Forstbilanz im Gemeinderat vorgelegt

Wegen niedriger Holzpreise: 2020 weniger Bäume in Oberstdorf gefällt

Holzlager

Hohe Holzlager waren im Sommer 2020 im Oberallgäu aufgetürmt. In Oberstdorf wurden wegen der niedrigen Holzpreise Projekte verschoben.

Bild: Martina Diemand

Hohe Holzlager waren im Sommer 2020 im Oberallgäu aufgetürmt. In Oberstdorf wurden wegen der niedrigen Holzpreise Projekte verschoben.

Bild: Martina Diemand

Marktgemeinde nimmt 2020 weniger ein, weil zahlreiche Projekte verschoben werden. Vom Borkenkäfer bleibt der Gemeindewald aber weitgehend verschont.
03.05.2021 | Stand: 15:00 Uhr

Weil die Holzpreise in den Keller rutschten, war im Oberstdorfer Gemeindewald im Jahr 2020 Zurückhaltung angesagt. Statt den geplanten 1400 Festmetern Holz wurden nur 714 geschlagen. Und in der Folge nur rund 700 Euro erwirtschaftet. Eigentlich waren rund 9000 Euro eingeplant. Die verschobenen Maßnahmen sollen 2021 nachgeholt werden, weil die Preise wieder nach oben schnellen. „Wir haben das Tal der Tränen langsam verlassen“, sagte Forstdirektor Klaus Dinser, der gemeinsam mit Revierförster Robert Proksch im Gemeinderat die Bilanz des Jahres 2020 zog und einen Ausblick auf die 2021 geplanten Projekte gab.

Günstige Witterung und wenig Schadholz

Vom Borkenkäfer blieben die 1000 Hektar Gemeindewald weitgehend verschont. Der Grund waren laut Proksch der günstige Witterungsverlauf, relativ wenig Schadholz, die schnelle Aufarbeitung und die Lagerplätze. „Oberstdorf ist gut davongekommen.“ Weil der kleine Schädling aber im ganzen Land – auch im nördlichen Oberallgäu – sein Unwesen trieb, landete zu viel Holz auf dem Markt und die Preise fielen. Deshalb habe man entschieden, weniger Holz als geplant einzuschlagen, erklärte Dinser. „Wenn die Preise wieder steigen, werden wir wieder mehr machen.“

1000 Fichten in Oberstdorf gepflanzt

Neue Bäume gepflanzt wurden im Jahr 2020 ebenfalls: Insgesamt 1000 Fichten, 800 Weißtannen, 50 Kiefern, 400 Laubhölzer und 100 seltene Straucharten, erklärte Proksch. Nachdem sich die Vermarktungslage beim Nadelholz wieder verbessert hat, sollen mehrere Projekte 2021 nachgeholt werden. Geplant sind neben Verkehrssicherungsmaßnahmen, Hiebe am Freiberg, eine Erschließung am Renksteg, die Pflege von acht Hektar und die Pflanzung von rund 2800 Bäumen an Renksteg und Schlatte. Zusätzlich soll es einen Kleinversuch mit den Baumarten Atlas-Zeder und Mammutbaum geben, kündigte Proksch an. Zudem steht 2021 auch das forstliche Gutachten zur Situation der Waldverjüngung an. Die Förster luden den Gemeinderat zu einem Waldbegang ein, damit sich die Ratsmitglieder selbst ein Bild machen können – sobald das die Corona-Regeln wieder zulassen.

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