Frischer Wind beim TSV Sonthofen

Zeiten des Wandels: Der TSV Sonthofen stellt sich neu auf

Der Vorstand des TSV Sonthofen (von links) um den frisch gewählten stellvertretenden Vorsitzenden Manfred Haslach, Schriftführerin Andrea Mittermair, Präsidentin Heidi Adelgoß, den neuen Schatzmeister Fabian Besserer und die neue Jugendleiterin Birgitt Jonscher.

Der Vorstand des TSV Sonthofen (von links) um den frisch gewählten stellvertretenden Vorsitzenden Manfred Haslach, Schriftführerin Andrea Mittermair, Präsidentin Heidi Adelgoß, den neuen Schatzmeister Fabian Besserer und die neue Jugendleiterin Birgitt Jonscher.

Bild: Ronald Maior

Der Vorstand des TSV Sonthofen (von links) um den frisch gewählten stellvertretenden Vorsitzenden Manfred Haslach, Schriftführerin Andrea Mittermair, Präsidentin Heidi Adelgoß, den neuen Schatzmeister Fabian Besserer und die neue Jugendleiterin Birgitt Jonscher.

Bild: Ronald Maior

Drei von fünf Vorständen beim TSV Sonthofen sind neu. In drei Abteilungen gibt es ebenfalls Führungswechsel. Präsidentin Adelgoß appelliert an Zusammenhalt in der Krise.
08.10.2020 | Stand: 17:09 Uhr

Es sind turbulente Zeiten – auch für den größten Verein im Landkreis. Dabei ist es dieser Tage nicht nur die Corona-Pandemie, die den TSV Sonthofen aufwühlt: Allein drei von fünf Vorstandsposten sind neubesetzt, dazu gibt es Führungswechsel in drei Abteilungen – und eine tragende Säule, die ihren Hut als Vizepräsident nimmt.

„Die Pandemie hat auch uns voll erwischt, wir alle waren von einem Tag auf den anderen auf Eis gelegt. Bis zu dem Zeitpunkt ging es unserem Verein aber in allen Abteilungen gut“, sagte Präsidentin Heidi Adelgoß auf der Jahreshauptversammlung. „Nun heißt es für alle, nach vorn zu blicken. Auch wenn eine Vorschau auf 2021 unheimlich schwierig ist. Niemand kann sagen, wann was wie kommt. So knapp muss man es halten.“ Dabei greift der 2000 Mitglieder große Club die Herausforderungen im neuen Vereinsjahr runderneuert an.

Abschied für Vize-Präsident Hans Ehrenfeld

In der allgemeinen Krisenzeit findet beim TSV Sonthofen eine personelle Umwälzung statt. Zwar wurde mit Adelgoß die erste Präsidentin in der 156-jährigen Geschichte des TSV, die nach vier Jahren im Amt in ihre dritte Legislaturperiode geht, im Amt bestätigt.

Dagegen stellte Hans Ehrenfeld sein Amt als Vizepräsident nach acht Jahren zur Verfügung. Das TSV-Urgestein erhielt eine rührende Laudatio von Otto Denzel und bedankte sich für „die Zeit in einer geilen Truppe“. Neuer „Vize“ ist Manfred Haslach. Auf Schatzmeister Mathias Zuchtriegel folgt nach vier Jahren Fabian Besserer und auf Jugendleiterin Anna Schöll Birgitt Jonscher. Schriftführerin Andrea Mittermair wurde im Amt bestätigt.

Große Ehre für Peter Mittermair

Ein neuer Bus, eine stabile Finanzlage und eine „vorbildliche FSJlerin“ Lea Jenn. Mit der Teenagerin, die 39 Stunden wöchentlich „einen herausragenden Job gemacht hat“, sei das „Experiment FSJ gelungen“, sagte Adelgoß. Mit dem stellvertretenden Volleyball-Abteilungsleiter, Joachim Jenn, hat der TSV einen Mentor für die zweite FSJlerin, Patricia Moser, gefunden.

Posthum wurde Peter Mittermair von der Versammlung zum Ehrenmitglied ernannt. Eine der Figuren des Vereins hatte über 30 Jahre die Abteilung Reha-Sport geführt und war Fachübungsleiter für Reha-, Behinderten- und Rollstuhlsport, für Osteoporose-, Rücken- und Wassergymnastik. „Peters Tod hat uns wahnsinnig traurig gemacht und mich zutiefst bestürzt“, sagte Adelgoß.

Sonthofens Basketballer: Barabas übernimmt

In seiner letzten Amtshandlung berichtete Andreas Böck über die coronabedingt zwei Wochen vor Saisonende abgebrochene Spielzeit. Der 42-Jährige hatte sein Amt als Abteilungsleiter bereits im September an Torsten Barabas abgegeben – Tanja Lipp ist dessen Stellvertreterin. Sportlich stünden die Basketballer gut da, die Herrenmannschaft ist bekanntlich bereits mit zwei Siegen in die neue Bezirksoberliga gestartet. „Ich kann die Abteilung guten Gewissens übergeben, weil ich weiß, dass wir willige und motivierte Leute haben, die sich einsetzen“, sagte Böck abschließend.

Handball: Lubitzsch am Zepter

Ebenfalls unter neuer Führung sind die Handballer. Der 41-jährige Martin Lubitzsch übernahm im Juli die Abteilungsleitung – Stellvertreter bleiben Laurenz Lakotta und die beiden Gladyschew-Brüder, Alex und Stefan. Sportlich gelang den Herren die Rückkehr in die Bezirksoberliga – Sven Heldt kehrte im Sommer ebenfalls als Trainer an die Seitenlinie zurück. Die Handballer sind mit acht Mannschaften, darunter drei Kooperationen mit dem TV Immenstadt, in die neue Spielzeit gestartet. Mit Jugendkoordinator Gerhard Jehle ist ein neuer Funktionär installiert worden, der sich um Mitgliedergewinnung im Nachwuchs kümmern soll.

Ende für Jiu Jitsu-Abteilung

Chris Sedlak hat die Abteilung aufgelöst. „Wir bedauern das. Aber es gab keine Alternative dazu, leider – allein konnte Chris das nicht mehr stemmen“, sagte Adelgoß.

Rehasport mit steigenden Zahlen

Bernd Sattler, Stellvertreter des verstorbenen Peter Mittermair, blickte zurück auf die Gruppen der Reha-Sportabteilung, die Rollstuhlbasketballer, die Herzsportgruppe, die Krebssportgruppe sowie die Gruppe der geistig Behinderten, der Wirbelsäulengymnastik, der Atemwegserkrankungen und der Wassergymnastik. In den wichtigen Gruppen verzeichnet der TSV steigende Teilnehmerzahlen.

Turner-Boom und große Titel

Der Dritte im Bunde der Abteilungsleiterwechsel ist Jan Waibl, der die Turner nach zwei Jahren an Norbert Just und Stellvertreter Otto Denzel übergibt. Die Erfolgsliste der mit über 1400 Mitgliedern größten Abteilung ist ungebrochen lang wie schillernd. Der größte Erfolg: Allein seit 2018 freuen sich die Turner über 290 neue Mitglieder. Die sportlichen Vorzeigeathleten dagegen sind wohlbekannt. Neben etlichen Meistertiteln bei Allgäuer und schwäbischen Meisterschaften ragt der vierte deutsche Meistertitel von Aushängeschild Timur Tokat im Jahn-Neunkampf heraus. Silber gab es für Rebekka Kramer und ebenfalls einen deutschen Meistertitel für Turner Volker Hinze beim Deutschlandpokal der Senioren.

Volleyballer des TSV: Alles auf Anfang

Auf Rang acht liegend hatten die Allgäu-Strom Volleys Sonthofen die Epoche 2. Bundesliga abgeschlossen. Nach der Umstrukturierung der Clubführung und dem freiwilligen Rückzug geht künftig eine runderneuerte Mannschaft in der Dritten Liga auf Punktejagd. Entsprechend musste auch die „Reserve“ einen Aderlass verkraften: Der TSV Sonthofen startet in der Landesliga. Peter Müller sieht die Abteilung für die neuen Aufgaben aber gut aufgestellt. Ein schwäbischer Meistertitel (U16) und drei Vizemeisterschaften (U13, U18, U 20) zählen zu den Erfolgen der Jugend.

Der TSV Sonthofen in der Corona-Krise

„Es war eine harte Geduldsprobe für den Verein, für die Mitglieder und für jeden, der sich für den Sport im TSV einsetzt“, erinnerte Adelgoß an die Corona-Pause, als in Kleingruppen trainiert wurde und pro Spieler ein Ball erlaubt war. Adelgoß lobte die Zusammenarbeit mit der Stadt, sagte aber mit Blick auf die Lüftungsvorschriften für die Turnhallen: „Wenn es so weitergeht, müssen wir im Januar unsere Gymnastik im Skianzug machen – das wird hart, aber Hauptsache ist, wir können unseren Sport wieder ausüben“, ergänzte die Präsidentin. „Es ist enorm, was in unserem Verein geleistet wird – von den Pampers Rockern bis zu den Senioren. Bewegung, soziale Kontakte und Vereinsleben, das alles ist in der heutigen Zeit wichtiger denn je.“