Grüntentag

Wegen Pandemie: Gedenkfeier am Jägerdenkmal auf dem Grünten abgesagt

Die große Gedenkfeier auf dem Grünten, die ansonsten hunderte Menschen auf den Berg führt, fällt heuer Corona-bedingt aus.

Die große Gedenkfeier auf dem Grünten, die ansonsten hunderte Menschen auf den Berg führt, fällt heuer Corona-bedingt aus.

Bild: Archiv Martin Stehböck

Die große Gedenkfeier auf dem Grünten, die ansonsten hunderte Menschen auf den Berg führt, fällt heuer Corona-bedingt aus.

Bild: Archiv Martin Stehböck

Zum 72. Mal erinnert die Traditionsveranstaltung in Rettenberg und Sonthofen an Opfer von Krieg und Gewalt – diesmal aber ohne großes Treffen am Grüntengipfel.
Die große Gedenkfeier auf dem Grünten, die ansonsten hunderte Menschen auf den Berg führt, fällt heuer Corona-bedingt aus.
Von Martin Stehböck
06.09.2020 | Stand: 05:30 Uhr

Erstmals seit Bestehen der Grüntentage muss das zentrale Gedenken am Jägerdenkmal auf dem Grünten ausfallen. Das Landratsamt hat die Veranstaltung Corona-bedingt nicht genehmigt. Auch der Kameradschaftsnachmittag ist abgesagt. Abgesehen davon finden laut Mitteilung zumindest die weiteren Veranstaltungen zum „Grüntentag“ am Wochenende 12./13. September statt – 75 Jahre nach Ende des Zweiten Weltkrieges.

Dies ist den Veranstaltern Anlass, an die Folgen des Zweiten Weltkriegs zu erinnern: Städte lagen in Schutt und Asche. Millionen von Soldaten und Zivilisten verloren ihr Leben. Unzählige starben in den Konzentrationslagern und Millionen von Menschen mussten aus ihrer angestammten Heimat fliehen oder wurden von dort vertrieben. Gleichzeitig werde bei dem Gedenken mit Dankbarkeit daran erinnert, dass ein zwölfjähriges verbrecherisches System beendet wurde und so die Voraussetzungen für bislang 75 Jahre Frieden und Freiheit in unserem Land geschaffen wurden.

An dem traditionellen Grüntentag wird insbesondere der Gebirgssoldaten aller Nationen gedacht, die in den beiden Weltkriegen gefallen, ihren Verwundungen erlegen, in Kriegsgefangenschaft verstorben oder durch Kriegsverbrechen ums Leben gekommen sind. In das Gedenken mit einbezogen werden auch die Gebirgssoldaten der Bundeswehr, die im Einsatz für Frieden und Freiheit starben oder bei Auslandseinsätzen fielen.

Konkret finden heuer lediglich die Gedenkfeier am Gemeinschaftskreuz im Sonthofer Friedhof (Samstag, 12. September) und die Gedenkmesse in der Sonthofer Pfarrkirche St. Michael (Sonntag, 13. September) statt. Die Truppen- und Gebirgsjägerkameradschaft „Grünten“ hofft, dass daran ehemalige sowie aktive Soldaten und Reservisten samt Angehörigen und Bekannten teilnehmen, um gemeinsam der Opfer von Krieg und Gewalt zu gedenken und ein Zeichen gegen das Vergessen zu setzen.

Die beiden Veranstaltungen werden den geltenden Corona-Bestimmungen angepasst. Bei Teilnahme wird um Beachtung der Vorgaben wie ausreichender Abstand sowie Mund- und Nasenschutz gebeten.

Das Programm:

Samstag, 12. September, 17 Uhr: Gedenkfeier am Gemeinschaftskreuz im Sonthofer Friedhof.

Sonntag, 13. September, 10.30 Uhr: Gedenkmesse in der Sonthofer Pfarrkirche St. Michael. Anschließend erfolgt eine Kranzniederlegung an der Ölbergkapelle. Die Gedenkansprache hält Sonthofens dritter Bürgermeister Josef Zengerle.