Bäcker-Auszeichnung

Wertacher Bäckerei unter den Besten Bayerns

Anita und Roland Knoll aus Wertach sind zum dritten Mal unter den 20 besten Bäckern Bayerns. Kürzlich erhielten sie den Staatsehrenpreis von Landwirtschaftsministerin Michaela Kaniber.

Anita und Roland Knoll aus Wertach sind zum dritten Mal unter den 20 besten Bäckern Bayerns. Kürzlich erhielten sie den Staatsehrenpreis von Landwirtschaftsministerin Michaela Kaniber.

Bild: Benjamin Liss

Anita und Roland Knoll aus Wertach sind zum dritten Mal unter den 20 besten Bäckern Bayerns. Kürzlich erhielten sie den Staatsehrenpreis von Landwirtschaftsministerin Michaela Kaniber.

Bild: Benjamin Liss

Zum dritten Mal hat „Knoll Beck“ aus Wertach den bayerischen Staatsehrenpreis abgeräumt. Dauergewinner ist ein Brot, dessen Rezept der Meister per Zufall fand.
04.07.2021 | Stand: 05:30 Uhr

An prominenter Stelle haben Roland und Anita Knoll von der Bäckerei „Knoll Beck“ in Wertach ihren neuen Preis platziert. Beim Betreten des Ladens fällt der Blick zuerst auf die eingerahmten Urkunden und die Medaillen in der Vitrine. Knolls haben 2020 zum dritten Mal den Bayerischen Staatsehrenpreis für das Bäckerhandwerk gewonnen. Weil die Verleihung im Dezember aufgrund der Pandemie nicht möglich war, überreichte Landwirtschaftsministerin Michaela Kaniber den Preis erst kürzlich. „Bäcker erzeugen wahren Genuss“, sagte die Ministerin zu den Gewinnern. „Und Sie gehören zu den besten Bäckerbetrieben Bayerns.“

Bereits in den Jahren 2014 und 2017 gewann die Wertacher Bäckerei den Staatsehrenpreis. Um sich für den Preis zu bewerben, reichen Bäckereien über fünf Jahre hinweg jeweils fünf verschiedene Brotsorten zur Prüfung ein. Drei Brotsorten müssen dabei über die Jahre gleich bleiben. 2020 setzte sich Knoll Beck gegen 90 Betriebe aus 41 Innungen durch. Mit der Note „sehr gut“ ausgezeichnet wurden von Knolls Produkten die Sorten Bauernlaib, Wertacher-Mühlenbrot, Buttermilchbrot, Berglerbrot, Allgäukornbrot und Kommissbrot. „Für uns ist es selbstverständlich, jedes Jahr bei der Brotprüfung teilzunehmen“, sagt Anita Knoll. So könnten sie aus eventuellen Fehlern lernen, da sie Tipps vom Prüfer erhielten. Bei allen drei Preisen immer dabei war das Kommissbrot.

Wertacher Bäckerei unter den Besten Bayerns: Wo der Bäcker das Rezept für das Kommissbrot fand

Dabei handelt es sich um ein „Kriegsbrot“, das lange haltbar und reich an Nährstoffen ist. „Das Rezept dafür stammt von meinem Opa“, erzählt Bäckermeister Roland Knoll. Eines Tages habe er es beim Durchsuchen des Dachbodens entdeckt. „Dann habe ich so lange getüftelt, bis es gepasst hat“, erzählt der 51-Jährige. Gemeinsam mit seiner Frau betreibt Knoll das Geschäft bereits seit 2003. Mit der Ansiedelung von Supermärkten im Ort, die ebenfalls Backwaren verkaufen, stieg mit den Jahren die Konkurrenz. 2010 haben die Knolls dann „einen kompletten Schnitt“ gemacht. Seitdem setzt die Bäckerei auf natürliche, konventionelle und regionale Produkte. Backmischungen und Fertigprodukte sind tabu. So komme zum Beispiel nur Salz ohne Rieselhilfe oder frische Karotten – keine getrockneten – bei „Knoll Beck“ in den Teig. „Wir arbeiten mit dem, was jeder normale Mensch zuhause hat“, sagt der 51-Jährige.

Wertacher Bäckerei "Knoll Beck": Familienbetrieb in der dritten Generation

Dass Knoll den Bäckereibetrieb nach seinem Vater weiterführte, war für ihn damals keine Frage. „Ich bin in der Backstube groß geworden.“ Sein Vater und er seien ein Herz und eine Seele gewesen. Seit Anfang des 20. Jahrhunderts ist die Bäckerei in Familienbesitz. Mittlerweile führt Knoll das Geschäft in der dritten Generation.

Was fasziniert ihn an diesem Beruf? „Man kann mit einfachen Zutaten hochwertige Lebensmittel herstellen“, sagt er. Dabei gehe es um die Grundversorgung der Menschen. Brot ist ein alltägliches Lebensmittel. „Außerdem wollen wir das Dorfleben aufrecht erhalten“, sagt seine Frau. Die Bäckerei ist zugleich auch Café. Einheimische und Gäste gehen dort ein und aus. Gerade als Urlauber wolle man in die heimischen, kleinen Läden, sagt sie. Supermärkte gebe es schließlich überall.

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