Wintersport

Wie das Skiinternat Oberstdorf mit der Corona-Pandemie umgeht

Schon im Eingangsbereich des Skiinternats in Oberstdorf werden Besucher, Athleten und Mitarbeiter auf die Regeln zur Einhaltung der Hygiene-Schutzmaßnahmen hingewiesen – ebenso vor dem Betreten des Speisesaals. In den Essensräumen müssen die Sportler nach einem vorgegebenen Schema Platz nehmen.

Schon im Eingangsbereich des Skiinternats in Oberstdorf werden Besucher, Athleten und Mitarbeiter auf die Regeln zur Einhaltung der Hygiene-Schutzmaßnahmen hingewiesen – ebenso vor dem Betreten des Speisesaals. In den Essensräumen müssen die Sportler nach einem vorgegebenen Schema Platz nehmen.

Bild: Florian Kuiper

Schon im Eingangsbereich des Skiinternats in Oberstdorf werden Besucher, Athleten und Mitarbeiter auf die Regeln zur Einhaltung der Hygiene-Schutzmaßnahmen hingewiesen – ebenso vor dem Betreten des Speisesaals. In den Essensräumen müssen die Sportler nach einem vorgegebenen Schema Platz nehmen.

Bild: Florian Kuiper

Viel Aufwnad, wenig Ertrag: Für das Skiinternat Oberstdorf bleibt 2020 ein heikles Jahr. Geschäftsführer Florian Kuiper über Lehren und Sorgen.
Schon im Eingangsbereich des Skiinternats in Oberstdorf werden Besucher, Athleten und Mitarbeiter auf die Regeln zur Einhaltung der Hygiene-Schutzmaßnahmen hingewiesen – ebenso vor dem Betreten des Speisesaals. In den Essensräumen müssen die Sportler nach einem vorgegebenen Schema Platz nehmen.
Von Noa Hüper
06.12.2020 | Stand: 15:25 Uhr

Noch liegt in den Allgäuer Alpen ohnehin zu wenig Schnee, um die Skipisten und Langlaufloipen zu präparieren. Ändert sich das in den kommenden Wochen, bleiben die Sessel- und Gondelbahnen trotzdem vorerst leer. Das heiß diskutierte Ski-Verbot betrifft neben den Seilbahn-Betreibern, Skischulen, Hotels und Restaurants auch das Skiinternat in Oberstdorf. 42 Sportlerinnen und Sportler aus sechs Disziplinen wohnen zurzeit in der Eliteschule des Sports. Die 14- bis 20-jährigen Schüler stehen vor einem ungewissen Winter. „Die Unsicherheit, ob in den kommenden Monaten Wettkämpfe stattfinden und die dadurch fehlenden Ziele, stellen unsere Sportler vor eine riesige Aufgabe“, sagt Geschäftsführer und Internatsleiter Florian Kuiper.

Bereits Anfang März, zu Beginn des ersten Lockdowns, stand Kuiper vor einer grundlegenden Entscheidung: „Es ging um die Frage: Lassen wir das Internat überhaupt offen? Wir haben uns dann mit der Regierung von Schwaben geeinigt, dass wir weitermachen.“ In dieser Zeit waren alle Sportstätten geschlossen, Wettkämpfe und Lehrgänge für die Sportler entfielen. Zudem fand der Oster-Workshop, bei dem für gewöhnlich verpasster Schulstoff aus dem Winter aufgearbeitet wird, nicht statt.

Florian Kuiper: "Enormer Mehraufwand"

„Das war für unsere Schüler ein großer Nachteil. Wir haben uns aber mit Genehmigungen für die Nutzung von Sporthallen wieder herangekämpft“, sagt Kuiper. Somit kann auch aktuell unter strengen Auflagen wieder trainiert werden: „Wir haben für jede Sportanlage ein Lüftungs- und Hygiene-Konzept, und die Einheiten finden nur in Kleingruppen statt.“ Das ist laut dem Oberstdorfer aber mit einem „enormen Mehraufwand“ für die Verantwortlichen verbunden.

Mit den steigenden Fallzahlen hat sich auch der Alltag im Internat verändert. „Wir haben die Hygiene-Maßnahmen zum November immer weiter verschärft“, erklärt Kuiper und fügt an: „Mittlerweile gibt es Eingangskontrollen, bei denen alle externen Personen erfasst werden, die unser Gebäude betreten.“ Außerdem gilt im gesamten Internat eine Maskenpflicht, wovon nur die privaten Zimmer ausgenommen sind. Des Weiteren ist der Speisesaal speziell bestuhlt worden. „Wir haben hier viel Durchlaufverkehr, da muss auf Abstände geachtet werden. Dadurch ist der organisatorische Aufwand aber auch extrem geworden“, erzählt Kuiper.

Sportlich steht die Saison für die Jugendlichen nach wie vor in den Sternen. „Wir hoffen, dass die Athleten der Bundes- und Landeskader Wettkämpfe absolvieren können. Auf regionaler Ebene, wie zum Beispiel mit dem Allgäuer Skiverband, wird es sehr schwer werden, Wettkämpfe durchzuführen“, sagt Kuiper. Dennoch kämpfen der ASV und der Stützpunkt Oberstdorf für eine Wettkampfsaison: „Wir haben uns an einem offenen Brief an das Land Bayern beteiligt, um klar zu machen, dass wir Trainings und Wettkämpfe durchführen wollen.“

Sorge, gute Sportler zu verlieren

Eine weitere Idee ist, Liftanlagen als Sportstätten anerkennen zu lassen. Das heißt, die Bahnen würden für die Sportlerinnen und Sportler laufen. Dadurch könnten dem Nachwuchs Rennen und Trainings auf dem Schnee ermöglicht werden: „Das ist eine Chance, denn ganz ohne Lifte gibt es auch keine alpinen Rennen“, sagt Kuiper.

Sorgen macht sich der Geschäftsführer des Skiinternats auch um die Motivation und die sportliche Entwicklung seiner Athleten: „Je länger die Einschränkungen anhalten, umso schwieriger wird es für die Schüler. Deshalb sehe ich die Gefahr, dass wir durch die aktuelle Situation gute Sportler verlieren könnten.“ Trotzdem gibt es derzeit eine höhere Nachfrage nach Internatsplätzen als angeboten werden können. Auch darum ist es Florian Kuipers’ Ziel, „mittelfristig das Internat zu erweitern oder einen neuen Standort zu finden, um ein neues, größeres Gebäude aufzubauen.“