Projekt

Wegebau im Hochgebirge: Mehr Sicherheit für die Grenzgänger

Die neuen Treppen im Hochgebirge werden mit Hartholz angelegt und sind auf eine besonders lange Haltbarkeit ausgelegt. Die Arbeiten sind Teil des Grenzgänger-Projekts.

Die neuen Treppen im Hochgebirge werden mit Hartholz angelegt und sind auf eine besonders lange Haltbarkeit ausgelegt. Die Arbeiten sind Teil des Grenzgänger-Projekts.

Bild: Thilo Kreier

Die neuen Treppen im Hochgebirge werden mit Hartholz angelegt und sind auf eine besonders lange Haltbarkeit ausgelegt. Die Arbeiten sind Teil des Grenzgänger-Projekts.

Bild: Thilo Kreier

Arbeiten von Schattwald über Bschießer und Ponten nun abgeschlossen. Im vierten Jahr werden die Pfade auf der Grenze zwischen Deutschland und Österreich hergerichtet
Die neuen Treppen im Hochgebirge werden mit Hartholz angelegt und sind auf eine besonders lange Haltbarkeit ausgelegt. Die Arbeiten sind Teil des Grenzgänger-Projekts.
Von Thilo Kreier
05.10.2020 | Stand: 07:35 Uhr

Auf der Grenze zwischen Deutschland und Österreich liegt der Weg für Grenzgänger. Seit vier Jahren laufen jetzt schon auf dem alpinen Wanderweg entlang des Grenzkamms Bauarbeiten. Ziel ist aber nicht ein Ausbau der Wege, sondern mehr Sicherheit für die Wanderer: Schwierige Passagen werden entschärft und die Wegbeschaffenheit haltbarer gemacht. In diesem Jahr wurden hoch über dem Vilsalpsee und dem Hintersteiner Tal knapp 20 Kilometer Wege saniert. Fast abgeschlossen ist nunmehr die Aufstellung der neuen, gelben Wanderwegsschilder. Projektleiter Thilo Kreier zieht eine Bilanz von den diesjährigen Arbeiten.

Das Grenzgänger-Projekt läuft über fünf Jahre und wird von dem EU-Programm Interreg gefördert. Dabei haben sich Bad Hindelang, Tannheimer Tal, Lechtal und die DAV-Sektion Immenstadt zusammengeschlossen und verbessern insgesamt fast 80 Kilometer alpine Bergwege.

Heuer war der Gratweg zwischen Bschießer (1999 Meter) und Ponten (2048 Meter) dran: Links fällt der Blick aufs Tannheimer Tal, rechts geht’s über 1000 Höhenmeter hinab ins Hintersteiner Tal. Oben auf dem Grat ist der Wanderpfad nur 60 Zentimeter breit. Bereits im Aufstieg von Schattwald zum Bschießer hatten die Arbeiter des Forstunternehmens Finsterer aus Oberstdorf-Tiefenbach einiges zu tun. Rund um die Obere Stuibenalpe wurden die vielen Pfade durch die Weide renaturiert und zu einem einzigen Weg zusammengefasst.

„Das ist die einfachste Form der Besucherlenkung: Wir bieten einen gut begehbaren Wanderweg an und halten die Wanderer damit auf den Wegen“, sagt Hindelangs Tourismusdirektor Maximilian Hillmeier. Zu den Arbeiten gehörten auch die Anlage neuer Treppen, das Ausmeißeln von Stufen und das Ausholzen des Wegverlaufs im Latschengürtel oberhalb der Zipfelsalpe.

Der Abstieg vom Bschießer hinab zum Grat ist steil und war bisher ziemlich ausgewaschen, sodass es immer wieder zu Stürzen kam. Dank einiger Stunden mit dem Meißel und Passagen mit Seil ist der Wege jetzt gefahrloser zu begehen. Im weiteren Verlauf zum Ponten wurde der Gratweg sanft verbessert, ohne den Charakter eines luftigen Bergpfads zu verlieren. Am Zirles-eck schließlich wurde der Anschluss an den bereits fertigen Weg hinunter zur Willersalpe, ins Älpele- und Pontental geschaffen. Oberhalb des Schrecksees wurden die Wege von der Hinteren Schafwanne vorbei am See und vom Kirchdachsattel hinüber zur Landsberger Hütte sowie vom Kastenjoch hinüber zum Jubiläumsweg hergerichtet.

Hänge ständig in Bewegung

Auf dem Jubiläumsweg selbst hatte der Grenzgänger-Bautrupp wieder an der berüchtigten Lärchwand zu tun. Dort wurde die vor zwei Jahren geschaffene Seilkonstruktion im besonders ausgesetzten Abschnitt neu verankert. „Die Nacharbeiten waren für uns keine Überraschung, da die Lärchwand zu den Hängen gehört, in denen ständig Bewegung ist“, erklärt Projektleiter Kreier. Fast abgeschlossen ist inzwischen auch die Installation der neuen, gelben Wanderwegsschilder im Bereich des Grenzgängers. Sie folgen dem Tiroler Bergwege-Gütesiegel und sind vor allem im felsigen Bereich deutlich besser als die bisherigen weißen Schilder zu sehen.

Im kommenden, letzten Projektjahr stehen weitere Sanierungen auf dem Zeitplan. Gearbeitet wird am Abstieg vom Hornbachjoch über den Kanzberg ins österreichische Hinterhornbach. Außerdem wird der Gratweg vom Iseler über den Kühgundkopf hinüber zum Wiedhag ausgebessert.