Laienmusik

Zwangspause: Oberallgäuer Blaskapellen feilen am Neustart

Spielen mit Abstand: Nur so waren für die Blaskapelle Bihlerdorf-Ofterschwang 2020 wegen der Corona-Schutzmaßnahmen einige wenige Auftritte möglich.

Spielen mit Abstand: Nur so waren für die Blaskapelle Bihlerdorf-Ofterschwang 2020 wegen der Corona-Schutzmaßnahmen einige wenige Auftritte möglich.

Bild: Markus Ellenrieder

Spielen mit Abstand: Nur so waren für die Blaskapelle Bihlerdorf-Ofterschwang 2020 wegen der Corona-Schutzmaßnahmen einige wenige Auftritte möglich.

Bild: Markus Ellenrieder

Der Bezirk Sonthofen im Allgäu-Schwäbischen Musikbund blickt nach vorn: aufs Musikfest 2022 in Ofterschwang. In einem Jahr mit Corona ging fast nichts.
27.03.2021 | Stand: 17:00 Uhr

Die Auswirkungen der Corona-Pandemie auf die Laien-Blasmusik war Hauptpunkt bei der Jahresversammlung des Bezirks II Sonthofen im Allgäu-Schwäbischen Musikbund (ASM). Diese fand erstmals online statt. Sowohl das Bezirksmusikfest in Akams als auch das Jubiläumsfest der Musikkapelle Steibis mussten für dieses Jahr abgesagt werden. Nun richte sich die ganze Hoffnung auf das Bezirksmusikfest 2022 in Ofterschwang, in dessen Rahmen die Blaskapelle Bihlerdorf-Ofterschwang ihr 75-jähriges Jubiläum feiert, sagt Stefan Köberle, Vorsitzender dieser Blaskapelle und stellvertretender Vorsitzender des ASM-Bezirks.

Vom 19. bis 22. Mai planen die Verantwortlichen ein Programm mit namhaften Musikgruppen im Ofterschwanger Festzelt. Höhepunkt soll der Festsonntag werden mit einem Festgottesdienst, einem großen Gemeinschaftschor im Dorfzentrum und einem bunten Festumzug durch Ofterschwang mit Musikkapellen aus Nah und Fern. Ende April 2022 seien Wertungsspiele im Festsaal des Ofterschwanger Hauses geplant, die von den Musikkapellen, nach dann drei Jahren Pause, hoffentlich dankbar angenommen werden, erklärt Stefan Köberle.

Wie für viele Vereine und Kulturschaffende, so waren die pandemiebedingten Einschränkungen auch für die Musikkapellen im südlichen Oberallgäu eine große Herausforderung. Lediglich im vergangenen Sommer und Herbst war unter strengen Hygiene- und Abstandsregeln ein eingeschränkter Proben- und Konzertbetrieb möglich. Einige Musikkapellen führten – mit Unterstützung ihrer Heimatgemeinden und mit einer großen Portion Flexibilität – Freiluft-Proben oder Konzerte mit kleineren Bläsergruppen durch.

So waren die Jahresberichte von Bezirksleiter Stephan Thomae und seinen Vorstandsmitgliedern geprägt von Verschiebungen, Absagen und schwierigen Rahmenbedingungen für den Kulturbetrieb. Geplante Seminare wurden zum Teil als Webinare via Internet durchgeführt, und auch bei der Herbsttagung traf man sich digital.

Jugendleiter Jakob Golus hat mit Markus Egger von der Harmoniemusik Hindelang einen neuen Referenten für Bläserprüfungen an seiner Seite. Beide bedauerten die Unsicherheiten und die Verschiebungen und Absagen. Für Musiklehrer und Schüler sei es nicht einfach, größtenteils im Distanzunterricht, den Leistungsstand und die Motivation hoch zu halten.

Sämtliche für 2020 geplanten Prüfungstermine mussten pandemiebedingt abgesagt und die für Anfang 2021 geplanten Termine auf Mai verschoben werden. Um die Prüfungen zu entzerren, sind diese dann an verschiedenen Orten geplant. Sollten bis dahin keine Präsenz-Veranstaltungen möglich sein, sollen die Praxis-Prüfungen in jedem Fall online stattfinden.

Einige Bezirke haben damit schon erste positive Erfahrungen gesammelt. Die Theorieprüfungen können allerdings nicht online stattfinden. Falls im Mai keine Möglichkeit für deren Durchführung bestehe, müssen sie abermals verschoben werden.

Trotz der schwierigen Rahmenbedingungen steht der Musikbezirk, laut Schatzmeister Tobias Paintner, auf einer soliden finanziellen Basis.

Präsident drängt auf Perspektive

„Es kommen auch wieder andere Zeiten“, ist sich ASM-Vizepräsidentin Centa Theobald sicher. Sie bat die Musikkapellen um Durchhaltevermögen und Zusammenhalt. Der ASM unter Führung von Präsident Franz-Josef Pschierer dränge, zusammen mit den anderen bayerischen Musikverbänden, bei der Bayerischen Landesregierung auf eine Perspektive für den Neustart der Laienmusik. Dazu werden in einer Expertenkommission derzeit Regeln auf Basis neuer wissenschaftlicher Erkenntnisse erarbeitet.

Die turnusmäßigen Neuwahlen des Bezirksvorstands finden demnächst als Briefwahl statt. Der komplette Vorstand signalisierte seine Bereitschaft zur Wiederwahl. Drei, bisher vakante Positionen, können jetzt wieder neu besetzt werden. Damit sei die Leitung des Musikbezirks breit und zukunftsfähig aufgestellt.