Rückblick auf die Nordische Ski-WM

"Wir haben es bewiesen": Skiclub Oberstdorf blickt auf bewegtes Sportjahr zurück

Nordische Ski WM 2021

Der Skiclub Oberstdorf blickt auf ein bewegtes Sportjahr zurück - die Nordische Ski-WM war bei allen Schwierigkeiten der Pandemie ein voller Erfolg.

Bild: Ralf Lienert

Der Skiclub Oberstdorf blickt auf ein bewegtes Sportjahr zurück - die Nordische Ski-WM war bei allen Schwierigkeiten der Pandemie ein voller Erfolg.

Bild: Ralf Lienert

Allen Unkenrufen zum Trotz blickt der SC Oberstdorf auf eine gute WM-Bilanz. Die Vierschanzentournee ist mit Zuschauern geplant. Große Ehre für ein Trio.
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Von Elke Wiartalla
05.08.2021 | Stand: 05:25 Uhr

Die Coronafesseln hat auch der Skiclub Oberstdorf noch nicht ganz abgelegt. Darum fand die Jahresversammlung zum zweiten Mal in Folge nicht in den eigenen Räumen statt, sondern im großen Saal des Oberstdorf Hauses. „Das hatten wir uns anders vorgestellt“, blickte der Clubvorsitzende Dr. Peter Kruijer auf ein kurioses Jahr zurück, in dem die Pandemie viel erschwerte. Während auf Vereinsebene nicht besonders viel los war, musste die Nordische Ski-WM unter schwierigsten Bedingungen durchgeführt werden. Man habe einiges an Unkenrufen und Negativkommentaren aushalten müssen. „Letztlich aber haben wir bewiesen, dass wir eine sichere WM organisieren können“, sagte Kruijer stolz.

Das Clubleben hingegen habe sich schwierig gestaltet. Umso erfreulicher sei, dass alle Sportler trotz der langen Durststrecke ohne Training und Wettkämpfe bei der Stange geblieben sind. Im gemeinsamen Rückblick mit dem Geschäftsführer der Skisport- und Veranstaltungs-GmbH, Florian Stern, ging es um die letztjährigen Veranstaltungen. Die deutsche Meisterschaft in Sprunglauf und Nordischer Kombination fand mit strengem Hygienekonzept statt. „Ein Riesenjob mit ganz wenig Unterstützung von außen“, sagte Kruijer bilanzierend.

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Lange offen, ob Großveranstaltungen stattfinden können

Nervenzehrend war auch das Hin und Her am Beginn des Winters: Großveranstaltungen, wie die Tournee, standen auf der Kippe. Letztlich waren Zuschauer im bereits ausverkauften Stadion nicht gestattet, Ticketpreise mussten zurückerstattet werden und Lokalmatador Karl Geiger triumphierte unter Ausschluss der Öffentlichkeit. Ähnliches Szenario bei der WM mit reduzierten Akkreditierungen, 24 000 PCR- und Antigenschnelltests und neun positiven Tests. Kruijer betonte die starke Außenwirkung bei den Wettkämpfen mit den „wohl wärmsten gemessenen WM-Temperaturen“: 207 Millionen Zuschauer verfolgten, wie die Oberstdorfer Karl Geiger, Katharina Althaus und Vinzenz Geiger Medaillen holten.

Im kommenden Winter ist die Vierschanzentournee zwar fest eingeplant, aber nicht vor ausverkauften Tribünen. „Wir rechnen mit etwa 2500 Zuschauern“, sagte Kruijer. Zum Jahreswechsel kommt die Tour de Ski nach Oberstdorf. Saisonhöhepunkt wird der Skiflug-Weltcup vom 18. bis 20. März.

Sportleiter Rapp: "Winter wird zeigen, ob wir alles richtig gemacht haben"

Der Sportliche Leiter Christian Rapp berichtete von einem schwierigen Jahr. Im Sommer hatte man gerade ein Stück Normalität gewonnen, das durch den Lockdown wieder zunichtegemacht wurde. Die fehlenden Wettkämpfe hätten einen Motivationsschwund zur Folge gehabt, den die Trainer mit besonderen Ideen jedoch aufzufangen versuchten. „Der nächste Winter wird zeigen, ob wir alles richtig gemacht haben“, sagte Rapp. Sein Dank galt den Bergbahnen, die für den alpinen Nachwuchs die Lifte und Pisten bereitstellten, obwohl damit kein Geschäft zu machen war.

Echte Urgesteine im Skiclub Oberstdorf. Das Trio (von links) Flori Vogler, Georg Düll und Georg Rees wurde für 70-jährige Mitgliedschaft geehrt.
Echte Urgesteine im Skiclub Oberstdorf. Das Trio (von links) Flori Vogler, Georg Düll und Georg Rees wurde für 70-jährige Mitgliedschaft geehrt.
Bild: Elke Wiartalla

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Trotz Corona lebt der SCO. So befinden sich 300 Kinder im Trainingsbetrieb. Fast „am Anschlag“ sind die Alpinen mit 137 Nachwuchssportlern und sechs Trainern. Im Langlauftraining werden 108 Kinder und Jugendliche von vier festen Coaches in die richtige Spur gebracht. Die kleinste Abteilung ist weiterhin das Springerlager mit 22 kleinen Athleten.

Bürgermeister King bedauert Schaden am Mattenbelag

Bürgermeister Klaus King freute sich über ein Nordic Zentrum, das seine Bewährungsprobe bei der WM bestens bestanden habe, und über die guten Trainingsmöglichkeiten auf den neuen Kleinschanzen in der Audi Arena. Der Stillstand an den WM-Schanzen durch den schadhaften Mattenbelag sei bedauerlich.

Zu den Perspektiven für eine weitere WM nahm Florian Stern Stellung. Eine Bonus-WM werde es definitiv nicht geben. Man habe zwar die Bereitschaft, wieder eine WM zu organisieren, beim DSV platziert. Nun müsse man die Stimmung in der Bevölkerung abfragen. „Die letzte Bewerbung kam vielleicht zu früh und hat zu dem langen Weg der Absagen geführt“, sagte Stern.