Fußball in der Corona-Krise

Wie "Bomber" Marquardt die Junioren des 1. FC Sonthofen fit hält

Der Coach beobachtet mit strengem Blick – die Mannschaft folgt. Unter Anleitung von Dennis Marquardt trainieren die B-Junioren des 1. FC Sonthofen in der Corona-Pause online – ebenso dabei: FCS-Urgestein und Ehrenmitglied Werner Rumohr.

Der Coach beobachtet mit strengem Blick – die Mannschaft folgt. Unter Anleitung von Dennis Marquardt trainieren die B-Junioren des 1. FC Sonthofen in der Corona-Pause online – ebenso dabei: FCS-Urgestein und Ehrenmitglied Werner Rumohr.

Bild: Dennis Marquardt

Der Coach beobachtet mit strengem Blick – die Mannschaft folgt. Unter Anleitung von Dennis Marquardt trainieren die B-Junioren des 1. FC Sonthofen in der Corona-Pause online – ebenso dabei: FCS-Urgestein und Ehrenmitglied Werner Rumohr.

Bild: Dennis Marquardt

Beim 1. FC Sonthofen bringt „Bomber“ Dennis Marquardt die B-Junioren im Corona-Winter auf Vordermann. Worauf der 35-Jährige großen Wert legt.
21.02.2021 | Stand: 11:33 Uhr

Nichts los ist derzeit in der Baumit-Arena in Sonthofen. Seit fast vier Monaten sind alle Rasenflächen gesperrt. Trotzdem trainieren die Jugendlichen des 1. FC Sonthofen fleißig weiter – Online-Workouts und wöchentliche Läufe stehen bei fast allen Mannschaften des Vereins auf dem Programm. „Die Webinare ziehen sich von fast ganz unten bis zu den Ältesten durch. Das klappt auch sehr gut“, sagt Jugendleiter Axel Neubert.

Lediglich die Jüngsten sind dabei etwas außen vor. „Die A-Jugend macht bei der ersten und zweiten Mannschaft mit. Ansonsten sind die jeweiligen Jugendtrainer für die Trainingsgestaltung verantwortlich“, fügt Neubert an. Bei der B-Jugend ist das die Aufgabe von Trainer Dennis Marquardt: „Zurzeit absolvieren wir mit unserem Team drei Einheiten pro Woche“, sagt der „Bomber“, selbst langjähriger Spieler des FCS. Zu Beginn des zweiten Lockdowns war das noch anders. „Im November haben wir den Jungs drei bis vier Wochen gegönnt, damit alle etwas runterfahren und auf andere Gedanken kommen. Daraufhin sind wir wieder ins Training eingestiegen“, verrät Marquardt, der die Truppe im vergangenen Frühjahr übernommen hat.

Start im Dezember mit einem Training pro Woche

Angefangen hat das Team im Dezember mit einem Workout pro Woche – die Häufigkeit wurde sukzessive gesteigert. „Das Ziel war es zunächst, dass unsere Spieler in Bewegung bleiben. Ich erinnere meine Mannschaft auch immer wieder daran, dass sie einen Leistungssport betreibt und in der Bezirksoberliga spielt“, sagt der 35-Jährige. Auch deshalb sind die B-Jugendlichen angewiesen, zusätzlich zu den Online-Krafttrainings bis zu zehn Kilometer pro Woche zu joggen.

Trotzdem ist es wichtig, neben dem Leistungsgedanken, auch den Spaß im Team nicht zu vernachlässigen. Eine schwierige Aufgabe, da das gewohnte Vereinsleben gerade wegfällt. Marquardt versichert aber, dass sich seine Schützlinge gegenseitig gut motivieren: „Der Großteil zieht wirklich sehr gut mit und die Jungs stacheln sich auch untereinander immer wieder an. So geht das in die richtige Richtung.“ Und auch die Eigeninitiative seiner Kicker hebt Marquardt lobend hervor: „Jedes Online-Training wird von einem unserer Spieler geplant. Das ist eine super Sache.“

Die Schattenseiten aber bleiben: Es gibt einzelne Spieler, die während des Lockdowns, die Lust am Fußball verloren haben. „Das ist definitiv ein Problem. Zudem ist man in der B-Jugend in einem Alter, in dem auch viele andere Interessen hinzukommen. Die meisten sind aber weiter voll und ganz dabei“, erzählt Marquardt. Und Jugendleiter Neubert fügt hinzu: „Zum Glück hat sich bisher niemand aufgrund der aktuellen Lage von unserem Verein abgemeldet. Umso länger aber kein Fußball gespielt werden darf, desto größer wird die Gefahr. Mit jeder Woche wird die Situation für alle Beteiligten schwieriger.“ Auch darum wünschen sich Neubert und Marquardt eine baldige Rückkehr auf das Trainingsgelände.

Marquardt: "Wir sind auf alles vorbereitet"

„Es wäre ein sehr großer Fortschritt, wenn unsere Mannschaften wieder auf den Platz dürften und mit Abstand trainieren könnten. Meine Befürchtung ist aber, dass es vor April nicht dazu kommt“, sagt Neubert. Immerhin ist der Verein für diesen Zeitpunkt gut gerüstet. „Wir haben die Erfahrungen aus dem Frühjahr 2020. Schon damals haben unsere Hygienemaßnahmen gut funktioniert und beim 1. FC Sonthofen sind wir auf alle Eventualitäten vorbereitet“, erklärt Marquardt.

Sollte im Frühling im Illerstadion trainiert werden dürfen, ist es trotzdem noch ein langer Weg, bis der Spielbetrieb wieder aufgenommen werden kann. Auch eine klare Entscheidung seitens des Bayerischen Fußball-Verbandes zum möglichen Restart steht noch aus. „Ich hoffe, dass wir die laufende Saison zu Ende spielen können, aber das haben wir nicht in der Hand“, sagt Marquardt. Für Neubert ist es mittlerweile zweitrangig, ob die aktuelle Saison beendet wird: „Meiner Meinung nach ist das Wichtigste, dass unsere Kinder und Jugendlichen wieder auf den Platz können. Das zählt.“