Fußball

Wie die Kicker der DJK Seifriedsberg durch die Krise kommen

Stillstand bei der DJK. Wie bei allen Vereinen in der Region ruhen Trainings- und Spielbetrieb in Seifriedsberg seit November. Der Verein um Jugendleiter Thomas Häuslinger hat sich aber alternative Konzepte einfallen lassen.

Stillstand bei der DJK. Wie bei allen Vereinen in der Region ruhen Trainings- und Spielbetrieb in Seifriedsberg seit November. Der Verein um Jugendleiter Thomas Häuslinger hat sich aber alternative Konzepte einfallen lassen.

Bild: Dominik Berchtold

Stillstand bei der DJK. Wie bei allen Vereinen in der Region ruhen Trainings- und Spielbetrieb in Seifriedsberg seit November. Der Verein um Jugendleiter Thomas Häuslinger hat sich aber alternative Konzepte einfallen lassen.

Bild: Dominik Berchtold

Die DJK Seifriedsberg meistert die Pandemie mit kreativen Ideen, um 160 Kids bei der Stange zu halten. Jugendleiter Häuslinger erklärt, wie der Verein den Nachwuchs fit hält.
12.01.2021 | Stand: 05:45 Uhr

Es war holprig, oft zäh, manchmal trotzdem hoffnungsvoll – aber vor allem einzigartig, das Jahr 2020. Das zurückliegende Fußballjahr war nicht zuletzt für den Nachwuchs in der Region ein ständiges Auf und Ab – mit einer ungewissen Zukunft als Aussicht. So konnten auch die Jugendmannschaften der DJK Seifriedsberg nach dem ersten Lockdown im Frühjahr recht schnell wieder in das Teamtraining am Platz in Bihlerdorf einsteigen. Bis zu den ersten Punktspielen im September vergingen aber noch einige Monate, ehe Anfang November Trainings- und Spielbetrieb für die Mädchen und Buben erneut zum Erliegen kamen. „2020 war ein Fußballjahr wie kein anderes zuvor und es gab einige Herausforderungen zu meistern“, erzählt Thomas Häuslinger, Jugendleiter der DJK Seifriedsberg. „Wir mussten in dieser langen Phase schauen, wie wir unsere Jungs und Mädchen erreichen und wieder motivieren. Wir haben schließlich aber gute Lösungen gefunden, um unsere Spieler bei Laune zu halten.“

So finden normalerweise im Dezember traditionell die DJK-Hallentage statt. Für das vergangene Jahr war die 15. Auflage des mittlerweile über das Allgäu hinaus bekannten Nachwuchsturniers geplant. Bei der letztjährigen Ausgabe hatten bereits mehr als 70 Mannschaften und über 700 Fußballer an den Spielen in der Blaichacher Dreifachturnhalle teilgenommen. Eine Marke, die der Verein auch 2020 gerne wieder erreichen wollte. Aller Voraussicht nach entfällt durch den derzeitigen Lockdown aber die gesamte Hallensaison für alle Amateur- und Jugendteams.

Häuslinger: "Hallenfußball nicht durchführbar"

In den Augen von Thomas Häuslinger ist das ein großer Rückschlag, der aber alternativlos ist: „Es ist natürlich schade, weil wir uns als Verein immer sehr auf die Hallentage freuen und mittlerweile sogar Mannschaften aus anderen Regionen zu uns ins Oberallgäu kommen“, sagt der 37-jährige Jugendleiter. „Klar ist aber auch, dass so ein Event zurzeit nicht durchführbar ist.“ Auch das Training im Team ist seit nunmehr über zwei Monaten nicht mehr möglich. Stattdessen bieten die Übungsleiter der DJK Seifriedsberg Alternativprogramme für ihre Fußballerinnen und Fußballer an.

„Zum Teil gehen die Spieler unter der Anleitung des jeweiligen Trainers zum Laufen, und auch Cyber-Trainingseinheiten gibt es bei uns“, erzählt Häuslinger. „Zudem haben wir geplant, den Mädchen und Jungs das Ausleihen von Langlaufski und Schneeschuhen zu ermöglichen, damit sie sich auch auf andere Art und Weise fit halten können. Und einige unserer Fußballer erklimmen auch den ein oder anderen Berggipfel der Region“, sagt Häuslinger. Es gebe immerhin vielfältige und ganz individuelle Möglichkeiten, weiter zu trainieren. „Diese Dinge können das normale Fußballtraining aber nicht ersetzen. Vor allem das Gemeinschaftsgefüge leidet stark unter der Situation“, sagt Häuslinger.

Aus sportlicher Sicht könnte sich die Lage im Nachwuchs erst im Frühjahr bessern, falls die Beschränkungen dann einen geregelten Trainingsbetrieb und einen Neustart der Ligen erlauben. Für Thomas Häuslinger ist der richtige Plan für die Wiederaufnahme des Spielbetriebs in den Jugendligen klar: „Ein Restart im Frühling sollte so ablaufen, wie schon im September.“ Da konnten die Jugendteams selbst entscheiden, in welcher Spielklasse sie antreten wollen, die Saison war auf eine Einfachrunde begrenzt. „Das hat sehr gut funktioniert. Wichtig ist, dass man kurzfristig handeln kann“, sagt der Jugendleiter der DJK Seifriedsberg.

„Gut gewappnet für das Jahr“

Außerdem sei für ihn die konsequente Einhaltung des Hygienekonzepts im Training und bei den Spielen im Fall einer Wiederaufnahme des Spielbetriebs unabdingbar, wie der 37-Jährige betont: „Wir haben die strengen Vorgaben immer bestmöglich umgesetzt und werden das auch so fortsetzen. Dadurch sehe ich uns gut gewappnet für das Jahr.“

Das zeigen auch die stabilen Mitgliederzahlen der DJK Seifriedsberg. Während des erneuten harten Lockdowns, gibt es weiterhin nur begrenzte Trainingsmöglichkeiten – und das Vereinsleben fällt zurzeit komplett weg. Das positive Zeichen in dieser Zeit: Dennoch bleiben bisher alle, der über 160 aktiven Kinder und Jugendlichen, der DJK Seifriedsberg treu. Das freut Thomas Häuslinger: „Es hat sich noch kein Spieler aufgrund der aktuellen Umstände von unserem Verein abgemeldet. Das zeigt, dass unsere Trainer und unsere Vereinsführung einiges richtig machen.“