Notfall

Wenn der Wespenstich lebensbedrohlich ist

Manchmal schmerzen Insektenstiche, als ob es sich um ein sehr großes Tier gehandelt hat. Doch keine Angst: Bei der vermeintlichen Riesenwespe auf diesem Foto handelt es sich nur um eine vergleichsweise harmlose Feldwespe neben einem Modellauto.

Manchmal schmerzen Insektenstiche, als ob es sich um ein sehr großes Tier gehandelt hat. Doch keine Angst: Bei der vermeintlichen Riesenwespe auf diesem Foto handelt es sich nur um eine vergleichsweise harmlose Feldwespe neben einem Modellauto.

Bild: Ulrich Weigel

Manchmal schmerzen Insektenstiche, als ob es sich um ein sehr großes Tier gehandelt hat. Doch keine Angst: Bei der vermeintlichen Riesenwespe auf diesem Foto handelt es sich nur um eine vergleichsweise harmlose Feldwespe neben einem Modellauto.

Bild: Ulrich Weigel

„Jede Sekunde zählt“: Welche Tipps das Rote Kreuz gibt und wie man sich bei einem allergischen Schock richtig verhält.

22.05.2020 | Stand: 08:31 Uhr

Viele Menschen sind allergisch gegen Insektengift. Stiche von Wespen und Bienen, von Hummeln, Hornissen oder Bremsen können für sie lebensbedrohlich sein. Für die Betroffenen, für Angehörige und Begleitpersonen sei es wichtig, genau zu wissen, was im Notfall zu tun ist, betont man beim Roten Kreuz. Margret Spieß, stellvertretende Rettungsdienst-Leiterin beim BRK Oberallgäu, gibt Tipps.

Ein allergischer (auch: Anaphylaktischer) Schock ist die schlimmste Notfall-Situation, die bei einem Allergiker auftreten kann – zum Beispiel nach einem Insektenstich. Das BRK erklärt, was dabei geschieht: Der Körper setzt große Mengen Histamin frei, was sofort die Blutgefäße erweitert. Dadurch sinkt der Blutdruck schlagartig ab. Das Herz muss immer schneller schlagen, um den Blutdruck aufrechtzuerhalten. Das führt demnach häufig bereits nach wenigen Minuten zu Bewusstlosigkeit oder gar einem Herz-Kreislauf-Stillstand.

Spieß rät: „Bei ersten Anzeichen eines allergischen Schocks sollten Betroffene und Begleiter sofort reagieren, den Notruf 112 verständigen und umgehend die Medikamente aus dem Notfall-Set anwenden.“ Anzeichen seien beispielsweise Schwindel, innere Unruhe, Übelkeit, Erbrechen, Bauchkrämpfe, Durchfall, Schluck- und Sprechbeschwerden, kribbelnde Hände und Füße, Fließschnupfen, Heiserkeit, Atemnot und Herzklopfen.

„Grundsätzlich ist es wichtig, über die eigene Allergie und die Auslöser Bescheid zu wissen“, sagt Spieß. Bei Verdacht sollte man einen Allergietest machen lassen. Verschreibt der Arzt ein Notfall-Set, sollten sich der Betroffene und Angehörigen damit vertraut machen – vor allem mit der Adrenal-Fertigspritze. Spieß: „Im akuten Notfall zählt jede Sekunde.“ Das Set (Haltbarkeitsdatum jedes Frühjahr überprüfen) sollte man in der warmen Jahreszeit immer dabei haben. „Es kann überlebenswichtig sein.“

 

Das rät das Rote Kreuz bei allergischen Reaktionen auf einen Stich:

  • Bei einem Bienenstich: Den Stachel, der in der Haut steckt, mit dem Fingernagel wegschnippen, die Stachelblase aber nicht quetschen.
  • Notfall-Set anwenden und Notruf 112 wählen.
  • Enge Kleidung lockern oder entfernen – vor allem am Hals.
  • Bei Schocksymptomen (kalter Schweiß, Blässe, Schwindel): Patienten auf den Rücken legen und Beine hochlagern. Bei Atmenproblemen ist eine sitzende Haltung einzunehmen. Bei Bewusstlosigkeit: stabile Seitenlage.
  • Ständig Atmung und Herzschlag kontrollieren. Fehlen Atmung und Herzschlag, sind Wiederbelebungsmaßnahmen nötig: Herzdruckmassage und Mund-zu-Mund-Beatmung. Helfer achten auf den Eigenschutz.