Kinderbetreuung

Zu wenig Plätze: Immenstadt macht aus Tennisheim Kindergarten

IS Tennisheim

Das ehemalige Tennisheim Grün-Weiß in Immenstadt wird zu einem Kindergarten umgebaut.

Bild: Marina Kraut

Das ehemalige Tennisheim Grün-Weiß in Immenstadt wird zu einem Kindergarten umgebaut.

Bild: Marina Kraut

Die Stadt Immenstadt braucht eine Übergangslösung, um die Kleinsten unterzubringen. Im „Kackaduus“ und „Spatzennest“ sind noch Krippen-Plätze frei
04.06.2021 | Stand: 09:59 Uhr

Noch immer reichen die Plätze in den Kindertagesstätten in Immenstadt nicht aus. Deshalb nutzt die Stadt jetzt verschiedene Möglichkeiten, um für die Kleinsten eine Betreuung zu erreichen. So hat der Stadtrat beschlossen, im ehemaligen Vereinsheim des Tennisclubs Grün-Weiß eine Kindergartengruppe unterzubringen. Außerdem öffnet nach Pfingsten der Naturkindergarten am Auwald. Dass es bei ihr noch freie Plätze gibt, darauf weist Susanne Miller hin, die in zwei Einrichtungen der Stadt Krippenkinder betreut.

Das frühere Tennisheim Grün-Weiß am Illerspitz nördlich des Gesundheitszentrums hat die Stadt übernommen, nachdem der Pachtvertrag ausläuft. Darin soll jetzt eine Kindergartengruppe mit maximal 25 Kindern für eine Übergangszeit von zwei Jahren unterkommen. Solange hat das Landratsamt die Genehmigung dafür erteilt. Wobei Bürgermeister Nico Sentner hofft, dass die Genehmigung um weitere zwei Jahre verlängert wird, wenn die Stadt Bedarf hat.

Laut Hochbauamtsleiter Herbert Jörg befinde sich das Gebäude „in einem relativ guten Zustand“. Die gesamte Anlage liegt seit einiger Zeit brach und steht ab sofort zur Verfügung. Allerdings müssten noch einige Renovierungsarbeiten durchgeführt werden, mit denen nach der Entrümpelung des Hauses begonnen werden soll. „Die erforderlichen Maßnahmen sind aber überschaubar“, sagte Jörg im Stadtrat.

So gelte es, größere Risse auszubessern, die durch Setzungen entstanden seien. Außerdem muss das Dach des Aufenthaltsraums wärmegedämmt und an einigen Stellen der Wandputz erneuert werden. In den Kita-Räumen werden kinder-taugliche Böden eingebaut, die Sanitäranlagen umgewandelt und Tennisplätze zum Spielbereich umgestaltet. Für die Sanierung sind im Haushalt 180 000 Euro eingeplant. Jörg hofft, dass die Renovierung bis September abgeschlossen ist – „allerdings wird das knapp“.

"Toller Standort"

Die Stadträte zeigten sich begeistert von der Übergangslösung. „Das ist ein toller Standort für einen Kindergarten, und ideal für Kinder von Mitarbeitern des Krankenhauses“, sagte Barbara Holzmann (Grüne). Schließlich ist der neue Kindergarten umgeben von viel Grün, Klinik und Gesundheitszentrum sind nicht weit entfernt. Als Mitglied von Grün-Weiß „blutet mir zwar etwas das Herz“, meinte Siegfried Zengerle (CSU), „aber es hätte nichts Besseres mit dem Haus geschehen können“. Schließlich kann die Stadt damit vorübergehend die Lücke beim Bedarf an Kindergartenplätzen schließen.

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Derzeit gibt es laut Bürgermeister 21 Sprößlinge im Kindergartenalter, denen die Stadt keinen Platz anbieten kann. Ende 2023 soll aber der große Anbau an die Steiner Kita mit drei neuen Kindergarten- und drei Krippengruppen fertig sein. Außerdem will die Montessori-Schule in Bühl Plätze anbieten, wenn sie dorthin umzieht. In der Startphase mit neun Kindern befindet sich im Moment der Naturkindergarten am Auwald. Ab September sind dort alle 20 Plätze belegt.

Angebot für Ein- bis Dreijährige

Auch für Krippenkinder – im Alter von ein bis drei Jahren – gibt es ab September noch freie Plätze. Wie Susanne Miller mitteilt, könnten die Kindertagespflegen „Kackaduus“ (am Marienplatz) und „Spatzennest“ (Färberstraße 6) Kinder aufnehmen. Wobei sie glaubt, dass die Eltern den Begriff „Tagespflege“ möglicherweise missverstehen. Denn in den zwei privaten Einrichtungen geht es nicht um Pflege sondern – wie in allen Krippen – um die Betreuung der Kleinen. „Wir haben ein genauso gutes pädagogisches Angebot mit professionellen Erzieherinnen wie in regulären Krippen“, sagt die Trägerin von Kackaduus und Spatzennest. (Infos unter spatzennest-immenstadt@web.de).

In den Gruppen befinden sich bis zu zehn Kinder und die Erzieherinnen seien im ständigen Gespräch mit den Eltern. Wie Miller weiter mitteilt, gebe es eine intensive Einzelbetreuung, tägliche Spaziergänge zum Spielplatz, ein festes Bett für jedes Kind, einen Morgenkreis und viele Spielangebote. Zudem werde täglich frisch gekocht und das Frühstück gemeinsam am großen Tisch eingenommen. Flexible Betreuungszeiten sollen den Bedürfnissen der Eltern entgegenkommen.

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