Immenstadt

Weniger Fläche für das geplante Gewerbegebiet in Seifen

Die Bürgerinitiative "Seifener Illertal" kämpft gegen das geplante Gewerbegebiet Seifen-West II und den Verlust der Landschaft bei Seifen. Jetzt zeichnet sich ein Kompromiss ab.

Die Bürgerinitiative "Seifener Illertal" kämpft gegen das geplante Gewerbegebiet Seifen-West II und den Verlust der Landschaft bei Seifen. Jetzt zeichnet sich ein Kompromiss ab.

Bild: Ulrich Eberl

Die Bürgerinitiative "Seifener Illertal" kämpft gegen das geplante Gewerbegebiet Seifen-West II und den Verlust der Landschaft bei Seifen. Jetzt zeichnet sich ein Kompromiss ab.

Bild: Ulrich Eberl

Der Immenstädter Bürgermeister und die Bürgerinitiative ringen um einen Kompromiss. Die Stadt würde auf Flächen verzichten. Doch das reicht den Bürgern nicht.

07.08.2020 | Stand: 11:30 Uhr

Wenigstens reden sie jetzt miteinander: Immenstadt Bürgermeister Nico Sentner und die Bürgerinitiative „Seifner Illertal“ verhandeln derzeit über einen Kompromissvorschlag, wie die geplante Erweiterung des Gewerbegebiets bei Seifen aussehen könnte. Dabei würde die Stadt auf große Flächen des bereits beschlossenen Gewerbeareals verzichten. Allerdings reicht der BI das noch nicht aus. Im September soll sich erneut der Stadtrat mit dem Thema befassen.

Im März hatte der alte Stadtrat einen Bebauungsplan beschlossen, mit dem ein großes Grünland-Gebiet zwischen dem bisherigen Seifen-West I sowie der alten B19 und dem Ortsteil Gnadenberg in mögliche Gewerbeflächen umgewandelt wird. Enttäuscht über diese Maximalforderung kündigte die Bürgerinitiative daraufhin eine Normenkontrollklage an. Schließlich signalisierte im April eine Mehrheit im Stadtrat Kompromissbereitschaft und entschied, dass nicht mal die Hälfte des Gebiets mit Straßen, Strom, Kanal oder Wasserleitungen erschlossen werden soll.

„Es ist gut, dass wir endlich miteinander reden“, sagen nun beide Seiten – auch wenn es noch keine Übereinstimmung gibt. „Von unserer Seite liegt jedenfalls ein echter Kompromissvorschlag auf dem Tisch“, erklärt Sentner. Er habe nicht vor, das ganze Gewerbegebiet „mit der Brechstange“ durchzuboxen, wie man das seinem Vorgänger vorgeworfen hat. So wäre er bereit, auf einen Teil des westlichen Gebiets zu verzichten und im Norden ein Areal als mögliche Überschwemmungsfläche freizuhalten.

Außerdem käme ein großer Bereich im Süden derzeit sowieso nicht für eine Bebauung infrage. Denn die sogenannten „Haslach-Flächen“ stehen nicht zum Verkauf. Und der Bauernhof an der alten B 19 werde in absehbarer Zeit ebenfalls nicht geräumt. Zwar hat noch der alte Stadtrat mit dem Landwirt ein Areal für einen Aussiedlerhof bei Akams ausgehandelt. Dennoch bleibe die bisherige Hofstelle mitten im überplanten Gewerbegebiet bestehen. Aus diesen Gründen mache nur die Erschließung eines Teils Sinn.

Auch die BI zeige sich kompromissbereit, erklärt ihr Sprecher Karl-Heinz Ueberschaer. Zunächst hatte die Initiative dafür plädiert, nur den Bereich direkt entlang der jetzigen Kreisstraße für Ansiedlungen freizugeben. Weil sich das aber zerschlagen habe, „und wir dem Traditionsunternehmen Hagenauer und Denk die Möglichkeit zum Neubau geben wollen“, sei die BI laut Ueberschaer bereit, in den sauren Apfel zu beißen. Sprich: nicht mehr gegen ein neues Gewerbegebiet Richtung Westen zu kämpfen.

Die Forderungen

Dafür hat die BI einige Forderungen aufgestellt, bei der sie auch bleiben will und über die noch Einigkeit mit der Stadt erzielt werden müsse:

- keine höheren Gebäude als die von Albrecht oder Schöler,

- eine Lösung für das steigende Hochwasserproblemin den Wiesen,

- bei den Fundamenten für die Gewerbebauten kein Rüttelstock-Verfahrenmehr, das die umliegenden Häuser beschädigt,

- Begrünung der Dächer und des Umfelds der Gebäude,

- keinLogistikzentrum von Bosch auf der Westseite der alten B 19.

Bei den geforderten Gebäudehöhen sieht Bürgermeister Sentner noch Verhandlungsbedarf. Da seien die Höhenvorstellungen der BI „noch nicht in Stein gemeißelt“. Er sei aber „zuversichtlich, dass uns da eine Einigung gelingt“. Zunächst zeigt er sich aber zufrieden damit, dass er Hagenauer und Denk eine Perspektive geben kann. Auch dass eine Baufläche für die innovative Firma „Mincam“ gefunden ist, sei gut für die Stadt. Gehe alles gut, könnte die neue Planung im Herbst beschlossen und über Winter ausgelegt werden. Dann wäre die Erschließung des Areals ab nächstem Frühjahr möglich.