch mit dem Schulhaus verbunden ist, gebe es auch in diesem Gang einen Wasserschaden sowie in einigen angrenzenden Zimmern. Endreß: „Drei Räume der Mittagsbetreuung und zwei Werkräume sind gesperrt.“ Geräte zum Entfeuchten „durchlüften derzeit mit Vollgas“. Das sei wichtig. „Die Feuchte muss raus, sonst besteht die Gefahr, dass sich Schimmel bildet.“ Schimmelsporen wiederum gefährden die Gesundheit. „Wenn wir supergut sind, dann passt das in ein bis zwei Wochen.“ Aber Ausbau, Entfeuchtung und Wiedereinbau des Hallenbelags, dass alles werde sich über Monate hinziehen.

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