Oberallgäuer Kampfsport in der Corona-Pandemie

Wo Kontakte die Basis sind: So kommen die Steiner Karateka durch die Krise

Der so wichtige direkte Kontakt zum Partner entfällt im Cybertraining, oft fehlt auch der nötige Platz für die Übungen. Und doch gibt sich Martin Daumiller Mühe, seine Karateka vom TV Stein mit abwechslungsreichen Online-Einheiten nicht nur bei der Stange zu halten, sondern sie auch weiterzubringen.

Der so wichtige direkte Kontakt zum Partner entfällt im Cybertraining, oft fehlt auch der nötige Platz für die Übungen. Und doch gibt sich Martin Daumiller Mühe, seine Karateka vom TV Stein mit abwechslungsreichen Online-Einheiten nicht nur bei der Stange zu halten, sondern sie auch weiterzubringen.

Bild: Martin Daumiller

Der so wichtige direkte Kontakt zum Partner entfällt im Cybertraining, oft fehlt auch der nötige Platz für die Übungen. Und doch gibt sich Martin Daumiller Mühe, seine Karateka vom TV Stein mit abwechslungsreichen Online-Einheiten nicht nur bei der Stange zu halten, sondern sie auch weiterzubringen.

Bild: Martin Daumiller

Seit einem Jahr trainieren die Karateka des TV Stein ohne Partner und online. Abteilungsleiter Daumiller über Herausforderungen und Chancen für die Kids.

03.05.2021 | Stand: 17:21 Uhr

Für die Mitglieder des Karate-Dojo Stein gibt es seit über zwölf Monaten keine Wettkämpfe. Auch in der nahen Zukunft wird sich daran wohl nichts ändern. Trotzdem halten sich die Karatekämpferinnen und -kämpfer in Online-Kursen fit und feilen weiter an ihrer Technik. „Zurzeit machen wir zwei Online-Trainings pro Woche. Uns ist wichtig, dass wir Routine haben“, erzählt der Karatelehrer Martin Daumiller. Allerdings werden aktuell nur Erwachsene und ältere Jugendliche unterrichtet. Bei den Kindern wurde das virtuelle Angebot auch ausprobiert, mittlerweile aber eingestellt. „Es war sehr schwierig. Zuhause konzentriert mitzumachen fällt einigen schwer. Auch, weil Anreize aus dem Training, wie gemeinsame Spiele, fehlen“, erklärt Daumiller.

Probleme beim Online-Training in der Anfangszeit

Umso besser funktionieren die Online-Einheiten mit den älteren und fortgeschritteneren Teilnehmern, sagt Daumiller, der auch den Bundesstützpunkt Süd leitet: „Hier sind alle motiviert und diszipliniert. Auch wenn ich mal keine Zeit habe, wird freies Training gemacht.“ Dennoch hat die Umstellung vom gemeinsamen Hallentraining hin zu den Online-Kursen kleinere und größere Herausforderungen mit sich gebracht – für Mitglieder und Trainer. Gerade die Anfangszeit war nicht einfach, sagt Daumiller: „Zu Beginn der Pandemie war es für mich durchaus schwierig. Bis dahin habe ich noch nie virtuell unterrichtet. Da muss man das Ganze völlig anders angehen.“

Der so wichtige direkte Kontakt zum Partner entfällt im Cybertraining, oft fehlt auch der nötige Platz für die Übungen. Und doch gibt sich Martin Daumiller Mühe, seine Karateka vom TV Stein mit abwechslungsreichen Online-Einheiten nicht nur bei der Stange zu halten, sondern sie auch weiterzubringen.
Der so wichtige direkte Kontakt zum Partner entfällt im Cybertraining, oft fehlt auch der nötige Platz für die Übungen. Und doch gibt sich Martin Daumiller Mühe, seine Karateka vom TV Stein mit abwechslungsreichen Online-Einheiten nicht nur bei der Stange zu halten, sondern sie auch weiterzubringen.
Bild: Martin Daumiller

Nach einer Eingewöhnungsphase habe es aber immer besser funktioniert, obwohl online nicht alle Komponenten des vielseitigen Kampfsports abgehandelt werden können. Zum einen fällt das direkte Üben mit einem Partner weg, zum anderen fehlt oftmals der nötige Platz in den heimischen vier Wänden, um gewisse Bewegungsabläufe auszuführen. „Das Technik-Training und das Proben, wie man den Körper bestmöglich einsetzt, klappt dafür gut“, sagt Daumiller.

Kaum Abgänge aus der Abteilung des TV Stein

Durch das konsequent durchgeführte Online-Angebot sind auch nahezu alle Karateka dem Dojo Stein treu geblieben. Lediglich ein paar wenige Abmeldungen musste die Abteilung im vergangenen Jahr verzeichnen. Ein Grund dafür ist, „dass wir in der Corona-Zeit keine Beiträge von unseren Mitgliedern einziehen. Das können wir anbieten, da wir derzeit deutlich weniger Ausgaben haben. Außerdem nutzt nicht jeder unser virtuelles Angebot“, erklärt Daumiller. „Nichtsdestotrotz fehlt aktuell ein weiterer wichtiger Bestandteil des Sports – das Vereinsleben.“

Die Steiner versuchen zwar, Alternativen zu finden, gänzlich ersetzen kann ein Zoom-Meeting das Miteinander in der Halle aber nicht. „Das Soziale geht uns schon sehr ab. Wir kompensieren das mit Austausch über WhatsApp und nach den Trainings wird miteinander gequatscht. Dennoch brennen unsere Leute auch darauf, wieder etwas gemeinsam zu machen“, stellt Daumiller klar.

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Die Krise hat dem Psychologie-Dozenten der Universität Augsburg aber auch einige stressige Stunden erspart: „Normalerweise bin ich jeden Dienstag von Augsburg nach Immenstadt zum Training gefahren und wieder zurück. Jetzt beende ich meine Vorlesung, ziehe mich um und bin direkt im virtuellen Trainingsraum. Die Halle vermisse ich trotzdem.“

In den kommenden Monaten wird aber weiter online trainiert – auch Prüfungen werden digital stattfinden, da viele Sportler fleißig üben und vorankommen wollen: „Wir holen mit unserem Angebot das Maximum heraus und werden das vorerst so beibehalten. Unseren Mitgliedern habe ich versprochen, dass sie virtuell Prüfungen absolvieren können – soweit das möglich ist.“ Lehrgänge werden zurzeit ebenfalls im Netz veranstaltet.

Eine Option, die auch in Zukunft sportlich sowie ökonomisch sinnvoll wäre, sagt Martin Daumiller: „Das wird sehr gut angenommen und ist meiner Meinung nach eine Riesenchance für die Zukunft. Man lernt neue Eindrücke und Trainer aus aller Welt kennen. Darüber hinaus muss man so nicht ein ganzes Wochenende opfern. Das sollte auch künftig beibehalten werden.“