Kino Immenstadt, Sonthofen und Oberstdorf

Wie die Kinos im Oberallgäu wieder öffnen

Kinostart -

Catherine Deneuve spielt die Hauptrolle in der französisch-japanischen Komödie "La Vérité", mit der das Immenstädter Union-Filmtheater sein Programm beginnt – nach einer Zwangspause wegen der Corona-Pandemie.

Bild: Prokino Filmverleih GmbH/dpa

Catherine Deneuve spielt die Hauptrolle in der französisch-japanischen Komödie "La Vérité", mit der das Immenstädter Union-Filmtheater sein Programm beginnt – nach einer Zwangspause wegen der Corona-Pandemie.

Bild: Prokino Filmverleih GmbH/dpa

Corona-Pandemie: Kinos dürfen wieder öffnen: Im Oberallgäu öffnet ein Filmtheater jedoch nur einige Tage, andere auch erst zwei Wochen später.
15.06.2020 | Stand: 14:49 Uhr

Ab Montag dürfen die Kinos in Bayern – nach der staatlich verordneten Zwangspause wegen der Corona-Pandemie – wieder ihre Projektoren anwerfen. Im Oberallgäu öffnet ein Filmtheater jedoch einige Tage, andere auch erst zwei Wochen später.

Kino-Programm in Sonthofen und Immenstadt: Die großen Filme erst im Sommer 2020

„Die großen Filme kommen im Juli, August“, begründet Stephan Deidl von der Filmburg in Sonthofen den Neustart am 2. Juli. „Die Filmwoche beginnt immer am Donnerstag“, nennt Florian Stiglhofer vom Kurfilmtheater in Oberstdorf den gleichen Termin. Das Union-Filmtheater in Immenstadt steigt bereits am Freitag, 19. Juni, wieder ein: „Unter der Woche dürften nicht so viele Besucher zu erwarten sein“, erklärt Ildikó Seitz. Im Oberstdorfer „Loft“ ist der Starttermin „noch offen“, so Alexa Schwendinger.

„Ich möchte warten, bis Filme herauskommen, die für den Zuschauer spannend sind“, lautet ihre Begründung. „Sonst rechnet sich das nicht.“ So argumentiert auch Stephan Deidl: „Die großen Filme kommen erst im Juli.“ Er will mit der Realverfilmung „Mulan“ und dem Thriller „Tenet“ die „Nach-Corona“-Saison eröffnen. „Es gibt keine aktuellen neuen Filmstarts“, bestätigt Florian Stiglhofer. Da mache eine Öffnung derzeit „wirtschaftlich überhaupt keinen Sinn“. Er habe vor Kurzem noch mit Martin Moszkowicz von der „Constantin-Film“ telefoniert: So erscheint der neue Eberhofer-Krimi, der eigentlich im August laufen sollte, erst im nächsten Jahr.

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In Immenstadt sieht man die Programmgestaltung entspannt. Dort starten Karl und Ildikó Seitz mit Filmen wie „La Vérité“, eine Komödie mit der französischen Leinwandlegende Catherine Deneuve, oder die Hermann-Hesse-Romanverfilmung „Narziss und Goldmund“, die schon vor der Corona-Schließung auf dem Markt waren. Ob sich der Betrieb rechnet, sei schwer zu sagen: „Aber wir sehen die Anfangsphase als Service für die Kunden, die endlich wieder ins Kino gehen möchten, und außerdem vermissen wir unsere Arbeit in jeglicher Hinsicht.“ „Wir haben Lust, wieder Kino zu machen“, sagt auch Stephan Deidl. „Und es ist wichtig, dass die Leute mal rauskommen.“

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Seit 100 Jahren gebe es das Kino in Sonthofen, „aber wir haben noch nie so lange zu gehabt.“ Nur für den Umbau im Jahr 2000 habe man die „Filmburg“ eine Woche lang schließen müssen. Bis auf Umbauzeiten sei auch das ebenfalls hundertjährige Kurfilmtheater immer offen gewesen, so Stiglhofer. Das Jubiläum hätte Juni/Juli stattfinden sollen: „Das haben wir jetzt auf den Herbst verschoben.“

Mundschutz bis zum Sitzplatz

Wie in anderen Einrichtungen auch, wird der Kinobesuch unter besonderen Vorkehrungen stattfinden. Die Tickets sollten möglichst online gekauft werden, so Deidl. Mundschutz bis zum Sitzplatz, Hygienespender, Filterwechsel in den Lüftungsanlagen, eine Entzerrung von Öffnungszeiten sind weitere Maßnahmen, die in allen Häusern gelten. Popcorn und andere Leckereien sind nur am Sitzplatz erlaubt. Der gebotene Abstand von 1,50 Metern wird häufig direkt vom Kassensystem automatisch berücksichtigt, jede zweite Reihe wird gesperrt. Deidl rechnet damit, dass in dem großen Saal von den 180 Sitzplätzen nur 15 bis 20 Prozent belegt werden können.

Im großen Saal des „Loft“ mit 169 Sitzplätzen könne sie 40 Besucher unterbringen, „wenn überhaupt“, sagt Alexa Schwendinger. Um eine Kapazitätserweiterung kämpft derzeit Florian Stiglhofer, der über den Hauptverband Deutscher Filmtheater (HDF) mit der Staatsregierung in Verhandlungen steht, um den Mindestabstand auf ein Meter zu verkürzen. „Wie in Österreich und Italien.“

In einem sind sich alle Oberallgäuer Kinobetreiber einig: Die Ticketpreise werden nicht erhöht. „Das wäre der falsche Zeitpunkt“, erklärt Stephan Deidl. „Gar kein Thema“, so Stiglhofer. „Vorerst nicht“, heißt es aus Immenstadt und Alexa Schwendinger vom „Loft“ betont: „Das steht im Moment nicht an. Wir freuen uns ja, wenn die Leute ins Kino kommen.“